Material Culture and Well-Being in Byzantium (400-1453)
Material Culture and Well-Being in Byzantium (400-1453)
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
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Byzantine Studies,
Material Culture,
Everyday Life,
Art history,
History of medicine
Studien zum Alltagsleben haben die Wohnbedingungen, Essen und Trinken, Kleidung, Hygiene und medizinische Betreuung, die Berufe, das Verkehrswesen, generell Produktion und Konsumtion als zentrale Themen. Der materielle Bereich nimmt hierbei breiten Raum ein, das Objekt hat freilich über seine Sachexistenz hin häufig auch eine geistige Funktion als Träger bzw. Symbol von Vorstellungen oder Wertigkeiten. Der Werkstoff etwa, aus dem Trachtbestandteile oder Schmuck gefertigt sind, korrespondiert mit einer sozialen Hierarchie, das Amulett widerspiegelt die Vorstellungswelt von Glaube und Aberglaube. Ihr jeweiliger Gebrauch und Einsatz bestimmt über das Befinden im weiteren Sinn des Individuums, dessen Existenz aber auch von erstrebenswerten Konzepten und Ideen an sich geprägt ist. Das internationale Symposium in Cambridge 2001, welches die seit Jahren in diesem Feld führend tätige Wiener Byzantinistik zu seinen Organisatoren zählte, war deshalb bestrebt, "Well-Being/Wohlbefinden" als Thematik in seinen materiellen, rechtlichen und philosophisch-religiösen Komponenten als facettenreiches Miteinander zu behandeln. Über die Byzantinistik hinaus waren Forscher aus Kunstgeschichte, Archäologie, Rechtskunde, historischer Medizin und Theologie vertreten. Die daraus resultierenden dreiundzwanzig Beiträge, welche in der vorliegenden Aktenpublikation dargeboten werden, behandeln demgemäß u.a. Aspekte wie Stadtplanung, Duftstoffe in der weltlichen und kirchlichen Sphäre, magische Praktiken und Medizinheilige, Kleidung als Prestigeelement und Formen von Überfluß und Verknappung in der byzantinischen Ernährung. Diesen eigentlichen Kongreßakten vorangestellt ist eine Einführung zur Wissenschaftsgeschichte solcher kulturgeschichtlicher Studien und ihren zukünftigen Perspektiven, welche über die vernetzte Analyse vor schriftlichen, bildlichen und sachlichen Fakten und Funden mit den "mentalites" hinaus auch den konservatorisch-musealen Zugang stärker zu beachten haben werden, um eine vergangene Zivilisation nicht nur wissenschaftsintern zu erfassen, sondern auch für das interessierte Publikum zu bewahren und verständlich aufzubereiten.
- Universität Wien - 100%