SPECTRUM - Änderungen sozialer Praktiken nach Wetterextremen
SPECTRUM - Social practice changes following extreme weather
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Naturwissenschaften (35%); Geowissenschaften (15%); Soziologie (50%)
Keywords
- Social practices,
- Social metabolism,
- Tipping dynamics,
- Extreme weather events
In den letzten Jahren sind extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme und Dürren infolge des Klimawandels häufiger und heftiger geworden. Die Auswirkungen solcher Katastrophen sind in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen am stärksten spürbar, obwohl viele von ihnen nur wenig zu den globalen Treibhausgasemissionen beigetragen haben. Gemeinschaften in betroffenen Gebieten sind gezwungen, ihr Leben anzupassen und neue Wege zur Nutzung von Ressourcen zu finden, um ihr Überleben und ihren Lebensunterhalt zu sichern. Das vom österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Projekt SPECTRUM untersucht, wie Gemeinschaften auf die Gefährdung durch extreme Wetterereignisse reagieren, was zur Bewältigung von Krisen beitragen kann, und wie ihre Widerstandsfähigkeit gestärkt werden kann. Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Harald Grabher vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Universität Graz wird in zwei Fallstudien die Auswirkungen des Taifuns Yolanda auf den Philippinen und des Zyklons Idai in Mosambik untersuchen. Beide Katastrophen verursachten weitreichende Zerstörungen. Betroffene Familien und Gemeinschaften waren gezwungen ihre Lebensgewohnheiten zu ändern, ihre Nutzung von Land, Ressourcen und Energie anzupassen und alternative Wege zu finden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Durch den Vergleich der beiden Regionen will das Projekt Muster und Unterschiede identifizieren, wie Gemeinschaften sich an solche Herausforderungen anpassen. Ziel des Projekts ist es, gefährdeten Gemeinschaften Wege aufzuzeigen, wie sich Risiken verringern lassen und wie sich der Wiederaufbau nachhaltiger gestalten lässt. Dazu versucht das Projekt kritische Prozesse - sogenannte Kippdynamiken - zu erkennen, mit denen Gemeinschaften auf extreme Wetterereignisse reagieren, wenn plötzliche Veränderungen in den täglichen Routinen zu größeren Umwälzungen führen. Das Team wird untersuchen, wie sich Praktiken und Lebensgrundlagen der Menschen während und nach extremen Wetterereignissen ändern, welche Ressourcen betroffen sind (z.B. Land, Energie und Materialien) und welche weiteren Akteure beteiligt sind. SPECTRUM verwendet einen innovativen Zugang, um die Zusammenhänge zwischen sozialen Praktiken und Ressourcennutzung zu untersuchen. Durch die Verbindung sozialwissenschaftlicher Ansätze mit Methoden zur Analyse der Nutzung physischer Ressourcen will das Projekt aufzeigen, wie sich veränderte Praktiken auf die Verwendung von Materialien und Energie in betroffenen Gebieten auswirken. Das Projekt bezieht lokale Gemeinschaften in den Forschungsprozess ein und stellt so sicher, dass ihre Stimmen gehört und ihr Wissen geschätzt werden. Dieser partizipative Zugang bereichert die Forschung und befähigt die betroffenen Gemeinschaften, die Herausforderungen besser zu meistern. Schlussendlich soll durch die Kombination von Grundlagenforschung mit praktischer Anwendbarkeit die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis gefördert werden.
- Universität Graz - 100%
- Ilona Magdalena Otto, Universität Graz , Mentor:in
- Luis Cristóvão, Universidade Zambeze - Mosambik
- Moises Neil Seriño, Visayas State University - Philippinen