Der Naturstoff Thapsigargin, der aus Thapsia garnica L. isoliert wurde, hat die Eigenschaft, den Zelltod von
Prostata-Krebszelllinien in nanomolekularer Konzentration herbeizuführen. Diese biologische Aktivität und die
hochfunktionalisierte Struktur (trizyklisches Molekülgerüst mit acht stereogenen Zentren, vier verschiedenen und
dicht gepackten Ester-Gruppen, zwei tertiären Alkoholen und einem gamma-Lacton) lassen dieses Molekül zu
einer Herausforderung für ein Totalsyntheseprojekt werden. Der vorgeschlagene Syntheseweg für die erste
Totalsynthese von Thapsigargin ist äußerst flexibel und sollte auch die Synthese von markierten Derivaten und
Analoga für metabolische Studien und biologische Tests ermöglichen. Das C1 -C5 Cyclopentan soll aus
enantiomerenreinem Carvon hergestellt werden, wobei die Schlüsseloperation eine stereoselektive Favorskii-
Umlagerung darstellt. Die Addition eines zweiten Fragments durch Cuprat-Addition soll - nach einiger
Umfunktionalisierung - den Vorläufer des zweiten Schlüsselschritts der Synthese liefern. Dabei handelt es sich um
eine Prins-Zyklisierung, die das [3.5.0]-Ringsystem aufbauen soll. Eine Dihydroxylierung soll danach die
verbleibenden OH-Funktionalitäten einrichten und Enolat-Chemie an dem Keton an C3 die gewünschte
Funktionalität am Cyclopentan herstellen. Durch die Anwendung dieser Strategie würden Analoga des Naturstoffs
zugänglich, die weitere Untersuchungen über Struktur-Aktivitätsbeziehungen und metabolische Studien
ermöglichen würden.