Die Krabbenspinne Thomisus spectabilis sitzt bei ihrer Jagd nach Insekten auf Blumen, welche wiederum visuell
attraktive Signale für pollenbesuchende Insekten, zum Beispiel Honigbienen (Apis mellifera) darstellen.
Krabbenspinnen könnten dieses Bienen-Blüten-System auf unterschiedliche Weise nützen. Möglicherweise folgen
sie jenen Blütensignalen folgen, welche auch auf Bienen attraktiv wirken. Ausserdem ist bekannt, dass Insekten
ausserstande sind, Farben und Muster, die als Schlüsselreize zur Auffindung geeigneter Nahrungsquellen evoluiert
wurde, mit Gefahr zu assoziieren. Folglich könnten Krabbenspinnen Signale, etwa in Hinblick auf das
Reflektionsverhalten ihres Körpers, entwickelt haben, die mit jenen ident sind, welche für Insekten attraktiv
wirken. Sie könnten Blütensignale nachahmen und damit ihren Fangerfolg steigern.
Im beantragten Projekt soll die Nützung von visuellen Signalen entsprechend des sowohl von ihnen als auch von
Bienen perzipierten Lichtspektrums (grün bis UV) untersucht werden.
In Feldarbeit wird die Habitatwahl von Honigbienen untersucht und mit jener der Krabbenspinnen verglichen. In
Laborexperimenten werden die Mechanismen untersucht, welche hinter dieser Habitatpreferenz stehen. Die Studie
soll zu unserem Verständnis zur Evolution von Verhaltensinteraktionen zwischen Spinnen und ihrer Insektenbeute
beitragen.