Wissenschaftsdisziplinen
Physik, Astronomie (100%)
Keywords
DENSITY FUNCTIONAL,
CLASSICAL FLUID,
SOLVABLE MODEL
Abstract
Die klassische Dichtefunktionaltheorie stellt eine moderne und attraktive Möglichkeit der systematischen Analyse
der Statistischen Mechanik homogener sowie vor allem inhomogener Systeme dar. Der Fundamentalsatz der
Theorie besagt, daß die Freie Energie eines vorgegebenen Systems, betrachtet als Funktional der lokalen
Teilchendichten, durch die lokale Teilchendichte des Gleichgewichts eindeutig minimiert wird. Typischerweise ist
für ein gegebenes System allerdings die Freie Energie als Funktional der lokalen Teilchendichten unbekannt.
Dem heutigen Standardverfahren der Mean Field artigen Konstruktion von Dichtefunktionalen für
Wechselwirkungen mit attraktivem Anteil, mit dessen naheliegenden Defiziten, wäre ein auf fundamentaleren
Prinzipien beruhende Konstruktion von Dichtefunktionalen durchaus vorzuziehen. Als Beitrag des Antragstellers
wurden zu diesem Zweck unlängst zwei Methoden der Dichtefunktionaltheorie, die Fundamental Measure Theory
und ein Konzept von Percus, kombiniert, um ein Dichtefunktional eines adhäsiven Systems analytisch zu
konstruieren. Das Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, diese Technik auf Systeme mit Kastenpotentialartigen
Wechselwirkungen zu erweitern.
Da bereits homogene Systeme mit Kastenpotentialartigen Wechselwirkungen interessante Effekte zeigen (wie etwa
einen isostrukturellen fest-fest Übergang), bedeutet die Konstruktion von Dichtefunktionalen (über das Mean Field
Format hinaus) für inhomogene Systeme mit Kastenpotentialartigen Wechselwirkungen nicht nur die Basis für
physikalische (etwa Phasenübergänge, Grenzschichten- oder Kondensationsphänomene) und biologische (etwa
Proteinkristallisierung) Anwendungen: darüber hinaus würde diese auch zu einer verbesserten Modellierung und
einem gesteigerten Verständnis von technologisch relevanten inhomogenen Systemen (etwa im Bereich der
chemischen Verfahrenstechnik oder der Katalyse) beitragen.