Megaplasmide in der Pathogen-Evolution: Bacillus cereus
Role of megaplasmids in pathogen emergence: Bacillus cereus
Bilaterale Ausschreibung: Frankreich
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
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Bacillus cereus,
Magaplasmid Coevolution,
Food Safety,
Toxin,
Emergence Of Pathogen
Horizontalen Gentransfers (HGT) ist häufig die Ursache für das Auftreten von neuen pathogen Bakterienstämmen die, auf Grund ihrer verbesserten oder neu gewonnenen Anpassungseigenschaften, neue ökologische Nischen erobern und besiedeln können. In der Bacillus cereus Gruppe, deren Vertreter in sehr vielen verschiedenen ökologischen Nischen zu finden sind, findet man zwei Beispiele für solch einen Gentransfer: Bacillus anthracis, ein gefährliches Humanpathogen und emetische B. cereus, die schwerwiegende Lebensmittelvergiftungen auslösen können. Beide Pathogenen besitzen Megaplasmide, die Toxingene kodieren und beide Vertreter der B. cereus Gruppe sind an spezielle ökologische Nischen angepasst: B. anthracis an den humanen Wirt, emetische B. cereus an bestimmte Lebensmittel. Unsere Hypothese ist es, dass pCER20, das Megaplasmid, das die Gene für die Produktion des potenten emetischen Toxins Cereulid trägt, eine wichtige Rolle bei dieser Spezialisierung der emetischen Stämme spielt. Es wird eine breite Palette von phänotypischen Assays eingesetzt, die bereits in den Laboren der beiden Projektpartner in Österreich und Frankreich etabliert sind, um die spezifischen Umweltbedingungen herauszufinden und die plasmidkodierten genetischen Faktoren zu identifizieren, welche für die ausgeprägte Anpassungsfähigkeit von emetischen B. cereus an speziellen ökologischen Nischen verantwortlich sind. Da unsere bisherigen Arbeiten darauf hindeuten, dass ein intensiver Cross- Talk zwischen dem Plasmid und dem Chromosom emetischen B. cereus existiert, ähnlich dem Plasmid- Chromosom Cross-Talk in B. anthracis, werden wir OMIC-Technologien einsetzen, um diesen regulatorische Austausch näher zu untersuchen. Plasmide gehören zu dem sog. Mobilom der Bakterien, daher untersuchen wir das Risiko einer Verbreitung des Virulenz-Megaplasmids pCER270 in der B. cereus Gruppe via HGT. Durch Konjugationsexperimente soll aufgeklärt werden, wie durch den Transfer eines Megaplasmids aus einem nichtpathogenen Bakterium ein pathogenes Bakterium werden kann. Die aus diesen Untersuchungen resultierenden Ergebnisse werden es uns erstmalig ermöglichen ein Gesamtbild dieser Kommunikation zwischen einem genetisch mobilen Element, dem Toxinplasmid, und dem Chromosom in emetischen B. cereus zu zeichnen. Die Ergebnisse dieses Projekt können daher einen wichtigen Beitrag zu dem Verständnis von Mechanismen leisten, die das Auftreten und die Entwicklung von neuen Pathotypen fördern. Durch das Projekt werden neue Erkenntnisse zur Bedeutung von Megaplasmiden und deren Beitrag zu den komplexen regulatorischen Netzwerken in Bakterien gewonnen. Darüber hinaus eröffnet das gewonnen Wissen über die Anpassungsmechanismen emetischen Stämme an Lebensmittel neue Perspektiven zur Entwicklung von Präventionsstrategien in der Lebensmittelindustrie und kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit leisten.
