Die andere Front. Österreichische Kriegsfotographie und Propaganda im Ersten Weltkrieg.
Die andere Front. Österreichische Kriegsfotographie und Propaganda im Ersten Weltkrieg.
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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Erster Weltkrieg,
Kriegsfotographie,
Österreich,
Südosteuropa,
Propaganda,
Medien
Im Ersten Weltkrieg wurde die Fotographie zum ersten Mal umfassend für Propagandazwecke eingesetzt. Das Buchprojekt beruht auf der Untersuchung einer Sammlung von über 33.000 österreichischen Kriegsfotographien (Original-Glasnegative und Abzüge), die im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek (Wien) aufbewahrt wird. Dieser Bildband ist im internationalen Vergleich bedeutsam, er ist sehr umfangreich und die Bilder sind bestens erhalten. Der Großteil des Bildmaterials ist bis heute unveröffentlicht und stammt aus den Kriegsgebieten in Ost- und Südosteuropa. Das Buch beleuchtet die Herkunft und Biographien der Kriegsfotografen und schildert ihre täglichen Arbeitsbedingungen. Genauer beschrieben wird die propagandistische Verwendung der Fotographie im Krieg. Berufs- und Pressefotografen arbeiteten im Auftrag des k.u.k. Kriegspressequartiers das für die Kriegspropaganda zuständig war. Die von den Fotografen abgelieferten Bilder wurden einer systematischen Zensur unterzogen bevor sie an die einheimische und ausländische Presse weitergeleitet, in Ausstellungen gezeigt oder als Poster ausgehängt wurden. In der zweiten Kriegshälfte wurden zunehmend auch Amateurfotografen für Propagandaaufnahmen in den Dienst genommen. Die Untersuchung des Bildmaterials im historischen Kontext ermöglicht die Rekonstruktion des Medienkrieges im Detail. Biografien von fast allen Kriegsfotografen wurden zusammengestellt. Ebenso wird die Wirkungs- und Erinnerungsgeschichte der österreichischen-ungarischen Kriegsfotographien während und nach dem Krieg untersucht. Das Buch macht deutlich, dass der Einsatz visueller Medien während des Krieges nicht nur stark anstieg, sondern sich auch im Laufe des Krieges deutlich veränderte. Besonders deutlich wird das in der Entwicklung der illustrierten Zeitungen und Zeitschriften. Die Verwendung von modernen Formen der Fotoreportage begann während des Krieges. Nach dem Krieg waren die illustrierten Zeitungen aktueller und im lay-out moderner. Zu einem guten Teil ist diese Entwicklung eine Folge des Medienkrieges im Ersten Weltkrieg.