Wohlbefinden und Migration - der ung.-österr. Migr.kontext
Well-being & Migration: the Hungary-Austria Migration Nexus
Bilaterale Ausschreibung: Ungarn
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
-
Well-being,
Wellbeing,
Migration,
EU,
Austria,
Hungary
Obgleich es keine universale Definition dafür gibt, was Glücklichsein und Zufriedenheit mit dem Leben bedeutet, kann man sagen, dass Menschen allgemein bestrebt sind, ihr Wohlbefinden zu steigern, was im Grunde das eigentliche Ziel all ihrer Entscheidungen und Handlungen ist. Unter diesem Aspekt ist freiwillige Migration auch als ein Mittel zum Erreichen dieses Zieles anzusehen. In der Fachliteratur besteht heute bereits Konsens darüber, dass neben materiellen Gütern auch immaterielle Faktoren (z.B. Familienbeziehungen, Gleichgewicht von Arbeit und Freizeit, Gesundheit, persönliche Freiheit) eine entscheidende Rolle spielen bei der Bewertung des Wohlbefindens. Gleichzeitig wissen wir erstaunlich wenig über den Zusammenhang von subjektivem Wohlbefinden und Migration generell, einem verhältnismäßig neuen Segment der Sozialwissenschaften, mit bisher wenig empirischen Ergebnissen, besonders in Mitteleuropa. Wie verändert sich das subjektive Wohlbefinden der Einwanderer infolge der Migration: Steigert es sich parallel zur Verbesserung der materiellen Lage, oder erreicht es nicht das erwartete Niveau auf Grund von bestimmten desillusionierenden Nebeneffekten? Sind die potentiellen Migranten die mit ihrem Leben sehr Unzufriedenen, oder ist vielleicht genau das Gegenteil dessen wahr? Hinsichtlich der Entscheidung pro oder kontra Migration ist zu klären: Welche immateriellen Faktoren sind in der Lage, die materiellen Faktoren aufzuwiegen? Das sind nur einige der Fragen, welche das Projekt im Kontext der ungarisch-österreichischen Migrationsprozesse beantworten möchte. Die innovative Betrachtungsweise dieses Forschungsprojektes ist nicht einfach die enge Verknüpfung der Begriffe Wohlstand und Migration, sondern die Interpretation und Darstellung von deren bidirektionalen Wechselwirkungen innerhalb eines einzigen Forschungsrahmenprogramms. Ein solch komplexes Projekt bedarf einer holistischen Perspektive, weshalb die in diese Forschung einbezogenen Expert/inn/en das breite Spektrum der Gesellschaftswissenschaften repräsentieren. Zwei Forschergruppen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien) und der Corvinus- Universität (Budapest) werden das Projekt in Zusammenarbeit mit der Universität Wien durchführen. Neben der kritischen Auswertung der Fachliteratur und der Sekundäranalyse der vorhandenen Daten werden zwei umfassende Erhebungen inUngarnundÖsterreich durchgeführt. Fokusgruppendiskussionen, Roundtables und Expert/inn/eninterviews werden helfen, die qualitativen Aspekte herauszuarbeiten, welche wir mit den statistischen Daten und den Resultaten der quantitativen Erhebung kombinieren. Gestützt auf die empirischen Ergebnisse, trägt das Projekt zur Weiterentwicklung des theoretischen State of the Art bei, unterstützt aber auch fachpolitische Entscheidungen, indem es für die politischen Entscheidungsträger Empfehlungen bezüglich des Umgangs mit den Migrationsprozessen zwischen Ungarn und Österreich formuliert.
- Andrea Seidler, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Josef Kohlbacher, Österreichische Akademie der Wissenschaften , ehemalige:r Projektleiter:in