Hieroglyphische Inschriften aus der ägyptischen Spätzeit
Hieroglyphische Inschriften aus der ägyptischen Spätzeit
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (73%); Sprach- und Literaturwissenschaften (27%)
Keywords
-
Egyptian Hieroglyphic texts,
Prosopography Egyptian,
Mortuary cult Egyptian,
Priestly titles,
Egyptian,
Late period Egyptian
Im vorliegenden Werk, einer neuen Lieferung der Serie Corpus Antiquitatum Aegyptiacarum (CAA) Wien, werden 31 Denkmäler wiedergegeben, und zwar Stelen, Inschriftsteine, Reliefs und vergleichbare Objekte, die aus der Zeit der 22. bis 30. Dynastie stammen. Zwei Stücke sind offensichtlich Tempelreliefs: die Schranke (213), die vermutlich von einem Tempel in Sais stammt, und das Relief mit Osiris, Isis und Nephthys (5079+5099; aus Memphis?). Aus einem Tempel (in Abydos?) stammt anscheinend auch die Stele der Dame Taniya (nur das Oberteil ist Wien (ÄS 192), das Unterteil in Kairo (CG 20564)): der Anruf an die Lebenden richtet sich an Priester, "die den Tempel des Osiris betreten werden". Bei fünf bis sieben Objekten handelt es sich anscheinend um Abydos-Stelen: 138, 157, 119, 147, 189 und vielleicht auch 165 und 5898. Denkmäler des Totenkultes sind acht Grabstelen aus Holz, thebanisch (891, 5071, 5069, 5072, 5073, 8479, 5961, A2096); aus Saqqâra drei steinerne Grabstelen (185, 5833 und vielleicht 10098) und zwei Inschriftsteine mit der Opferliste (5026, 5027); fünf weitere Grabsteine: Assuan (194a), Koptos (8463), Achmm (10024, 10072) und Diospolis parva (6043). Keine Anhaltspunkte auf die Herkunft anscheinend bei einer Stele (5902) und dem Fragment einer Grabwand (5093). Ein Objekt war als Grabbeigabe geschaffen: der kleine hölzerne Obelisk der Dame Nechtubasteru (802). Ein einziges Objekt stammt aus einer dokumentierten Grabung, nämlich die thebanische Holzstele des [Pa]bês (A 2096). Sie wurde 1973 bei der Grabung der Universität Wien im `Asasf im Bereich des Grabes des `Anchhôr, TT 414, gefunden. Die Publikationen des CAA folgen einer strengen Vorgabe, wie der äußeren Form und der Gliederung der Beschreibung und Behandlung der Objekte, einem etwas ideosynkratischen Zitiermodus, absoluter Vermeidung von Fuß- oder Endnoten. Leider war es aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich, wie in den bisherigen Lieferungen qualitätvolle Faksimile-Zeichnungen einzufügen. Die Arbeit an den Spätzeit-Inschriften begann in den 1990er Jahren, doch konzentrierte sich die CAA- Projektarbeit auf diejenigen Gebiete, die bereits weit gediehen waren, wie die Inschriften des Alten Reiches (Regina Hölzl) und des Neuen Reiches (Satzinger mit Angelika Lohwasser bzw. Michaela Hüttner) sowie die Skulptur (Eva Rogge), und parallel die Bearbeitung der ramessidischen nichtliterarischen Papyri (Moh. Salah el-Kholi). Die Projektförderung durch den Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung dauerte bis 2000 an. Nach ihrem Ende kam die Arbeit an den nicht fertig gestellten Projekten, wie den hier vorgelegten Inschriften der Spätzeit, praktisch zum Erliegen. Dass diese Lieferung nunmehr vorgelegt werden kann, wird nicht zuletzt der interessierten Mitarbeit von Prof. Dr. G ü n t e r V i t t m a n n, Würzburg, verdankt, durch dessen sachliche Kompetenz in prosopographischen und anderen einschlägigen Fragen die verstrichene lange Zeit überbrückt werden konnte. Das Beiheft der Lieferung bietet außer dem Vorwort ein Verzeichnis der Lieferungen des Corpus Antiquitatum Aegyptiacarum Wien, eine Liste der behandelten Objekte sowie deren Datierung, dann die Indices: Inventarnummern, Götternamen, Epitheta von Göttern, Königsnamen, Privatnamen, Titel, Geographische Bezeichnungen, Gräber, Objekte in anderen Museen, Sachen.
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