Personalisierte Therapie der IgA Nephropathie (PersTIgAN)
Personalized Treatment in IgA Nephrpopathy (PersTIgAN)
ERA-NET: Permed
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (25%); Klinische Medizin (75%)
Keywords
-
Chronic kidney disease,
Personalized Medicine,
IgA nephropathy,
Biomarker,
Proteomics
IgA-Nephropathie (IgAN) ist die häufigste primäre Glomerulonephritis, eine der häufigsten Ursachen für dialysepflichtige Nierenerkrankungen vor allem bei jungen Menschen. Verschiedene therapeutische Optionen sind verfügbar, aber nur ein Bruchteil der Patienten spricht auf spezifische Behandlungen an. Eindeutige diagnostische oder klinische Kriterien, wer auf eine Therapie anspricht, fehlen. Um besser vorhersagen zu können, welcher Patient mit einer IgAN auf eine immunsuppressive Therapie anspricht, zielt das Projekt auf die Entwicklung eines Biomarker- basierten Algorithmus ab. Auf diese Weise soll die Therapie personalisiert und das Patientenmanagement signifikant verbessert werden. Das Projekt basiert auf umfangreichen früheren Arbeiten zu Peptid-Protein-Biomarkern im Urin und zu IgAN von Mitgliedern des Konsortiums. Wir konnten zeigen, dass Klassifikatoren, die auf spezifischen, persönlichen, molekularen Urin-Peptiden basieren, eine frühzeitige Erkennung und Intervention bei chronischen Nierenerkrankungen ermöglichen. Weitere Studien zeigten das Vorhandensein ähnlicher spezifischer Biomarker für IgAN. Die Fähigkeit von Urinpeptiden, eine Arzneimittelreaktion anzuzeigen, konnte in neueren Studien ebenso bestätigt werden. Die Technologie der Kapillarelektrophorese gekoppelt mit der Massenspektrometrie (CE-MS) wird mittlerweile als eine Routine-Analyse-Technik für die individuelle Diagnose auch in großen randomisierten klinischen Studien angewandt. Darüber hinaus haben Partner in PersTIgAN große IgAN-Registrierungsprojekte durchgeführt. Auf der Grundlage dieser umfangreichen Erfahrung wird die Anwendung von CE-MS als Leitfaden für personalisierte Intervention in IgAN vorgeschlagen. Unter Verwendung von Urin-Proben von Patienten mit bekannter IgAN aus mehreren klinischen Zentren werden Urinpeptide identifiziert, die signifikant mit dem Ansprechen auf eine spezifische Behandlung assoziiert sind. Basierend auf diesen Ergebnissen wird ein Algorithmus zur Vorhersage der Effektivität einer immunsuppressiven Therapie entwickelt und in einer unabhängigen Studienpopulation explorativ getestet. Wenn dieser Algorithmus, der eine personalisierte Intervention in IgAN ermöglicht, signifikante Vorteile aufweist, wird eine klinische Studie entwickelt, um den Einsatz in der Routineversorgung in Zukunft zu unterstützen. Die große Anzahl führender klinischer Zentren als Partner im Konsortium wird die klinische Umsetzung wesentlich erleichtern.
IgA-Nephropathie (IgAN) ist die häufigste primäre Glomerulonephritis und eine der Hauptursachen für dialysepflichtige Nierenerkrankung bei Erwachsenen ohne Diabetes. Es existieren zwar verschiedene therapeutische Optionen, aber nur ein Teil der Patienten spricht auf spezifische Behandlungen an. Parameter zur Vorhersage der Prognose und des Ansprechens auf die Behandlung existieren zwar, jedoch kann man diese entweder nur zum Zeitpunkt der Nierenbiopsie einsetzen, oder sie sind nur eingeschränkt für den jeweiligen Patienten/für die jeweilige Patientin individualisierbar. Um diesen dringenden Bedarf zu decken, zielte das Projekt Perstigan darauf ab, einen personalisierten Biomarker-basierten Algorithmus zu entwickeln, der die Prognose und nach Möglichkeit auch das Ansprechen auf medikamentöse Therapie bei IgAN vorhersagt, dadurch die Intervention individualisiert und das Patientenmanagement verbessert. Das multinationale Projekt basierte auf umfangreichen früheren Arbeiten der Konsortiumsmitglieder zu Peptid-/Protein-Biomarkern im Urin und deren Erfahrungen mit IgAN. Zur Identifizierung von Urin-Proteom-Profilen verwendete man die Kapillarelektrophorese-gekoppelte Massenspektrometrie (CE-MS). Dies ist eine routinemäßige Analysetechnik, die zur individuellen Diagnose, auch in großen randomisierten klinischen Studien, angewendet wird. Basierend auf der Analyse von Urinproben von IgAN-Patienten und klinischen Daten hat das Konsortium Perstigan nun ein Proteom-Profil im Urin identifiziert, das IgAN237 genannt wurde. Das molekulare Profil IgAN237 demonstrierte eine Risikostratifizierung, die mit einer (invasiven) Biopsie-geführten Stratifizierung vergleichbar ist. IgAN237 zeigte zudem eine signifikant bessere Vorhersage der renalen Prognose von Patienten mit IgAN im Vergleich zu herkömmlichen klinischen Parametern. Eine ergänzende pragmatische prospektive Studie (Addendum zum Projektantrag) soll nun die Einsetzbarkeit dieses Konzepts in der täglichen medizinischen Praxis demonstrieren. Darüber hinaus haben Partner in Perstigan IgAN Register Projekte durchgeführt. Ein Algorithmus zur Vorhersage der renalen Prognose (d.h. der Dynamik der Nierenfunktion) auf der Grundlage von IgAN237 und anderer relevanter Variablen wurde entwickelt und in unabhängigen IgAN Kohorten getestet.
- Joachim Beige, Martin-Luther-Universität Halle/S. - Deutschland
- Justyna Siwy, Mosaiques Diagnostics GmbH - Deutschland
- Heather Reich, University of Toronto - Kanada
- Bernd Stegmayr, Umea University - Schweden
- Ana Belen Sanz, Hospital Universitario Fundacion Jimenez Diaz - Spanien
Research Output
- 65 Zitationen
- 3 Publikationen
-
2020
Titel Urine proteomics for prediction of disease progression in patients with IgA nephropathy DOI 10.1093/ndt/gfaa307 Typ Journal Article Autor Rudnicki M Journal Nephrology Dialysis Transplantation Seiten 42-52 Link Publikation -
2023
Titel Dynamics of urine proteomics biomarker and disease progression in patients with IgA nephropathy DOI 10.25673/115164 Typ Other Autor Beige J Link Publikation -
2023
Titel Dynamics of urine proteomics biomarker and disease progression in patients with IgA nephropathy DOI 10.1093/ndt/gfad125 Typ Journal Article Autor Peters B Journal Nephrology Dialysis Transplantation Seiten 2826-2834 Link Publikation