Can de Veda speak? Dharmakirti against Mimamsa-exegetics
Can de Veda speak? Dharmakirti against Mimamsa-exegetics
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (67%); Sprach- und Literaturwissenschaften (33%)
Keywords
-
Dharmakirti,
Kumarila,
Budhism,
Mimamsa,
Veda,
Epistemology
Der Kern der Arbeit ist eine englische Übersetzung von Dharmakirtis (6. Jhdt) Polemik gegen die Autorität des Veda und die Auslegung desselben durch die gegnerische Schule der Mimasa wie sie am Ende des ersten Kapitels seines Hauptwerkes, dem Pramanavarttika (samt Eigenkommentar, Svavtti), zu finden ist. Der Abschnitt umfaßt den Kommentar zu den Versen 312-340 und entspricht den Seiten 164,24-176,16 in der Ausgabe von Raniero Gnoli (Roma 1960). Die Mimasakas leiten die Autorität des als ewig angenommenen Veda daraus ab, daß er keinen menschlichen Verfasser hat, und es ist gerade dieser Umstand, auf dem Dharmakirti u.a. seine Widerlegung in den Versen 312- 318 mit Kommentar aufbaut: da nach Annahme der Mimasakas normale Menschen keinen Zugang zu übersinnlichen Objekten wie "Himmel" haben und der Veda selber nicht erklären kann, was seine Aussagen über übersinnliche Gegenstände wirklich bedeuten, können sie, so Dharmakirti, niemals verstehen, was diese Aussagen zum Inhalt haben. Auch aus dem normalen Gebrauch der Worte kann man die Bedeutung der vedischen Aussagen nicht ableiten, da Worte polysemisch sind (Verse 319-324). Sollte uns aber die Bedeutung des Veda von den religiösen Lehrern wie etwa Jaimini mitgeteilt werden, dann haben wir es nur mehr mit Jaiminis Interpretation zu tun, nicht aber mit der Bedeutung des Veda selbst, und dann unterscheidet sich der Veda nicht mehr von den anderen Religionen, die einen menschlichen Stifter haben. Seine Ewigkeit und Verfasserlosigkeit sind dann bedeutungslos (Verse 325-329). Die Richtigkeit der "übersinnlichen" Passagen des Veda kann auch nicht daraus abgeleitet werden, daß er in den Teilen, die wir überprüfen können, stimmt. Wir wissen nämlich, daß auch Lügner und Verwirrte manchmal die Wahrheit sprechen. Leitet man aus diesen wahren Aussagen ab, daß alle ihre Aussagen wahr sein müßen, kann es keine Lügner geben (Verse 330-335). In den nächsten vier Versen zeigt Dharmakirti eine frühere Diskussion aufgreifend noch, daß man aus dem Umstand, daß etwas nicht in den heiligen Schriften gelehrt wird, nicht darauf schließen kann, daß dieses nicht existiert. Die Übersetzung, die sich in den meisten Fällen an die Interpretation der Kommentatoren Sakyabuddhi und Karnakagomin anschließt, ist reichlich annotiert. In den Fußnoten werden die Erklärungen der Kommentatoren angeführt, sprachliche und sonstige Probleme diskutiert, und die jeweiligen Aussagen nach Möglichkeit in einen breiteren Kontext gestellt. In der Einleitung wird der behandelte Textabschnitt in einem Beitrag von Vincent Eltschinger in Dharmakirtis Werk verortet: "The Place of PVSV 164,24-176,16 in the Work of Dharmakirti." Auf diesen folgt eine "Synopsis of PV(SV) 1.312-340" von John Taber. Nach dem Hauptteil, der Übersetzung, werden Dharmakirtis über das ganze Kapitel verstreute Lehre von der autoritativen Überlieferung und sein gespanntes Verhältnis zu den Mimasakas in zwei langen Essays dargelegt: 1) "Logic in a Religious Context: Dharmakirti in Defence of agama" (Helmut Krasser), und "Dharmakirti and the Mimasakas in Conflict" (John Taber). Ausführliche Indizes erschließen das Werk.