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re:tangent - Remote Tangible Engagements

re:tangent - Remote Tangible Engagements

Verena Fuchsberger-Staufer (ORCID: 0000-0002-1179-1990)
  • Grant-DOI 10.55776/I3580
  • Förderprogramm Einzelprojekte International
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2018
  • Projektende 31.08.2022
  • Bewilligungssumme 297.777 €
  • Projekt-Website

Bilaterale Ausschreibung: Belgien

Wissenschaftsdisziplinen

Informatik (100%)

Keywords

    Human-Computer Interaction, Tangible Interaction, Participatory Design, Speculative Design, Dislocated Families, Interaction Design

Abstract Endbericht

Soziale Interaktionen zwischen Familienmitgliedern sind essenziell für das individuelle Wohlbefinden. Allerdings leben Familien immer öfter voneinander getrennt. Digitale Technologien können helfen, die emotionalen Auswirkungen dieser Distanzen zu mildern, z.B. durch die Möglichkeit von Audio- und Videokommunikation. Diese Technologien schränken den Kontakt jedoch darauf ein, miteinander sprechen und sich sehen zu können, ohne Möglichkeit von Berührungen und physischen Interaktionen. Dieses Forschungsprojekt zielt darauf ab, Technologien zu erforschen, die physische Interaktionen über Distanz hinweg ermöglichen. Insbesondere geht es um Großeltern und ihre Enkelkindern, welche möglicherweise Nachteile der räumlichen Trennung erleben (z.B. Verlust von enger Bindung und Nähe). Dazu wird ein Fokus auf das voneinander entfernte, aber gemeinsame Spielen gelegt, indem neuartige Formen von Brettspielen und Spielzeugen gestaltet und erforscht werden. Zu diesem Zweck werden von den ForscherInnen angreifbare Materialien erkundet, die ferne physische Erlebnisse unterstützen könnten. Die Forschung wird sich auch damit befassen, wie solche spielerische Interaktionen Großeltern und Enkelkinder helfen können, bedeutsame Beziehungen über die Distanz hinweg aufzubauen und beizubehalten. Schlussendlich wird das Projekt neuartige Ideen für Technologien entwerfen. Manche davon können dann tatsächlich ausprobiert werden, um die Konsequenzen der spielerischen Ansätze für die Familienmitglieder besser zu verstehen und zu unterstützen. Die Ergebnisse des Projekts werden bestehende Technologien ergänzen, indem Möglichkeiten geschaffen werden, die über Audio- und Videokontakt hinausgehen. Zum einen werden die ForscherInnen das Potenzial neuer Materialien und Technologienhinsichtlich kommunikativer und spielerischer, entfernter, Einsatzmöglichkeiten erforschen. Zum anderen wird versucht, herauszufinden, was gute Beziehungen zwischen Großeltern und ihren Enkelkindern ausmacht, um schließlich eine Unterstützung für entfernte Beziehungen gestalten zu können.

