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Chemische Analyse von Säugetiersekreten

Chemical Characterization of Mammalian Secretions

Birgit Reiter (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/J2008
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 31.01.2001
  • Projektende 30.04.2002
  • Bewilligungssumme 22.892 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (10%); Chemie (90%)

Keywords

    MAMMALIAN SECRETIONS, GAS CHROMATOGRAPHY, SEMIOCHEMICALS, GAS CHROMATOGRAPHY-MASS SPECTROMETRY, PHEROMONES

Abstract

Ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation im Tierreich ist die Sekretion von chemischen Lockstoffen, die als Botenstoffe zur Paarung, Arterkennung, sozialen Organisation, Markierung von Revieren u.a. dienen. Diese chemischen Verbindungen, sogenannte "Semiochemicals" (griech. semeion = Signal) können sowohl intraspezifisch als auch interspezifisch wirken. Intraspezifische Lockstoffe werden als Pheromone, interspezifische als Allelomone bezeichnet. Die chemische Zusammensetzung von Insektenpheromone wird bereits seit Jahrzehnten untersucht, auf dem Gebiet der Säugetierpheromone gibt es jedoch nur wenige Daten hinsichtlich ihrer chemischen Struktur und biologischen Wirkungsweise. Im Unterschied zu Insekten ist es bei Säugetieren zunächst schwierig festzustellen, wo die Pheromone ausgeschieden werden, beispielsweise über die Haut, über Faezes oder Urin oder aber auch über spezifische Drüsen, die sich an verschiedensten Körperteilen befinden können. Verschiedene Antilopenarten, die zur Familie der Bovidae (Huftiere) gehören, zeichnen sich durch spezielle Drüsen, die sich am Auge und/oder zwischen den Hufzehen befinden, aus. Sekrete, die aus diesen sogenannten Präorbital- und Interdigitaldrüsen stammen, werden von diesen Tieren unter anderen zur Revierkennzeichnung und -abgrenzung verwendet. In der geplanten Forschungsarbeit sollen die lnterdigitaldrüsensekrete des Hartebeest (Alcelaphus buselaphus), einer seltenen Antilopenart, die in Südafrika vorkommt, auf ihre chemische Zusammensetzung hin untersucht werden. Für diese Untersuchungen kommen verschiedene Analysentechniken, unter anderem Gaschromatographie und Gaschromatographie-Massenspektroskopie, die zur Trennung bzw. zur Identifizierung der einzelnen Sekretbestandteile herangezogen werden. Zuvor jedoch sind geeignete Probenvorbereitungsschritte notwendig, die bei diesem speziellem biologischen Material von wesentlicher Bedeutung sind, da einerseits laufend überprüft werden muß, ob pheromonaktive Verbindungen isoliert wurden und andererseits die Gefahr besteht, daß chemische Reaktionen die Struktur der aktiven Stoffe verändern können. Ziel soll es sein, die gefundenen Komponenten der Sekrete zu synthetisieren und in geeigneten Mischungen zu applizieren, um zu erkennen, welche Wirkungsweisen und Reaktionen bei den Tieren hervorgerufen werden. In weiterer Folge sollen diese künstlich hergestellten Pheromone bei der Umsiedlung der Tiere in Nationalparks behilflich sein.

Forschungsstätte(n)
  • University of Stellenbosch - 100%

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