Bilaterale Ausschreibung: Slowenien
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
Transparency-Idiosyncrasy Span,
The (De)Verbal Domain,
Prosodic Pattern,
Western South Slavic,
Derivation-Inflection Continuum
Verschiedene Wörter können einen gemeinsamen Teil haben, z.B. einen Stamm (Österreich und Österreichisch) oder eine Endung (Slowenisch und Österreichisch). Man spricht dann von relatierten Wörtern. Relatiertheit ist keine Alles-oder-Nichts-Sache: Manche Wörter sind enger relatiert als andere. Wir wissen schon, dass Wörter, die das gleiche Betonungsmuster aufweisen (z. B. generieren und Generierung), tendenziell enger relatiert sind als Wörter, die unterschiedliche Betonungsmuster haben (generieren und Generation). Da nicht immer klar ist, welcher Teil des Wortes für die Betonung verantwortlich ist, handelt es sich in vielen Relatiertheitsforschungen um Wortteile, ohne der Betonung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Darüber hinaus wissen wir, dass es in dieser Hinsicht wichtige Unterschiede zwischen Nomen und Verben gibt, aber bis heute gibt es dazu keine vollständige Analyse. In diesem Projekt untersuchen wir, wie die Betonung als Relatiertheitsmarker in slowenischen und serbokroatischen Verben wirkt. Diese beiden Sprachen eignen sich besonders für diese Forschung, weil sie vielfach die Betonung verwenden, um verschiedene Stufen der Relatiertheit zu markieren, was dazu führt, dass Wörter aus den gleichen Teilen bestehen können, aber unterschiedliche Betonung aufweisen. Zum Beispiel kann das serbokroatische Verb mati "haben" (Betonung auf der ersten Silbe) unter Verwendung desselben Suffixes zwei Substantive ableiten: das eng relatierte manje, was "Haben" bedeutet und die Betonung auf derselben Silbe hat wie das Verb und das nicht so nah relatierte imnje, das "Eigentum" bedeutet und, anders als das Verb, die Betonung auf der zweiten Silbe hat. Um ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten, konzentrieren wir uns auf die am besten beschriebenen Versionen dieser Sprachen: Standard-Slowenisch (das nur den Akzent hat) und Standard-Serbokroatisch (Akzent und Ton). Die beiden Sprachen ähneln sich sehr in der Struktur ihrer Wörter, aber sie unterscheiden sich stark darin, wie sie die Betonung verwenden, was sie für unsere Zwecke besonders wertvoll macht. Die Verben und daraus abgeleiteten Wörter werden gewählt, weil jedes Verb in diesen Sprachen Dutzende von Formen und Derivate hat, was es ermöglicht, ihre Betonung in Interaktionen mit verschiedenen Arten von Endungen zu beobachten. Das wichtigste empirische Ziel dieses Projekts ist eine vollständige Beschreibung aller Veränderungen in Betonung, die ein Verb in all den unterschiedlichen Kombinationen aufweisen kann. Dazu werden wir die vorhandenen Beschreibungen und Korpusdaten verwenden, aber auch die Intuitionen der Sprecher mithilfe der Projektwebsites und der Präsenz auf den sozialen Netzwerken sammeln. Basierend auf der vollständigen Beschreibung wird ein vollwertiges Modell der Art und Weise wie die Betonung verwendet wird um Wörtrelatierheit auszudrücken, erstellt.
