Wissenschaftsdisziplinen
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (30%); Politikwissenschaften (70%)
Keywords
Politikwandel,
Internationale Waldpolitik,
Nicht-Entscheidungsfindungsprozess,
Völkerrechtsinstrument,
Diskursanalyse
Abstract
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage warum kein international rechtlich verbindliches Instrument zur Frage der
Waldpolitik verabschiedet wurde. Sie zeigt wie die Definition des Politikproblems eine Form der Kontrolle für den
Entscheidungsfindungsprozess und die damit verbundene Problemlösung darstellt. Folglich wird demonstriert wie
Orte, Berichte und nicht-menschliche Objekte mit der Entstehung der internationalen Waldpolitik im Rahmen der
Vereinten Nationen verbunden sind. Während in der Entstehungsphase der internationalen Waldpolitik das
eigentliche Politikproblem als "Entwaldung und Degradierung des Tropenwaldes" verstanden wird, rückt in der
zweiten Phase der Politikformulierung die "Entwaldung und Degradierung aller Wälder" in den Blickpunkt des
internationalen Interesses. Weiters legt die Arbeit die bedeutungsbildenden Elemente der Policy-Narrative, die mit
der internationalen Waldpolitik verwoben sind, offen.
Die Identifikation von globalen Umweltdiskursen, die ein bestimmtes Politik- bzw. Problemlösungsverständnis
transportieren, die mittels diskursiver Praktiken und Machttechnologien operieren und die rhetorische Mittel - wie
z.B. die apokalyptische Vorstellung der Übernutzung - zum Einsatz bringen, erlaubt zu erkennen, welche Regeln
und Praktiken sich auf die Art und Weise, wie die Politik der natürlichen Ressourcen entsteht, auswirken. Sie zeigt,
wie Policy-Probleme entstehen und wie sie verstanden werden und erlaubt Policy-Wandel, der sich in einer Nicht-
Entscheidung vollzieht, zu identifizieren. Der Rolle der Sprache wird folglich besondere Aufmerksamkeit zuteil.