Das erste Kapitel ist eine Projekt- und Ideengeschichte von Uhls Arbeit. Frühe Prägungen erfuhr er durch seinen
Lehrer Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste in Wien, Konrad Wachsmann bei der
Sommerakademie 1957 in Salzburg und dem liberal-katholischen Milieu im Umfeld der Katholischen
Hochschulgemeinde Wien und der Galerie St. Stephan. Seine Vorstellungen vom Bauen kann Uhl in den ersten
Jahren in erster Linie im Kirchenbau realisieren. Ausgangspunkt seiner Arbeit war die Vorstellung einer
Industrialisierung des Bauens; eine Verbesserung der Architektur war für Uhl nicht durch eine Verbesserung des
Gebauten, sondern nur durch eine Verbesserung der Vorgänge um das Bauen zu erreichen. Während sich seine
Überlegungen zu Beginn in erster Linie auf den bautechnologischen Prozess bezogen, wurden später zunehmend
soziale Fragestellungen wichtig. Exemplarisch dafür stehen seine Beispiele für einen partizipativen Wohnbau. Sein
integrativer Ansatz galt aber auch insbesondere städtebaulichen Fragen.
Im zweiten Kapitel folgt eine Interpretation seiner Arbeit. Diese konzentriert sich auf drei wesentliche Punkte: Uhls
Konzept einer handlungsorientierten Ästhetik, deren Ziel der Aufbau einer Subjekt-Objekt Beziehung ist, das
Verständnis seiner Arbeit als Beitrag zu einer ästhetischen Erziehung und sein Selbstverständnis als Architekt im
Sinne eines Prozessmoderators. Ein sich daraus ergebendes geändertes Planungsverständnis wird als ein Prinzip
beschrieben, welches Partizipation als Grundhaltung menschlichen Lebensvollzugs versteht.
Im abschließenden dritten Teil gibt ein umfassendes Werkverzeichnis Auskunft über Uhls gesamtes
architektonisches und theoretisches Schaffen und bezieht u.a. auch dessen Publikationen und Lehrtätigkeiten an der
Universität Karlsruhe.