Ausschlaggebend für das Projekt "re:tangent - remote tangible engagements" war die Beobachtung, dass in Distanzbeziehungen zwischen Großeltern und Enkelkindern gemeinsame "angreifbare" Elemente oft fehlen. Vorhandene audio-visuelle Kommunikationsmöglichkeiten (z.B. WhatsApp, Zoom) integrieren die physische Umgebung kaum. Das bedeutet, dass Objekte und Räume in der Kommunikation über Distanz vernachlässigt werden, obwohl sie in face-to-face Treffen eine große Rolle spielen - beim gemeinsamen Spiel mit Spielzeug, dem Sammeln von Blättern oder Streicheln der Katze. Um herauszufinden, wie Fernbeziehungen "angreifbarer" werden könnten, haben wir folgende Fragen gestellt: Wie können digitale und physische Materialien bestmöglich kombiniert werden? Welche angreifbaren Elemente unterstützen gemeinsame Erlebnisse? Anhand von qualitativen Studien zur Erhebung von Erlebnissen, und Materialstudien zur Gestaltung von Prototypen angreifbarer Interaktionen, haben wir Möglichkeiten für digital-physische Treffen untersucht. In einer Studie haben wir beispielsweise mit unkonventionellen Formen von Fernkommunikation experimentiert, etwa anhand von Briefen ohne Text. Dabei fanden wir unter Anderem heraus, dass durch die Reduktion von Komplexität die Verbundenheit über die Ferne hinweg sogar stärker werden kann. Da die COVID-19 Pandemie für viele Großeltern und Enkelkinder bedeutete, sich online zu treffen, haben wir eine qualitative Befragung durchgeführt um herauszufinden, welche Rolle Objekte dabei spielten. 85 Personen teilten ihre Erfahrungen mit uns, die eine enorme Kreativität aufwiesen. Bspw. wurde deutlich, dass unterschiedliche Objekte in die audio-visuelle Kommunikation einbezogen wurden, sei es durch das Herzeigen oder Reden über Haustiere, Spielsachen oder bestimmte Kekse. Viele davon waren schon vor den Online-Treffen wichtig und überdauerten sie. Auch Räume wurden in die Treffen miteinbezogen, wenn sie sich gegenseitig Gärten oder Werkstätten zeigten. Um die Rolle von physischen Räumen weiter zu explorieren, haben wir verschiedene Aktivitäten entwickelt, die Räume in unerwarteten Wegen nutzen. Zum Beispiel konnten Großeltern und Enkelkinder entfernt voneinander mit einer Rakete durch Sterne und Planeten fliegen. Aus Karton gefertigt und von der Decke hängend wurde so ein "Universum" gemeinsam entdeckt, während die Rakete ein Smartphone trug, auf welchem eine Video-Konversation lief. Diese Aktivitäten wurden von 4 Großeltern-Enkelkinder-Paaren erprobt, wobei sich zeigte, dass die Kombination von vorhandener Technologie (Smartphone mit Video-Konversation) mit bestimmten Eigenschaften des physischen Raumes vielversprechend ist, um neue, spielerische Arten des Zusammenseins über Distanz hinweg zu ermöglichen. Neben der Relevanz des physischen Raumes hat sich in unserer Forschung auch herausgestellt, dass die Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und bestimmten Objekten (z.B. Kleidung, Spiele, Bücher) eine besondere Rolle einnimmt. Deshalb haben wir anhand von sogenannten "wearables" (d.h. tragbarerer Technologie) untersucht, wie Distanzbeziehungen am Körper fühlbar werden könnten. Wir haben dafür Westen kreiert, die sich aufheizen oder "atmen", angedeutet durch Bewegungen des Textils. Dabei sollte nicht nur ein Gefühl von Verbundenheit hergestellt, sondern auch kritisch hinterfragt werden, was es bedeutet, voneinander entfernt zu sein, d.h. ob Gefühle von Entfernung überhaupt verringert werden könnten und sollten.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Martin Murer, Universität Salzburg , ehemalige:r Projektleiter:in
  • Verena Fuchsberger-Staufer, Universität Salzburg , ehemalige:r Projektleiter:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Bieke Zaman, Katholieke Universiteit Leuven - Belgien

