Energiestoffwechsel und Pharmakodynamik im Gehirn - Eine Mikrodialysestudie
Energy metabolism and pharmacodynamics in the human brain using intracerebral microdialysis
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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BRAIN MICRODIALYSIS,
BRAIN METABOLISM,
ANTIBIOTICS,
ANTICONVULSANTS
Kenntnisse über die den Erkrankungen des Gehirns zugrundeliegenden pathophysiologischen Vorgänge sind für deren Verständnis und daher für deren kausale Therapie wesentlich. Die. Mikrodialysetechnik ermöglicht eine kontinuierliche und genaue Erfassung der Gewebsflüssigkeit direkt am Patienten. In Analogie zu einer Blutkapillare können chemische Substanzen sowohl zum als auch vom untersuchten Gewebe transportiert werden, wobei die Analyse der abtransportierten Flüssigkeit Rückschlüsse auf den Stoffwechsel des untersuchten Gewebes erlaubt. Eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität nach einer Subarachnoidalblutung ist ein durch Mangeldurchblutung verursachter Nervenzellschaden. Dieser Vorgang ist von Änderungen der Konzentrationen der Energiestoffwechselprodukte des Gehirns begleitet. Verschiedene routinemäßig angewandte Therapieformen haben zum Ziel, diesen Zelluntergang zu verhindern beziehungsweise zu limitieren. Um genauere Kenntnis über die Wirksamkeit dieser Therapiemaßnahmen zu erhalten, ist es Ziel dieser Studie, die Konzentration von Energiestoffwechselprodukten in den ersten Tagen nach Subarachnoidalblutung zu bestimmen, deren Änderungen mit dem klinischen Zustand und klinischen Parametern (Perfusionsdruck, Gewebssauerstoffgehalt und Blutflußgeschwindigkeit) in Beziehung zu bringen, und die bis dato nicht untersuchten Veränderungen sowohl der Energiestoffwechselproduktkonzentrationen wie der verschiedenen klinischen Parameter nach Anwendung von Therapiemaßnahmen zu untersuchen und zu vergleichen. Kenntnisse über den zeitlichen Verlauf von Medikamentenkonzentrationen im Hirngewebe könnten es in Zukunft ermöglichen, die Dosierung dieser Medikamente direkt dem Gewebsspiegel anzupassen. Dies wäre insbesondere bei Medikamenten, die ihren Wirkungsort im Hirngewebe haben, wie. Antibiotika in der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Gehirns oder Antiepileptika zur Behandlung von epileptischen Anfällen, von wesentlichem Fortschritt. Ziel dieser Studie ist es daher weiters, den bis dato nicht bekannten zeitlichen Verlauf von Konzentrationen von Antibiotika im Hirngewebe nach unterschiedlicher Gabe (intravenös und intraventrikulär) und von Antiepileptika zu bestimmen und mit dem Verlauf der Konzentrationen im Blut und im Liquor zu vergleichen.