Das Wissen über die Atemregulation und deren Variabilität von Atemzug zu Atemzug sowie über längere
Zeiträume (24h) ist derzeit beim gesunden Menschen und beim chronisch Lungenkranken noch sehr spärlich. Die
Erforschung dieser grundlegenden Mechanismen hätte entscheidende Bedeutung für das Verständnis
verschiedenster Erkrankungen und folglich für deren erfolgreiche Therapie. Erkrankungen wie der "plötzliche
Kindstod", das Schlaf-Apnoe Syndrom (=Aussetzen der Atmung über Minuten während des Schlafes), und viele
Erkrankungen ., die mit schwerer Atemnot verbunden sind, haben häufig völlig unbekannte Ursachen, und können
daher schwer behandelt oder vermieden werden. Das "Wissensdefizit" über die Atemregulation hat darüber hinaus
negative Auswirkungen auf jeder Intensivstation, wo Patienten häufig künstlich beatmet werden müssen. Das
fehlende Wissen bewirkt häufig eine subobtimale Einstellung des Beatmungsgerätes, welche Atemnotsanfälle und
in der Folge eine für den Patienten mühevolle und riskante (Sauerstoffmangel) sowie verzögerte Entwöhnung von
der künstlichen Beatmung nach sich zieht.
Die Erforschung des natürlichen Atemmusters und der Atemregulation war bislang überaus schwierig, da sie mit
dem Atmen durch Ventile und dem Anbringen von Sonden verbunden war. Diese Maßnahmen müssen als "invasiv"
und für den Untersuchten unangenehm beschrieben werden. Somit war eine Untersuchung nur über kurze
Zeiträume möglich. Weiters bewirkten diese unangenehmen Vermessungstechniken Streß und Aufregung, was
bekanntermaßen das Atemmuster entscheidend verändern kann. Die Ergebnisse waren somit nicht mit ungestörter
Atmung zu vergleichen. Kürzlich wurde aber von Prof. Tobin eine verbesserte Meßtechnik, bei der man die
Brustkorbbewegungen über eine Art "Gurt" registriert, eingeführt. Diese Technik ist für den Untersuchten in keiner
Weise unangenehm und überaus genau. Die neue Technik heißt: respiratory inductive plethysmography. In dem
angestrebten Projekt soll mittels dieser Methode das Atemmuster an gesunden jungen und älteren Menschen, sowie
an Menschen die an einer chronischen Lungenerkrankung leiden untersucht werden. Es gilt Unterschiede zw. den
Gruppen u. den Individuen aufzuzeigen.