Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (90%); Chemische Verfahrenstechnik (10%)
Abstract
Die Synthese neuer Materialien für die Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ist eine der wesentlichen
Herausforderungen der modernen Chemie. Eine der grundlegenden Vorgehensweisen ist dabei durch gezielte
Kombination bereits bekannter Materialien ein neuartiges Eigenschaftsprofil zu erstellen Im Rahmen der
anorganischen Materialchemie bestehen schon seit Jahren Bestrebungen keramische Substanzen mit Polymeren zu
kombinieren. Erste Erfolge wurden bei der Kombination von organischen Polymeren mit silikatischen Strukturen
erzielt.
In dem vorliegenden Forschungsprojekt soll ein neuartiger Weg beschritten werden die Kombination von
anorganischen Polymeren und Siloxanen durch chemische Verknüpfung der beiden Netzwerke. Anorganische
Polymere-(im Rahmen dieses Projektes: Polyphosphazene und Polysilane) zeichnen sich durch ihr von den
organischen Polymeren stark unterschiedliches Eigenschafts- und Anwendungsspektrum aus. Ihre Eigenschaften
lassen sich über einen weiten Bereich durch chemische Modifikation des Grundgerüstes variieren, wodurch sie die
Basis für vielfältige Anwendungen in der Werkstofftechnologie bilden. Die Erforschung der Funktionalisierung von
anorganischen Polymeren ist
nicht zuletzt durch die möglichen technischen Anwendungen ein international mit großem Interesse verfolgtes
Forschungsgebiet. Durch den in diesem Forschungsvorhaben geplanten Einbau von Alkoxysilanfunktionen wäre es
möglich, die oben genannten Polymere so zu modifizieren, daß sie durch Polykondensation ein Siloxan Netzwerk
ausbilden und somit die keramischen Eigenschaften des Siloxans mit denen des Polymers verknüpft werden
können. Dies wäre ein erster Schritt neue potentielle Anwendungen für anorganische Polymere z.B. in der
Beschichtungstechnologie, zu erschließen.