Das Projekt war eine bilaterale Forschungskooperation zwischen Wissenschaftlern der Universitäten Graz und Nova Gorica. Ziel war es, die intensivere und grundlegendere Nutzung quantitativer Daten in der linguistischen Theoriebildung voranzutreiben, insbesondere bei der Beurteilung der gegenseitigen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten von Phänomenen aus verschiedenen Ebenen der Grammatik: Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand das Verbsystem in den westsüdslawischen Sprachen, insbesondere in Bosnisch / Kroatisch / Montenegrinisch / Serbisch und Slowenisch - Sprachen, die für ihre reichhaltige Verbalmorphologie und -semantik sowie für bemerkenswerte gegenseitige Unterschiede bekannt sind. Letztlich ging es um jene Eigenschaften von Verben, die üblicherweise als willkürlich angesehen werden, wie z. B. die Wahl des Themenvokals oder die Verfügbarkeit bestimmter deverbaler Ableitungen. Wir untersuchten, inwieweit diese Eigenschaften tatsächlich regelmäßige Muster aufweisen, deren Komplexität nur durch die Erkenntnisse aus den umfangreichen Datenbanken, die im Rahmen des Projekts erstellt wurden, aufgedeckt werden konnte. Die veröffentlichten Arbeiten enthalten in der Tat einige unerwartete, aber aufschlussreiche Ergebnisse, über die zuvor nicht berichtet worden war. Was die Ergebnisse betrifft, so wurden vier umfangreiche und reich mit Anmerkungen versehene Datenbanken erstellt. Zwei davon sind bereits im CLARIN-Repository veröffentlicht, zwei weitere befinden sich in der Endphase der Vorbereitung. Wir sind besonders stolz auf diese Ergebnisse, da sie zu den reichhaltigsten Datenbanken gehören, die für die linguistische Forschung zur Verfügung stehen. Sie sind manuel annottiert und umfassen die Bereiche Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik von Tausenden von Verben und bieten wertvolle Ressourcen für anspruchsvolle quantitative interdisziplinäre Forschung. Die Datenbanken können auch für verschiedene Zwecke des Sprachenlernens und -lehrens genutzt werden und dienen als ausgewogene Quellen von Stimuli für linguistische Experimente. Weitere Ergebnisse sind die Veröffentlichung von mehr als 20 Artikeln, die aus dem Projekt hervorgegangen sind, unter anderem in Zeitschriften wie Linguistics, Glossa und dem Journal of Slavic Linguistics. Darüber hinaus wurde eine Monographie fertiggestellt, zur Veröffentlichung angenommen und wird derzeit von Language Science Press, einem führenden Open-Access-Verlag für Linguistik, veröffentlicht. Drei Veranstaltungen wurden ebenfalls im Rahmen des Projekts organisiert, entweder unabhängig oder als Satellitenveranstaltungen zu großen Konferenzen. Das Projekt hat die Entwicklung der Forschungszusammenarbeit zwischen den Forschungsgruppen in Graz und Nova Gorica erheblich erleichtert. Ein Doktorand hat sein Studium als Ergebnis des Projekts erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus wurde ein Folgeprojekt über Multifunktionalität in der Grammatik vorbereitet und finanziert, während ein weiteres Projekt, das sich auf die Anwendung der computergestützten Netzwerkanalyse auf die erstellten Datenbanken konzentriert, eingereicht wurde und derzeit evaluiert wird.
- Universität Graz - 100%
- Franc Marusic, University of Nova Gorica - Slowenien
Research Output
- 26 Zitationen
- 24 Publikationen
- 2 Datasets & Models
- 1 Weitere Förderungen
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2025
Titel Secondary imperfectivisation is reverbalisation DOI 10.1007/s11525-025-09440-7 Typ Journal Article Autor Arsenijevic B Journal Morphology Seiten 271-304 Link Publikation -
2020
Titel Categories, Root Complexes and Default Stress: Slovenian Nominalizations Revisited DOI 10.4312/linguistica.60.1.103-117 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Linguistica Seiten 103-117 Link Publikation -
2020
Titel vov Is in the Air: The Extreme Multifunctionality of the Slovenian Affix ov DOI 10.4312/linguistica.60.1.83-102 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Linguistica Seiten 83-102 Link Publikation -
2024
Titel Theme-vowel minimal pairs show argument structure alternations DOI 10.1017/s0022226723000415 Typ Journal Article Autor Kovacevic P Journal Journal of Linguistics Seiten 859-888 Link Publikation -
2023
Titel Dozoreti, dozorevati; izgoreti, izgorevati o sekundarnih nedovršnikih netožilniških glagolov v slovenščini Typ Conference Proceeding Abstract Autor Petra Mišmaš Konferenz Škrabčevi dnevi 12 -
2023
Titel Expletive Dative clitics are situation pronouns DOI 10.30687/bes/2785-3187/2023/01/003 Typ Journal Article Autor Milosavljevic S Journal 3 | 1 | 2023 Link Publikation -
