Entwicklung eines Risikovorhersagemodells für BRCA1 und BRCA2 Mutationsträgern (TRANsIBCCS)
Risk prediction algorithms for BRCA mutation cariiers (TRANsIBCCS)
ERA-NET: TRANSCAN
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
Cross Validation,
BRCA1 BRCA2 Marker,
BRCA1,
BRCA2
BRCA 1 und BRCA 2 Mutationsträger haben ein hohes Lebenszeitrisiko am Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Allerdings lässt sich nicht immer das genaue individuelle Risiko bei bestimmten Mutationen vorhersagen. Obwohl es inzwischen eine Reihe von genetischen und endokrinologischen Modifikatoren des Brust- und Eierstockkrebsrisikos in Mutationsträgern gibt, haben diese bis heute noch nicht in die Beratung von BRCAMutationsträgern Einzug gehalten und gängige Risikoprädiktionsmodelle haben diese Informationen noch nicht in ihren Algorithmus inkorperiert. Die ungenaue Risikovorhersage führt daher zu unterschiedlichen Risikoreduktionsstrategien innerhalb Europas, einerseits hinsichtlich vorbeugender prophylaktischer Operationen, andererseits hinsichtlich Früherkennungsstrategien. Ziel unseres Projektes ist die Evaluierung von prädikativen und hormonellen Faktoren, aber auch häufiger genetischer Varianten auf das Brust- und Eierstockkrebsrisiko in Mutationsträgerinnen. Des Weiteren soll der Einfluss der Brustdichte in Hinblick auf die Definition einer hormonsensitiven Subgruppe untersucht werden. Letztlich ist geplant, ein neues web-basiertes, umfassendes Risikoprädiktionsmodell zu entwickeln, das eine individuelle Krebsrisikovorhersage erlaubt.
Das Europäische Forschungsprojekt soll ein web- basiertes Risikovorhersage-Tool zur Bewertung des individuellen Risikos von BRCA 1 BRCA 2 Mutationsträger entwickeln, da trotz vorhandenem Wissen über hormonelle, lifestyle und genetische Modifikatoren des Brust- und Eierstockkrebsrisikos bei Mutationsträgern die altersspezifischen Risiken immer noch sehr stark innerhalb der Individuen variieren. Weiters soll zu den bekannten Modifikatoren der Einfluss der Brustdichte in die Risikovorhersage einbezogen werden. Die diagnostische Erkennung des mutierten BRCA 1 oder 2- Brustkrebsgens entscheidet über die weiteren Therapiemöglichkeiten und führt bei ungenauer Risikovorhersage zu unterschiedlichen Risikobewertungen innerhalb Europas. Das Zentrum für erblichen Brust- und Eierstockkrebs der Medizinischen Universität Wien / Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien evaluierte bzw. führte einen Abgleich der bereits vorhandenen Daten von BRCA- Mutationsträgerinnen unter Verwendung der Stammbaum- und Datenbanksoftware Progeny durch und definierte die Auswahlkriterien für die geeigneten Patientinnen. Zudem wurden bereits vorliegende radiologische Befunde von geeigneten BRCA- Mutationsträgerinnen erhoben. Fehlende Parameter bzw. Befunde, vor allem auswärtige Mammographien, wurden von den Mutationsträgerinnen und in weiterer Folge von den betreuenden Radiologen angefordert und nach Erhalt entsprechend den Vorgaben für Auflösung und Format durch Einscannen digitalisiert und pseudonymisiert. Ein weiterer Schritt war die postalische Aussendung von Fragebögen betreffend der Lebensqualität an 316 BRCA- Mutationsträgerinnen, die laufend retourniert wurden. Die erhobenen Daten anhand der ausgefüllten Fragebögen wurden in die entsprechende Datenbank eingetragen und kontinuierlich an die Europäischen Projektpartner zur weiteren Auswertung weitergeleitet.
- Karin Kast, Technische Universität Dresden - Deutschland
- Nadine Andrieu, Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale - Frankreich
- Carla H. Van Gils, University Medical Center Utrecht - Niederlande
- Anna Jakubowska, Pomeranian Medical University - Polen
- Douglas Easton, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich