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Umwelt und Institution im Frühmittelalter

Changing Appropriations of Nature in the Early Middle Ages: Salzburg in an European Context

Christoph Sonnlechner (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/J2073
  • Förderprogramm Erwin Schrödinger
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2002
  • Projektende 31.03.2003
  • Bewilligungssumme 38.517 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    UMWELTGESCHICHTE, REGIONALSTUDIEN, FRÜHMITTELALTER, QUELLENKUNDE, EUROPA, SALZBURG

Abstract

Kulturlandschaften entstehen in einem lang andauernden Prozeß von Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Natur. Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit einer wichtigen Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Umwelt. Es legt den Schwerpunkt auf Institutionen. Kolonisierende und administrierende Institutionen, wie z. B. Klöster, folgen bei ihren Interventionen in Natur einem speziellen Plan. Dieser "Masterplan" ist durch interne Denkstrukturen und Handlungsweisen, also durch ein Bündel von internen Merkmalen, das unter dem Titel "interne Logik" zusammengefaßt werden soll, konstituiert. In die Landschaft eingebrachte institutionelle Logiken waren immer mit der Natur und naturräumlichen Dynamiken konfrontiert. Der Prozeß des Gestaltens oder Formens von Natur hatte Erfahrungen zur Folge. Diese Erfahrungen wiederum beeinflußten die Menschen, beeinflußten individuelles und institutionelles Denken. Erfahrungen prägten den Zugang zur Natur. Das aus diesen wechselseitigen Prozessen abgeleitete Wissen ist in die institutionellen Logiken von Institutionen eingeflossen. Institutionelle Logiken und naturräumliche Dynamiken entwickelten sich koevolutionär. Das Projekt beschäftigt sich mit frühmittelalterlicher Umweltgeschichte. Das Hauptaugenmerk der Forschungen liegt auf dem von klösterlichen Institutionen betriebenen Management der Landnutzung. Es wird gefragt, wie die Akteure ihre Umwelt wahrnahmen und wie sie diese zu organisieren trachteten; wie sie Land und Menschen, die auf diesem Land lebten, organisieren wollten. Wechselwirkungen zwischen Menschen und Umwelt in verschiedenen Regionen des Frankenreiches unter verschiedenen historischen und naturräumlichen Voraussetzungen sind die Hauptuntersuchungseinheit des Projektes. Quellen aus heute österreichischen Regionen, und zwar vor allem aus Salzburg, aber auch Ober- und Niederösterreich, werden untersucht. Die bayerisch- österreichische Situation im 8. und 9. Jahrhundert wird mit anderen Regionen und Strukturen des Frankenreiches verglichen. Die Quellen sollen im europäischen Kontext neu betrachtet werden. Eine vergleichende Analyse von frühmittelalterlichen Institutionen, wie Klöstern in Mittel- und Westeuropa, und ihren institutionellen Logiken im Hinblick auf den Umgang mit Natur wurde noch nie durchgeführt. Die Studie ist daher ein Eckstein einer Umweltgeschichte dieser Regionen und dieser Zeit.

Forschungsstätte(n)
  • Institut für Österreichische Geschichtsforschung (seit 01 Jan 2016 Univ Wien) - 10%
  • University of California at Los Angeles - 100%

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