Die Bedeutung von Megaplasmiden für die Evolution von Pathogenen. Horizontaler Gentransfer (HGT) ist häufig die Ursache für das Auftreten von neuen pathogen Bakterienstämmen die, auf Grund ihrer verbesserten oder neu gewonnenen Anpassungseigenschaften, neue ökologische Nischen erobern und besiedeln können. In der Bacillus cereus Gruppe, deren Vertreter in sehr vielen verschiedenen ökologischen Nischen zu finden sind, findet man zwei Beispiele für solch einen Gentransfer: Bacillus anthracis, ein gefährliches Humanpathogen sowie emetische Bacillus cereus, die schwerwiegende Lebensmittelvergiftungen auslösen können. Beide Pathogene besitzen Megaplasmide, die Toxingene kodieren. Außerdem sind beide Vertreter der B. cereus Gruppe an spezielle ökologische Nischen angepasst: B. anthracis an den humanen Wirt, emetische B. cereus an bestimmte Lebensmittel. Im Rahmen dieses Projektes haben wir die Rolle und die Bedeutung des pCER270 Megaplasmids, das die Gene für die Produktion des potenten emetischen Toxins Cereulid trägt, für die Spezialisierung der emetischen Stämme untersucht. Es wurde eine breite Palette von phänotypischen Assays eingesetzt, um die spezifischen Umweltbedingungen herauszufinden und die plasmidkodierten genetischen Faktoren zu identifizieren, welche für die ausgeprägte Anpassungsfähigkeit von emetischen B. cereus an spezielle ökologische Nischen verantwortlich sind. Die Ergebnisse unserer Multi-Omics Studie zeigen, dass ein intensiver 'Cross- Talk' zwischen dem Plasmid und dem Chromosom emetischer B. cereus existiert. Ein Verlust des Plasmids pCER270 führt nicht nur zu einer Veränderung der Pathogenität der emetischen Stämme, sondern hat auch signifikante Auswirkungen auf die Fitness und Anpassungsfähigkeit der Bakterien. Plasmide gehören zu dem sog. 'Mobilom' der Bakterien, daher haben wir das Risiko einer Verbreitung des Virulenz-Megaplasmids pCER270 in der B. cereus Gruppe via HGT untersucht. Unserer Konjugationsexperimente in natürlichen Habitaten der Bakterien zeigten, dass durch den Transfer des Plasmids pCER270 aus einem nicht emetischen Umweltbakterium ein emetisches, toxigenes Bakterium werden kann. Die aus diesen Untersuchungen resultierenden Ergebnisse ermöglichen es uns erstmalig ein Gesamtbild dieser Kommunikation zwischen einem genetisch mobilen Element, dem Toxinplasmid, und dem Chromosom in emetischen B. cereus zu zeichnen. Die Ergebnisse dieses Projekt leisten daher einen wichtigen Beitrag zu dem Verständnis von Mechanismen, die das Auftreten und die Entwicklung von neuen Pathotypen fördern. Durch das Projekt konnten neue Erkenntnisse zur Bedeutung von Megaplasmiden und deren Beitrag zu den komplexen regulatorischen Netzwerken in Bakterien gewonnen werden. Darüber hinaus eröffnet das gewonnen Wissen über die Anpassungsmechanismen emetischer Stämme an Lebensmittel neue Perspektiven zur Entwicklung von Präventionsstrategien in der Lebensmittelindustrie und kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit leisten. Die Projektergebnisse unterstreichen aber auch die Notwendigkeit neue Wege in der Diagnostik und Risikoanalyse zu beschreiten, denn die konventionelle taxonomiebasierte mikrobielle Diagnostik erlaubt keine adäquate Einschätzung der Gefährlichkeit eines Bakteriums für die Gesundheit und die Lebensmittelsicherheit.
