Thrombinregulation und neue Antikoagulantien beim Neonaten
The influence of age on the regulation of thrombin - Relevance to the development of thromboembolic disease and its treatment in children
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (90%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%)
Keywords
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NEWBORN,
ANTICOAGULANTS,
THROMBIN
Die Regulation von Thrombin, dem Schlüsselenzym der Gerinnungskaskade, ist bei Kindern gesteigert. Die Thrombinbildung in Gegenwart von Antikoagulantien unter-scheidet sich bei Kindern und Erwachsenen. Gerinnsel aus Neugeborenen-plasma haben eine reduzierte Thrombin-aktivität, was nahelegt, daß auch niedrigere Plasma- spiegel von Antikoagulantien wirksam das Clot-Wachstum hemmen können. Hypothesen: 1. Die Regulation von Thrombin in Gegenwart neuerer Antikoagulantien (Hirudin, Arga-troban und Orgaran) ist altersabhängig. 2. Für die Behandlung von Thromboembolien im Kindesalter werden geringere Dosen an direkten oder indirekten Thrombininhibitoren benötigt als bei Erwachsenen. In einem in-vitro und in-vivo Setting sollen diese Hypothesen untersucht werden. 1. Die Thrombinbildung in Gegenwart von Nabelvenenendothelzellen wird mittels Amidolyse eines chromogenen Substrats nach Defibrinierung, Kontaktaktivierung und Rekalzifizierung von Nabel-schnurplasma gemessen. Das Test-Plasma enthält entweder Hirudin (10-1000 ng/mL Plasma (Beh-ring)), Argatroban (0.1-500M (SmithKline Beecham)) oder Orgaran (0.1-20 anti-FXaU/mL (Org 10172, Organon). Die Thrombinbildung in den Anti-koa- gulantien-haltigen Plasmen wird ver-glichen mit den Ergebnissen von Kontroll-unter-suchungen mit nativem Nabelschnur-Plasma. Unter--schiede in der Thrombin-Bildung, dem Prothrombin-Verbrauch oder der Thrombin- Inhibition zwi-schen den ver-schiedenen Medi-ka-menten bzw. zwischen unter-schiedlichen Dosen des gleichen Medi-ka-ments wer-den mittels ANOVA be-stimmt. 2. Das Nutzen-Risko-Profil gegenwärtig verwendeter und neuer Antikoagulantien wird in einem Thrombose- und Blutungs-Tiermodell untersucht. Neugeborenen und erwachsenen Schweinen wird ein zentralvenöser Katheter (ZVK) implantiert. Die Gerinnselbildung wird durch Injektion von Rin-der-Thrombin in den ZVK induziert. Sechs Stunden später wird den Tieren 1 Ci/kg 125I-Fibrino-gen injeziert. Die Tiere erhalten dann 5 mL intravenös (IV) / 5 mL subkuta-n (SC) entweder 0.15 M NaCl (Kontrollgruppe), 100 U/kg IV / 400 U/kg SC unfraktioniertes Heparin, 100 U /kg IV / 400 U/kg SC niedermolekulares Heparin, 0.1 - 0.5 mg/kg IV / 0.25 - 5 mg/kg SC Hirudin, 0.1 - 1 mg/kg IV / 0.1 - 1 mg/kg SC Arga-troban oder 20 -500 anti-FXa U/kg IV Orgaran. Nach 2, 5 und 10 h werden der ZVK und der Thrombus reseziert. Die Wirksamkeit der einzelnen Antikoagulantien wird durch eine Bestim-mung der Gerinnselgröße und der Einlagerung von 125I-Fibrin bestimmt. Zur Untersuchung der Sicher-- heit der einzelnen Antikoagulantien erhalten die Tiere die gleiche Dosis der Anti-koagulantien aus den Throm- bose-Experimenten. Es werden 5 Inzisionen an einem Ohr ange-legt. Der Blutverlust wird be-stimmt durch Eintauchen des Ohrs in eine 37C-Wasserbad und durch Bestimmung des Hämo-globin-gehalts des Wasser-bads. Die Ratio für Behandlungseffektivität (ausge-drückt als Abnahme des Clot-Gewichts oder der 125I-Fibrin Einlagerung im Vergleich zur Kon-trolle) zum Blutungs-risiko (Blut-ver-lust in L) wird für jedes Behandlung berechnet. Eine ANOVA wird ver-wendet zur Er-mitt-lung von signifikanten Unterschieden in Nutzen-Risiko- Ratios der verschie-denen Anti-koa-gu-lantien in den beiden Altersgruppen.
- University of Toronto - 100%
- Medizinische Universität Wien - 10%
Research Output
- 65 Zitationen
- 1 Publikationen
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2005
Titel Dose-finding and pharmacokinetics of therapeutic doses of tinzaparin in pediatric patients with thromboembolic events DOI 10.1160/th05-03-0215 Typ Journal Article Autor Kuhle S Journal Thrombosis and Haemostasis Seiten 1164-1171