2023
Titel The interaction between theme vowels and secondary imperfectives in Slovenian: The curious case of ava and eva Typ Journal Article Autor Mišmaš P Journal Journal of Slavic Linguistics Seiten 1-21 Link Publikation -
2023
Titel Serbo-Croatian secondary imperfectivisers consist of theme vowels Typ Journal Article Autor Milosavljević S Journal Journal of Slavic Linguistics Seiten 1-27 Link Publikation -
2023
Titel Avoiding stress on non-lexical material in nouns and verbs: predictable verb prosody in Serbo-Croatian stress standard varieties DOI 10.1515/ling-2020-0111 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Linguistics Seiten 1105-1130 Link Publikation -
2023
Titel Specification of telicity in Serbo-Croatian, without null prefixes; In: Advances in formal Slavic linguistics 2021 Typ Book Chapter Autor Arsenijevic B Verlag Lnaguage Science Press Seiten 1-38 Link Publikation -
2022
Titel The intensifying accusative clitic ga 'it' in Serbian: from syntax to pragmatics Typ Conference Proceeding Abstract Autor Aleksandra Milosavljević Konferenz ConSOLE Seiten 63-88 Link Publikation -
2022
Titel The delimitative prefix po-, durative adverbials and Slavic aspectual composition Typ Conference Proceeding Abstract Autor Stefan Milosavljević Konferenz ConSOLE Seiten 17-42 Link Publikation -
2022
Titel Derivational Affixes as Roots Across Categories DOI 10.1353/jsl.2022.a909904 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Journal of Slavic Linguistics Seiten 195-233 -
2022
Titel Neo-Štokavian deverbal je-nominalisations contain passive participles DOI 10.1353/jsl.2022.a923074 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Journal of Slavic Linguistics Seiten 1-13 Link Publikation -
2023
Titel Specification of event duration and aspectual composition in Slavic Typ PhD Thesis Autor Stefan Milosavljević Link Publikation -
2023
Titel Simple imperfective verbs, the sequence of similar events interpretation, and Slavic aspectual composition DOI 10.5281/zenodo.10123645 Typ Book Chapter Verlag Language Science Press Link Publikation -
2022
Titel Netožilniški glagoli, tematski vokali in slovenščina; In: Slavistična prepletanja 1 DOI 10.18690/um.ff.3.2022.2 Typ Book Chapter Verlag University of Maribor Press -
2022
Titel Lowest theme vowels or highest roots? An ‘unaccusative’ theme-vowel class in Slovenian DOI 10.16995/glossa.5809 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Glossa: a journal of general linguistics Link Publikation -
2020
Titel Serbo-Croatian is developing stem-based prosody. Why so?; In: Advances in Formal Slavic Linguistics 2017 Typ Book Chapter Autor Simonovic M Verlag Lnaguage Science Press Seiten 305-322 Link Publikation -
2020
Titel Syntax predicts prosody: Multi-purpose morphemes in Serbo-Croatian; In: Advances in Formal Slavic Linguistics 2017 Typ Book Chapter Autor Simonovic Verlag Lnaguage Science Press Seiten 277-304 Link Publikation -
2020
Titel Plavanje da, zaplavanje ne? Obrazilo -je v glagolnikih in drugih okoljih v vseslovanskem kontekstu Typ Conference Proceeding Abstract Autor Marko Simonović Konferenz Slovenski jezik in književnost v srednjeevropskem prostoru. (Slovenski slavistični kongres, Gradec/Graz in Maribor, 1.-3. oktober, 8.-9. oktober 2020) Seiten 221-231 Link Publikation -
2023
Titel Theme-vowel class indeterminacy and root allomorphy in Slovenian DOI 10.16995/glossa.8550 Typ Journal Article Autor Simonovic M Journal Glossa: a journal of general linguistics Link Publikation -
2022
Titel THE PRONOUN SAM ‘SELF’ IN SERBO-CROATIAN AND BINDING THEORY DOI 10.46630/jkaj.2022.3 Typ Book Chapter Autor Arsenijevic B Verlag University of Nis - Faculty of Philosophy Seiten 57-66 Link Publikation -
2022
Titel What differentiates Serbo-Croatian verbal theme vowels: content or markedness? DOI 10.16995/glossa.8535 Typ Journal Article Autor Milosavljevic S Journal Glossa: a journal of general linguistics Link Publikation
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2024
Link
Titel The Western South Slavic verbal suffix -nV/-ne DOI 10.5281/zenodo.13912034 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link -
2024
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Titel The Western South Slavic verbal suffix -nV/-ne DOI 10.5281/zenodo.13912035 Typ Database/Collection of data Öffentlich zugänglich Link Link
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2023
Titel Verbal suffes and theme vowels: Diferent or the same? Typ Travel/small personal Förderbeginn 2023