- Didier Lereclus, INRA - Centre de recherche de Jouy-en-Josas - Frankreich
Research Output
- 35 Zitationen
- 6 Publikationen
- 2 Policies
- 1 Methoden & Materialien
- 1 Disseminationen
- 9 Wissenschaftliche Auszeichnungen
- 3 Weitere Förderungen
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2023
Titel Plasmid – Chromosome interplay in natural and non-natural hosts: global transcription study of three Bacillus cereus group strains carrying pCER270 plasmid DOI 10.1016/j.resmic.2023.104074 Typ Journal Article Autor Nevers A Journal Research in Microbiology Seiten 104074 Link Publikation -
2024
Titel Risk negotiation: a framework for One Health risk analysis DOI 10.2471/blt.23.290672 Typ Journal Article Autor Ehling-Schulz M Journal Bulletin of the World Health Organization Seiten 453-456 Link Publikation -
2024
Titel The megaplasmid pCER270 of Bacillus cereus emetic strain affects the timing of the sporulation process, spore resistance properties, and germination DOI 10.1128/aem.01029-24 Typ Journal Article Autor Perchat S Journal Applied and Environmental Microbiology Link Publikation -
2022
Titel Impact of a Novel PagR-like Transcriptional Regulator on Cereulide Toxin Synthesis in Emetic Bacillus cereus. DOI 10.3390/ijms231911479 Typ Journal Article Autor Kalbhenn Em Journal International journal of molecular sciences -
2021
Titel The Food Poisoning Toxins of Bacillus cereus. DOI 10.3390/toxins13020098 Typ Journal Article Autor Dietrich R Journal Toxins -
2021
Titel Acute Liver Failure after Ingestion of Fried Rice Balls: A Case Series of Bacillus cereus Food Poisonings DOI 10.3390/toxins14010012 Typ Journal Article Autor Schreiber N Journal Toxins Seiten 12 Link Publikation
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2025
Titel DGHM Typ Contribution to a national consultation/review -
2022
Titel President Austrian Society for Hygiene, Microbiology and Preventive Medicine (ÖGHMP) Typ Implementation circular/rapid advice/letter to e.g. Ministry of Health
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2020
Titel A novel CRISPR/Cas9 system for Bacillus cereus Typ Technology assay or reagent Öffentlich zugänglich
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2022
Titel FEI - Annual Conference of the Research Association of the German Food Industry Typ A talk or presentation
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2025
Titel FBTIS 2025: Foodborne Bacterial Toxins International Symposium. Invited keynote. Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2024
Titel Bacillus ACT 2024 - The International Conference on Bacillus anthracis, B. cereus and B. thuringiensis, New Delhi, India. Selected talk. Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2024
Titel SIP 2024: International Congress on Invertebrate Pathology and Microbial Control and the 56th Annual Meeting of the Society for Invertebrate Pathology. Invited speaker. Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International -
2023
Titel Scientific advisory panel of the research institutes for NBC protection Typ Prestigious/honorary/advisory position to an external body Bekanntheitsgrad National (any country) -
2023
Titel Guest researcher Typ Attracted visiting staff or user to your research group Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Editorial board member of microLife Typ Appointed as the editor/advisor to a journal or book series Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Visiting scientist Typ Attracted visiting staff or user to your research group Bekanntheitsgrad Continental/International -
2022
Titel Annual Conference of the Swiss Society for Food Hygiene (SGLH). Zurich, Switzerland. Invited keynote. Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad National (any country) -
2022
Titel Elected Fellow of the European Academy of Microbiology Typ Awarded honorary membership, or a fellowship, of a learned society Bekanntheitsgrad Continental/International
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2022
Titel MicRisk2030 - A novel path for microbial risk assessment and management towards sustainable food systems: employing AI-based risk management concepts from Stochastic Finance Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2022 Geldgeber Swiss National Science Foundation -
2023
Titel One Health PhD Programme - Exploration of the potential of organoids for deciphering enterotoxicity, as exemplified by the foodborne pathogen Bacillus cereus Typ Research grant (including intramural programme) Förderbeginn 2023 Geldgeber University of Veterinary Medicine Vienna -
2022
Titel ERASMUS+ (STT) Vetmeduni Staff Mobility for Training (awarded to Markus Kranzler) Typ Travel/small personal Förderbeginn 2022 Geldgeber University of Veterinary Medicine Vienna