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Blinde Menschen in der Ostmark

Blinde Menschen in der Ostmark

Barbara Hoffmann (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D4303
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 14.000 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (25%); Wirtschaftswissenschaften (25%)

Keywords

    Disability History, Blind people, Nazi Regime, Holocaust, Ostmark, Blinded Veterans

Abstract

In dieser Studie werden erstmals die Lebensumstände blinder Menschen in der "Ostmark" unter dem NS-Regime in verschiedenen Teilaspekten, wie ihre ökonomischen und sozialen Verhältnisse, dargestellt. Rechtliche-, medizin-, und geschlechterspezifische Gesichtspunkte werden dabei mitberücksichtigt. Ursachen von Erblindungen sind dementsprechend ebenso Untersuchungsgegenstand, wie die NS-Gesetzgebung Ziel war es ein möglichst detailliertes Bild der Lebensbedingungen blinder Menschen zu rekonstruieren. Dezidiert Teil der wissenschaftlichen Aufgabenstellung war es dabei, offene Fragestellungen, die sich zum Teil aus der lückenhaften Quellenlage ergaben sowie mögliche weiterführende Forschungsansätze herauszuarbeiten. Die Untersuchung erfolgte zeitlich begrenzt und beginnt mit den Anfängen der NS-Herrschaft in der "Ostmark" 1938 und endet mit der endgültigen Kapitulation des NS-Regimes im Mai 1945. Auf Entwicklungen außerhalb dieses Zeitraums wird dann eingegangen, wenn dies zur Interpretation und Einordnung notwendig ist. Unter dem NS-Regime verteilten sich blinde Menschen auf drei verschiedene Hauptgruppen: Zivilblinde, Kriegsblinde und blinde Menschen jüdischer Herkunft. Bereits seit dem Ersten Weltkrieg gab es ein Zweiklassensystem von Zivil- und Kriegsblinden. Auf Grund der antijüdischen Politik des NS-Regimes wurden zivil- und kriegsblinde Menschen jüdischer Herkunft verfolgt. Unter dem NS-Regime kam es darüber hinaus zu einer starken Segregation unter blinden Menschen. Durch die vergleichende Betrachtung von Zivilblinden, Kriegsblinden und blinden Menschen jüdischer Herkunft konnten neue Erkenntnisse über die nationalsozialistische Gesellschafts- und Sozialpolitik gewonnen und bisher nicht bekannte Zusammenhänge aufgezeigt werden. Die Studie basiert auf einem umfangreichen Quellenkorpus, der in Österreich, Deutschland und Israel eingesehen wurde. Der Wert dieser Arbeit liegt darin, dass neue Bestände erschlossen und bereits bekanntes Archivmaterial unter neuen Gesichtspunkten interpretiert werden konnte. Die Studie ist eine gekürzte Fassung der Dissertation der Autorin, die 2011 mit einem Irma-Rosenberg-Förderpreis ausgezeichnet wurde.

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