Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
Necropolis,
Rock Cut Graves,
Lycia
Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt die Nekropolen der antiken Stadt Limyra in Lykien. Die insgesamt elf
Nekropolen, die dem direkten Stadtgebiet und der Umgebung zuzuordnen sind, besitzen rund 430 heute sichtbare
Gräber, von denen viele Träger von Reliefs sowie von griechischen bzw. lykischen Inschriften sind. Es existiert
sogar eine aramäische Inschrift. Bei den hauptsächlich aus dem 4. Jh. vor Christus stammenden Gräbern handelt es
sich um Felsfassadengräber, Sarkophage und einige freistehende Grabmonumente. Bislang wurden unter diesen nur
einige wenige untersucht, die kunsthistorisch oder epigraphisch interessante Aspekte aufwiesen. Diese Arbeitet
bietet eine vollständige Dokumentation aller sichtbaren Grabanlagen. Die Materialaufnahme bei der alle Gräber
nach dem gleichen Schema untersucht, gemessen, photographisch aufgenommen und zum Teil mit Bauaufnahmen
unterstützt wurden, bildet das Rückgrat der Arbeit. Die Auswertung aller Grabanlagen erbrachte unterschiedliche
Ergebnisse, wobei gerade einige unspektakuläre Grabanlagen wertvolle Informationen bargen. Die starke visuelle
Abhängigkeit von einer heute inexistenten Holzarchitektur der Fassaden wurde thematisiert. Hierbei wurden alte
und aktuelle Thesen aufgegriffen und mit neuen Erkenntnissen erörtert. Eine typologische Untersuchung der
Fassaden und Innenräume erbrachte, dass es einen speziell in Limyra verbreiteten Grabfassadentyp gegeben hat.
Gemeinsam wurde mit diesem auch ein ganz bestimmter Innenraumtyp benutzt. Die detaillierte Untersuchung der
Innen- und Außenräume ergab wertvolle Hinweise zum Arbeitsvorgang der Steinmetze und die von ihnen
durchgeführten diversen Reparaturtechniken. Manche von diesen zeigten, dass die Gräber schon in der Antike
ausgeraubt und weiterverwendet worden sind. Zudem erbrachten diese Untersuchungen auch neue Aspekte zur
Diskussion bezüglich der Bestattung und der Grab- und Nekropolennutzung. Die Untersuchungen der griechischen
Bauelemente auf den Fassaden und der Hinweise auf persische Grabsitten in den Innenräumen, dokumentieren den
jeweiligen kulturellen Einfluss in Limyra. Hierbei wurde deutlich, dass der auf den ersten Blick griechische
Einfluss nicht wirklich dominant war. Die Diskussion zur Datierung der Grabfassaden konnte mit neuen
Anhaltspunkten bereichert werden. Die Arbeit bietet einen einmaligen Überblick zum Verständnis der Nekropolen
und ihren Gräbern in einem gemeinsamen Kontext mit der Geschichte der Stadt Limyra.