Führerschaft und Loyalität in der multiethnischen Herzegowina - Gegenwart und Vergangenheit
Leadership and Loyalities in Multiethnic Herzegowina
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (50%)
Keywords
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POLITICAL POWER,
LOYALITY,
FAMILY/ KINSHIP,
CLIENTELISM,
GROUP CONFLICT,
ETHNIC POLITICS
Anhand des Regionalbeispiels der Herzegowina hat die vorliegende Forschung das Ziel, das mikropolitische Funktionieren politischer Teilhabe in einer multiethnischen europäischen Gesellschaft im Zuge von Systemwechseln und gesellschaftlichen Transformationen zu rekonstruieren. Die Zeitspanne reicht von der osmanischen Periode bis in die Gegenwart. Die Analyse der Konzepte von Führerschaft und Loyalität steht im Mittelpunkt der Forschung. Für die Herzegowina, die von muslimisch-bosniakischer, serbischer und kroatischer Bevölkerung besiedelt wird, haben die folgenden Felder theoretischer Diskussion, wie sich in der bisherigen Arbeit gezeigt hat, ein besonderes Erklärungspotential: 1) ethnische Politik, 2) Verwandtschaft/Familie, 3) Klientelismus und 4) gewalttätiger Konflikt. Diesen vier Themenfelder werden in der Forschung deshalb besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Methodisch werden anthropologische und historische Arbeitsweisen miteinander kombiniert. Feldforschung und Interviewarbeit in allen drei ethnischen Gruppen soll dazu beitragen, Normen und Strategien des alltäglichen Umgangs mit politischer Macht zu verstehen. Die Resultate von Archivarbeit sollen nachvollziehbar machen, welche Systeme von Führerschaft und Loyalität die Herzegowina in ihrer Geschichte geformt haben. Die empirische Arbeit in der Herzegowina, die im Sommer 1999 begonnen wurde, wird bis Herbst 2001 erfolgreich abgeschlossen sein können. In der anschließenden Auswertungsphase bedarf die Forschung jedoch eines intensiven wissenschaftlichen Erfahrungsaustausches mit Partnern, die in den theoretischen Feldern der vorliegenden Forschung spezialisiert und erfahren sind. Dies hat zum Ziel, ein Forschungsproblem aus einer regionalen Perspektive, gleichzeitig aber auch in einer generellen und vergleichenden Weise darstellen zu können.
- Universität Graz - 10%
- Humboldt-Universität zu Berlin - 100%