XI Regesten Kaiser Sigismunds (1410 - 1437). Neubearbeitung
XI Regesten Kaiser Sigismunds (1410 - 1437). Neubearbeitung
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Emperor Sigismund,
Moravia,
Charters,
Late Middle Ages,
Diplomatics
Die vorliegende Publikation moderner Vollregesten von Urkunden und Briefen des römisch-deutschen, ungarischen und böhmischen Königs bzw. Kaisers Sigismund ( 1368 - 1437) aus den Archiven Mährens und des tschechischen Schlesien bildet das erste Heft der geplanten kompletten Neubearbeitung des von Wilhelm Altmann verfassten Regestenwerks "Urkunden Kaiser Sigmunds" (Innsbruck 1896-1900) im Rahmen der Regesta Imperii. Nachdem Mähren und Tschechisch-Schlesien heute keine administrativen Einheiten innerhalb der Tschechischen Republik mehr bilden, folgt das vorliegende Heft der aktuellen Kreiseinteilung Tschechiens, was auch der Organisation des stark zentralisierten tschechischen Archivwesens entspricht. Nach diesem Prinzip wurden für das vorliegende Heft alle Archive bearbeitet, die sich auf dem Gebiet der heutigen Kreise Südmähren (Brünn), Zln, Hochland (Iglau), Olmütz sowie des Mährisch-Schlesischen Kreises (Ostrau) befinden. Insgesamt wurden 181 Regesten zu Urkunden und Briefen Kaiser Sigismunds aus diesen Archiven verfasst. Dazu kommt ein Regest zu einem durch Schiedsleute zwischen Sigismund und den Brüdern von Moravany abgeschlossenen Vertrag (Nr. 158a). Nur 46 dieser Urkunden finden sich schon als (teilweise fehlerhaftes) Kurzregest bei Wilhelm Altmann, der Rest wurde zum Teil in verschiedenen tschechischen Editionen, Regestenwerken und Archivinventaren publiziert, zum Teil waren sie bis dato unpubliziert. Die Gliederung des Heftes entspricht der üblichen Praxis der neueren Publikationen der Regesta Imperii. Nach einer Einleitung folgen das Urkundenverzeichnis mit Kurzregesten, der eigentliche Regestenteil, das Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein Register. In der Einleitung werden zuerst detailliert die Kriterien dargestellt, nach denen die Aufnahme der einzelnen Stücke in das vorliegende Heft erfolgte. Daran schließt sich eine grundlegende diplomatische Beschreibung des bearbeiteten Urkundenbestandes an, die besonders auf Überlieferungsformen, Beschreibstoff, Besiegelung, Kanzleivermerke und die komplexe Frage der Kanzleiprovenienz der einzelnen Urkunden fokussiert. Des Weiteren wird in der Einleitung die im vorliegenden Heft zur Anwendung kommende Technik der Regestierung erläutert, die an die bewährten Methoden der Regesten Kaiser Friedrichs III. aus dem Österreichischen Staatsarchiv angelehnt ist. Abweichungen resultieren vor allem daraus, dass das Urkundenwesen Sigismunds dank des Zusammentreffens römisch-deutscher, böhmischer und ungarischer Traditionen viel differenzierter war, als das Urkundenwesen Friedrichs. Abschließend bietet die Einleitung eine kritische Darstellung der Bedeutung des bearbeiteten Bestandes, die den gesammelten Urkundenkomplex vor allem in den breiteren Kontext der böhmischen, mährischen und schlesischen Politik Sigismunds setzt.