Das Domestikations-Syndrom bei freilaufenden Hunden
The Domestication Syndrome hypothesis in free-ranging dogs
CEUS: Österreich - Polen - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Domestication,
Dog,
Social Behaviour,
Fitness,
Genetics
Forschungskontext Haustiere unterscheiden sich in vielen phänotypischen Merkmalen deutlich von ihren wilden Vorfahren. Es wird vermutet, dass diese Merkmale durch die Selektion für eine einzige Eigenschaft Zahmheit- hervorgerufen werden (DS "Domestizierungssyndrom") und nicht das Ergebnis unabhängiger Selektionsprozesse sind. Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Selektion auf Zahmheit genregulatorische Netzwerke beeinflusst, die die Migrationsrate von Neuralleistenzellen modifizieren (Neurokristopathie-Domestizierungshypothese) und somit eine Reihe von Entwicklungsprozessen beeinflussen können. Studien, die die Vorhersagen der DS-Hypothese direkt testen, sind jedoch kaum vorhanden, und Ergebnisse, die eine Entkopplung von Merkmalen bei Haustieren zeigen, haben ihre Gültigkeit in Frage gestellt. Darüber hinaus wurde die genetische Basis für die Migration von Neuralleistenzellen zwar für einige domestikationsbedingte Merkmale nachgewiesen, für andere bleibt sie jedoch unklar. Hypothese und Vorhersagen Hier testen wir die DS-Hypothese und die ihr zugrunde liegende Neurokristopathie anhand von freilaufenden Hunden. Zusammengenommen sagen die beiden Aspekte der DS-Hypothese voraus, dass Verhaltens- und morphologische Merkmale, die für domestizierte Tiere typisch sind, hoch korreliert sein sollten (P1), eine gemeinsame Entwicklungsbasis haben, die aus der Veränderung von genregulatorischen Netzwerken resultiert, die die Migration von Neuralleistenzellen beeinflussen (P2), und dass zumindest einige Merkmale mit direkten Fitnessvorteilen verbunden sein sollten (P3). Methoden Wir werden diese Vorhersagen in einer gut untersuchten Population von freilebenden Hunden in Marokko mit einer Kombination aus Verhaltens-, genetischen und ökologischen Methoden testen. Individuelle morphologische Merkmale werden anhand von Fotografien bestimmt und Verhaltensmerkmale werden durch systematische Beobachtungen des Sozialverhaltens von Artgenossen und durch Experimente (z.B. Bewertung der Neophobie und der auf den Menschen gerichteten Geselligkeit) ermittelt. Die genetische Variation, die den Verhaltensmerkmalen zugrunde liegt, wird mit Hilfe von SNP-Analysen und gezielter Sequenzierung untersucht. Die genetische Rekonstruktion der Verwandtschaftsverhältnisse wird verwendet, um die Vererbbarkeit der DS- Merkmale zu bewerten. Zu den Messgrößen für die Fitness gehören der Fortpflanzungserfolg, die Vielfalt der Ernährung (basierend auf der Analyse stabiler Isotope) sowie die Überlebensrate und der Body-Mass-Index der Jungtiere. Originalität Diese Studie wird den ersten umfassenden Test der DS-Hypothese unter Berücksichtigung der verhaltensbezogenen, morphologischen und genetischen Aspekte durch Anwendung eines multidisziplinären Ansatzes liefern. Der innovative Einsatz von freilebenden Hunden und das Studiendesign werden es ermöglichen, den Zusammenhang zwischen genetischer Variation und direkt beobachteten Verhaltensweisen von Hunden in einer natürlichen Umgebung zu testen, in der die potenzielle Fitness dieser Merkmale wahrscheinlich sehr relevant ist. Primär beteiligte Forscher Das Projekt wird auf der Zusammenarbeit von Experten für Hundeverhalten (Sarah Marshall-Pescini und Friederike Range, Konrad-Lorenz-Institut, Österreich) und Genetik (Malgorzata Pilot, Polnische Akademie der Wissenschaften) basieren.
- Friederike Range, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Malgorzata Pilot, Polish Academy of Science - Polen
Research Output
- 9 Zitationen
- 9 Publikationen
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2025
Titel Differences in dogs’ and wolves’ human-directed greeting behaviour: facial expressions, body language, and the problem of human biases DOI 10.1007/s10071-025-01978-7 Typ Journal Article Autor Capitain S Journal Animal Cognition Seiten 54 Link Publikation -
2025
Titel Personality traits in free-ranging dogs: Do experimental tests mirror natural behavior? DOI 10.1016/j.isci.2025.113856 Typ Journal Article Autor Blenkuš U Journal iScience Seiten 113856 Link Publikation -
2025
Titel Validating a remote saliva collection tool for genomic analyses in free ranging dogs DOI 10.1038/s41598-025-19267-1 Typ Journal Article Autor Cimarelli G Journal Scientific Reports Seiten 36315 Link Publikation -
2025
Titel Mating system of free-ranging domestic dogs and its consequences for dog evolution. DOI 10.1073/pnas.2421756122 Typ Journal Article Autor Car C Journal Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America Link Publikation -
2025
Titel Cofeeding at rich clumped food patches in free-ranging dogs: social tolerance or scramble competition? DOI 10.1007/s00265-025-03590-8 Typ Journal Article Autor Berghänel A Journal Behavioral Ecology and Sociobiology Seiten 51 Link Publikation -
2025
Titel Does the tail show when the nose knows? Artificial intelligence outperforms human experts at predicting detection dogs finding their target through tail kinematics DOI 10.1098/rsos.250399 Typ Journal Article Autor Martvel G Journal Royal Society Open Science Seiten 250399 Link Publikation -
2025
Titel Object-directed behaviors and human-directed sociability are linked in free-ranging dog puppies DOI 10.1016/j.isci.2025.113231 Typ Journal Article Autor Lazzaroni M Journal iScience Seiten 113231 Link Publikation -
2023
Titel Going back to ‘basics’: Harlow’s learning set task with wolves and dogs DOI 10.1101/2023.03.20.533465 Typ Preprint Autor Rivas-Blanco D Seiten 2023.03.20.533465 Link Publikation -
2024
Titel Going back to “basics”: Harlow’s learning set task with wolves and dogs DOI 10.3758/s13420-024-00631-6 Typ Journal Article Autor Rivas-Blanco D Journal Learning & Behavior Seiten 315-329 Link Publikation