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Thematischer Katalog Mathias Öttl

Thematischer Katalog Mathias Öttl

Alexander Opatrny (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/D4344
  • Förderprogramm Buchpublikation
  • Status beendet
  • Bewilligungssumme 7.000 €

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (80%)

Keywords

    Music History, Austria, Baroque, Source Studies, Vienna

Abstract

Der Thematische Katalog Mathias Öttl würdigt nach dem Erscheinen des Thematischen Katalogs Karlmann Pachschmidt einen weiteren Komponisten aus dem österreichischen Spätbarock. Getauft am 21.2.1675 in Bodman am Bodensee tauchte Öttl musikalisch erstmals am 31.7.1698 als Mitwirkender einer Jesuitendrama-Aufführung in Wien auf. Tätigkeiten als "Tenorist" in St. Stephan, in der Hofmusikkapelle und bei den Wiener Schotten, ferner als "Musicus" bzw. Kapellmeister Kaiserin Eleonoras, der Witwe nach Leopold I., sind weitere, im Katalog biographisch beleuchtete Stationen seines Lebens. Auch bisher unbekannte Details aus Öttls Leben wurden bekannt. Etwa, dass er an der Prager Aufführung der Oper Constanza et Fortezza von Johann Josef Fux teilnahm, die aus Anlass der Krönung von Kaiser Karl VI. aufgeführt wurde, oder dass er in den Diensten der Reichsgräfin Maria Karolina (genannt: Charlotte) von Fuchs-Mollard stand, die zuerst Erzieherin von Maria Theresia war und in späteren Jahren deren enge Vertraute. Übrigens hat Öttl auch Maria Theresia und ihre Schwester Maria Anna während ihrer Infantinnenzeit "instruiert", was immer die Quelle, aus der dieses Wort stammt, damit auch meinen mag. Die Untersuchung der in 37 Sammlungen aus sechs Ländern unter "Öttl" bzw. alternativ unter anderen Komponistennamen vorgefundenen 66 Kompositionen, insbesondere deren Zuschreibung, war ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit, die auch neue Erkenntnisse über einige Sammlungen erbrachte. Wie viele respektable Wiener Komponisten seiner Zeit aus dem Dunstkreis der Hofmusik ist Öttl heute vergessen. Ist es wirklich fair, nur an die großen Namen aus der Hofmusikkapelle wie Fux, Caldara, etc. zu erinnern, und andere Meister, deren Kompositionen ihren Weg nicht nur in Wiens Kirchen und Klöster, sondern selbst in die Kronländer fanden, zu vergessen? Es darf zur Debatte gestellt werden, dass im Katalog enthaltene Analysen mancher Werke, die bisher Komponisten mit größeren Namen zugeschrieben waren, Öttls Autorschaft wahrscheinlich machten. Es ist zu hoffen, dass dies ein Anreiz ist, sich auch mit anderen Wiener Kleinmeistern der fraglichen Periode intensiver zu beschäftigen.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%

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