Die Register Innocenz‘ III. 12. Band. 1209/1210
Die Register Innocenz‘ III. 12. Band. 1209/1210
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Philosophie, Ethik, Religion (25%)
Keywords
-
Edition,
Legal History,
Diplomatics,
Theology,
ecclesiastical history,
Papacy
Der zwölfte Band der Edition der Register Papst Innocenz` III. (1198-1216), der als zehnter Band der Gesamtedition erscheint, enthält 177 Schreiben der Jahre 1209 und 1210, deren Großteil seitens des Papstes ausgefertigt wurde, und 28 Eide und Verpflichtungsurkunden von südfranzösischen Ausstellern, die als zwei Dossiers der päpstlichen Legaten im Albigenserkreuzzug nach Rom gesandt und in das Register eingetragen wurden. Einlaufstücke stammen von denselben Legaten, dem militärischen Anführer des Kreuzzugs, Simon von Montfort, und von Prälaten aus dem Lateinischen Kaiserreich zugunsten des Patriarchen von Konstantinopel. Das Gros der Papstbriefe betrifft theologisch-liturgische Fragen und Rechtsinterpretationen, den Albigenserkreuzzug, die Kirchenorganisation im Lateinischen Kaiserreich, die politischen und kirchlichen Verhältnisse von Süditalien bis Skandinavien, Ehesachen und besitzrechtliche Fragen, Privilegien und Unterschutzstellungen für Bistümer und Klöster, Bistumsangelegenheiten und kirchenrechtliche Entscheidungen verschiedenster Art, umstrittene Wahlen und Disziplinarfragen, die Einblicke in die großen wie die alltäglichen Probleme der Kirche und der Laien um 1200 erlauben. Die vom Papst geförderte Integration der Katholischen Armen stößt auf Widerstände der lokalen Hierarchien. Während der Konflikt mit dem König von England über die Besetzung des Erzbistums Canterbury festgefahren ist, sind im römisch-deutschen Reich die Nachwirkungen des Thronstreits und des Königsmordes noch virulent, und der Zug König Ottos IV. zur Kaiserkrönung ruft Spannungen mit der Kurie hervor. Weniger Briefe als in früheren Jahren gingen in Dekretalensammlungen ein. Der Band bietet eine kritische Edition, Datierungen bisher undatierter Briefe, einen ausführlichen Sachkommentar, Nachweise der Zitate aus der Bibel, kirchlichem und römischem Recht, theologischen und klassischen Vorlagen, und gibt die Dekretalenüberlieferung der Briefe an. Die Edition ist eine Gemeinschaftsarbeit des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung mit dem Historischen Institut beim Österreichischen Kulturforum in Rom.
- Universität Wien - 100%