Eine vergleichende Analyse von Sprachregimen in NPOs
A comparative analysis of language regimes in NPOs
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (85%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
- Migration,
- Diversity Studies,
- Societal Multilingualism,
- Language Regimes,
- Organisation Studies
Migrationsbedingte sprachliche Vielfalt stellt Gesellschaften und die Arbeitsweisen von Demokratien vor Herausforderungen. Partizipation und soziale Gerechtigkeit werden maßgeblich davon beeinflusst, wie Gesellschaften mit Mehrsprachigkeit umgehen. In diesem Zusammenhang ist die Rolle von Organisationen (sowohl öffentliche Einrichtungen als auch NGOs) von besonderer Bedeutung. Das Forschungsprojekt untersucht, welche mehrsprachigen Strategien öffentliche Institutionen und zivilgesellschaftliche Organisationen in Wien verfolgen, um eine mehrsprachige Bevölkerung einzubeziehen (z.B. durch die Zusammenarbeit mit Dolmetscher:innen oder mithilfe mehrsprachigen Personals). Der Fokus der Untersuchung liegt auf der Ebene der Organisation und deren Rolle im Umgang mit migrationsbedingter Mehrsprachigkeit, da dieser Aspekt in der soziologischen Migrationsforschung oft vernachlässigt wurde. Die untersuchten Organisationen unterscheiden sich u.a. in Zielen, Strukturen, Größe, Finanzierung, Personal und Adressaten, setzen aber alle inklusive mehrsprachige Strategien ein. Auf Grundlage soziologischer und linguistischer Ansätze werden die Art und Weise verglichen, wie diese Organisationen an Mehrsprachigkeit herangehen, und die Auswirkungen auf Individuen analysiert. Ziel ist es, systematisches Wissen über inklusive Ansätze in Bezug auf sprachliche Vielfalt zu entwickeln. Dies ist von hoher Policy-Relevanz. Zur Anwendung kommt ein qualitatives Forschungsdesign, das mehrere Forschungsmethoden kombiniert, um verschiedene Perspektiven zu eröffnen und Erkenntnisse auf mehreren Ebenen zu gewinnen. Es werden Interviews und Fokusgruppendiskussionen mit Mitarbeiter:innen verschiedener Organisationen durchgeführt, sowie Interviews mit Migrant:innen, ergänzende ethnographische Beobachtungen und Analysen von u.a. Publikationen, Richtlinien oder Homepages der jeweiligen Organisationen. Das Projekt wird von Clara Holzinger geleitet. Sie ist promovierte Soziologin mit einem zusätzlichen Masterabschluss und Berufserfahrung im Bereich der Sprachdidaktik. Sie verfügt über umfangreiche Forschungserfahrung mit Fokus auf Migrationsforschung und gesellschaftliche Mehrsprachigkeit.
- Wirtschaftsuniversität Wien - 100%
- Brigitta Busch, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Jonas Hassemer, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Sonja Pöllabauer, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Johanna Hofbauer, Wirtschaftsuniversität Wien , Mentor:in
- Ingrid Piller, Macquarie University - Australien