Laver Tables und große Kardinalzahlen
Laver tables and large cardinals
Wissenschaftsdisziplinen
Informatik (5%); Mathematik (95%)
Keywords
-
Set Theory,
Laver tables,
Left distributive algebras,
Large cardinals,
Rank-into-rank elementary embeddings,
Ordinal analysis
Laver Tables sind endliche mathematische Strukturen, die durch einfache Regeln definiert sind. Trotz ihrer scheinbaren Einfachheit stammen sie aus der Mengenlehre, einem der abstraktesten und grundlegendsten Bereiche der Mathematik, und insbesondere aus der Theorie der sogenannten großen Kardinalzahlen, die sehr starke Formen des Unendlichkeitsaxioms darstellen. Diese Strukturen wurden in den 1980er-Jahren von Richard Laver im Rahmen dieser Theorie eingeführt und zeigen interessante Verbindungen zu anderen mathematischen Gebieten wie Algebra, Topologie und Kryptographie. Das Projekt hat zum Ziel, Laver Tables sowohl aus theoretischer als auch aus computergestützter Perspektive zu untersuchen. Im theoretischen Teil der Forschung wird analysiert, wie diese Tables mit den Grenzen der Beweisbarkeit innerhalb grundlegender mathematischer Systeme zusammenhängen. Ein zentrales Ziel besteht darin zu zeigen, dass bestimmte Eigenschaften von Laver Tables nur unter der Annahme starker Grundaxiome bewiesen werden können. Auf diese Weise soll ein besseres Verständnis der Stärken und Grenzen verschiedener logischer Systeme gewonnen werden. Im praktischen Teil werden Hochleistungsrechner eingesetzt, um größere Laver Tables zu erzeugen und zu analysieren als jemals zuvor. Diese Berechnungen könnten Muster, Strukturen oder Verhaltensweisen aufzeigen, die sich nicht rein theoretisch erschließen lassen. Durch die Kombination von theoretischer Analyse und experimenteller Untersuchung soll das Wissen über diese besonderen mathematischen Objekte erweitert werden. Darüber hinaus sollen neue Verallgemeinerungen von Laver Tables untersucht werden, etwa durch die Veränderung der zugrunde liegenden Regeln oder die Einführung mehrerer Erzeuger. Diese Erweiterungen könnten zu neuen mathematischen Strukturen mit eigenen interessanten Eigenschaften führen und zudem ein tieferes Verständnis für die Funktionsweise solcher Systeme ermöglichen. Der interdisziplinäre Charakter dieses Projekts an der Schnittstelle zwischen mathematischer Logik, Algebra, Kombinatorik und Informatik ermöglicht es, grundlegende und offene Fragestellungen der Mengenlehre zu behandeln und damit potenziell bahnbrechende Beiträge zu diesem Fachgebiet zu leisten. Geleitet wird das Projekt von der Forscherin M. Iannella, die über Erfahrung in den Bereichen Mengenlehre, Kombinatorik und großen Kardinalzahlen verfügt, mit Unterstützung ihres Mentors J.P. Aguilera, dessen Fachkenntnisse in mathematischer Logik maßgeblich zum Erfolg des Projekts beitragen werden.
- Technische Universität Wien - 100%
- Juan P. Aguilera, Technische Universität Wien , Mentor:in
- Sheila Miller Edwards, Arizona State University - Vereinigte Staaten von Amerika