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Fragmente der napatanischen Gesellschaft

Fragments of the Napatan Society

Angelika Lohwasser (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/H213
  • Förderprogramm Charlotte Bühler
  • Status beendet
  • Projektbeginn 07.03.2005
  • Projektende 07.03.2007
  • Bewilligungssumme 91.620 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (25%); Geschichte, Archäologie (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (50%)

Keywords

    Sudanarchäologie, Gender-Archäologie, Friedhofsanalyse, Ökologische Archäologie, Akkulturation

Abstract

Die napatanische Periode des Reiches von Kusch (8. Jh.-ca. 275 v. Chr.), deren kulturelle Spuren von Unternubien bis südlich von Khartoum zu verfolgen sind, zeichnet sich insbesondere in den Hinterlassenschaften des Königshauses durch eine starke ägyptische Prägung aus. Jedoch sind an vielen Stellen indigene Merkmale zu festzustellen, die erkennen lassen, daß sich kuschitische Inhalte ägyptischer Ausdrucksformen bedienten, der eigene "Text" also in einer fremden "Sprache" geschrieben wurde. Der Kultur der Unterschicht, von der uns nur archäologische und kein einziges Textzeugnis bekannt sind, wurde bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Nur Gräber in unterschiedlichen Formen und Ausführungen, Bestattungensitten verschiedener Art, Beigabenmaterial - meist klein - in breit gefächerten Variationen liegen uns vor. Dieses Potential soll in vorliegendem Forschungsvorhaben genutzt werden, um Fragen zur funerären Kultur der "einfachen Leute" der napatanischen Zeit zu beantworten. Im Fokus soll der Friedhof von Sanam stehen, der größte bisher ausgegrabene napatanische Privatfriedhof mit ca. 1550 Gräbern. Dort ist das breite Spektrum der Grab-, Bestattungs- und Beigabentypen gut belegt und auch für statistische Auswertungen zu nutzen. Drei Problem-kreise sollen - über eine taxonomische Studie hinaus - schwerpunktmäßig untersucht werden: 1. Fragen zum Mikrokosmos des Friedhofes von Sanam: Genese und Ausbreitung des Friedhofes, gender- und altersspezifische Merkmale, hierarchische Grenzen von Elementen der materiellen Kultur usw. 2. Fragen, die in der besonderen historischen und kulturellen Situation der napatanischen Zeit begründet sind: Akkulturation, Verarbeitung von fremden Einflüssen, Widerspiegelung unterschiedlicher Ethnien in der funerären Kultur usw. 3. Fragen die sich aus der besonderen geographischen Situation des Reiches von Kusch ergeben: Vergleiche mit Friedhöfen, die an landschaftlich und strategisch unterschiedlichen Punkten des Reiches liegen, zur Klärung, ob sich diese spezifische Situation in der materiellen Kultur widerspiegelt.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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