Research Output

  • 102 Zitationen
  • 15 Publikationen
  • 2 Künstlerischer Output
  • 5 Disseminationen
  • 3 Wissenschaftliche Auszeichnungen
Publikationen
  • 2024
    Titel Remote, but Tangible: Activities for Grandparents and Grandchildren across Physical Spaces
    DOI 10.1145/3623509.3635260
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Fuchsberger V
    Seiten 1-7
  • 2023
    Titel Communication between grandparents and young grandchildren over distance: Establishing contact with constitutive nonhumans
    DOI 10.1177/14614448231183703
    Typ Journal Article
    Autor Beuthel J
    Journal New Media & Society
  • 2023
    Titel Sustaining grandparent-grandchild relationships across physical and digital spheres
    Typ PhD Thesis
    Autor Nouwen, Marije
  • 2023
    Titel Wearable manifestations of felt experiences
    Typ PhD Thesis
    Autor Beuthel, Janne Mascha
  • 2019
    Titel Dislocated Boardgames: Design Potentials for Remote Tangible Play
    DOI 10.3390/mti3040072
    Typ Journal Article
    Autor Maurer B
    Journal Multimodal Technologies and Interaction
    Seiten 72
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Material Manifestations of Dislocation and (Re)connection
    DOI 10.18420/ecscw2019_ws4
    Typ Other
    Autor Krischkowsky A
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Exploring Bodily Heirlooms: Material Ways to Prolong Closeness Beyond Death
    DOI 10.1145/3527927.3532788
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Beuthel J
    Seiten 135-145
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Exploring Remote Communication through Design Interventions: Material and Bodily Considerations
    DOI 10.1145/3546155.3546650
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Beuthel J
    Seiten 1-13
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Designing for Tangible (Un-)Connectedness
    DOI 10.1145/3393914.3395916
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Fuchsberger V
    Seiten 409-412
  • 2021
    Titel Grandparents and Grandchildren Meeting Online: The Role of Material Things in Remote Settings
    DOI 10.1145/3411764.3445191
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Fuchsberger V
    Seiten 1-14
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Experiencing Distance: Wearable Engagements with Remote Relationships
    DOI 10.1145/3430524.3446071
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Beuthel J
    Seiten 1-13
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Human-Computer Agencies: Critical-Material Inquiries into Human and Nonhuman Agencies
    Typ Postdoctoral Thesis
    Autor Fuchsberger-Staufer, Verena
  • 2017
    Titel Draft Genome Sequences of the Black Rock Fungus Knufia petricola and Its Spontaneous Nonmelanized Mutant
    DOI 10.1128/genomea.01242-17
    Typ Journal Article
    Autor Tesei D
    Journal Genome Announcements
    Link Publikation
  • 2019
    Titel Experiencing Materialized Reading: Individuals’ Encounters with Books
    DOI 10.1007/978-3-030-29390-1_11
    Typ Book Chapter
    Autor Fuchsberger V
    Verlag Springer Nature
    Seiten 203-224
  • 2021
    Titel Developing Ideas and Methods for Supporting Whole Body Interaction in Remote Co-Design with Children
    DOI 10.1145/3459990.3460520
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Nygren M
    Seiten 675-678
    Link Publikation
Künstlerischer Output
  • 2021
    Titel Salt&Water
    Typ Artwork
  • 2021
    Titel Bodily heirlooms
    Typ Artwork
Disseminationen
  • 2019 Link
    Titel "Digital Salon" participation
    Typ A talk or presentation
    Link Link
  • 2023
    Titel Invited Talk at a University (Estonia)
    Typ A talk or presentation
  • 2019 Link
    Titel Keynote at the Meeting of the Austrian Rail Company (ÖBB) Women's Network
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Blog entry
    Typ Engagement focused website, blog or social media channel
    Link Link
  • 2020 Link
    Titel Local news article
    Typ A press release, press conference or response to a media enquiry/interview
    Link Link
Wissenschaftliche Auszeichnungen
  • 2022
    Titel Honorable mention award for the conference paper: Janne Mascha Beuthel and Verena Fuchsberger. 2022. Exploring Bodily Heirlooms: Material Ways to Prolong Closeness Beyond Death. In Creativity and Cognition (C&C '22). ACM, NY, USA, 135-145. DOI:http: //dx.doi.org/10.1145/3527927.3532788
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2019
    Titel Reviewers' choice award for the publication: Verena Fuchsberger and Thomas Meneweger. 2019. Experiencing Materialized Reading: Individuals' Encounters with Books. In Human-Computer Interaction - INTERACT 2019, David Lamas, Fernando Loizides, Lennart Nacke, Helen Petrie, Marco Winckler, and Panayiotis Zaphiris (Eds.). Springer International Publishing, Cham, 203-224. DOI:http://dx.doi.org/10.1007/978-3-030-29390-1_11
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad Continental/International
  • 2018
    Titel Hedy-Lamarr-Prize 2018 for innovative women in IT
    Typ Research prize
    Bekanntheitsgrad National (any country)

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