Fibroseentstehung bei chronischer Hepatitis C
Fibrogenesis in chronic hepatitis C
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
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Liver,
T-cells,
Fibrosis,
Extracellular Matrix,
Hepatitis C,
Hepatitic Stellate
Welchen Verlauf eine Erkrankung mit dem Hepatitis C Virus (HCV) nimmt, liegt nicht nur am Virus selbst, sondern vor allem an wirtsspezifischen Faktoren wie dem Immunsystem, bereits vorbestehenden Erkrankungen der Leber (z.B. Fettleber) und gleichzeitig bestehenden anderen Infektionserkrankungen (z.B. HIV). Bei einer chronischen HCV-Infektion kommt es neben der direkten Schädigung der Leberzellen auch zu einer vermehrten Ablagerung von Bindegewebe und damit zu Fibrose bzw. später Zirrhose. Für die Bindegewebsbildung sind die sogenannten hepatischen Sternzellen verantwortlich. Sie produzieren je nach den in der Umgebung ausge- schütteten Botenstoffen (Cytokinen) vermehrt Bindegewebe oder bauen dieses wieder ab. Im vorliegenden Projekt wird das Cytokin-Spektrum von CD4+, CD8+ T-Zellen und NK-Zellen von Patienten mit unterschiedlich rascher Fibrosebildung verglichen. Die Patienten sind in 2 klinisch gut charakterisierte Gruppen eingeteilt: solche mit langsamem Fortschreiten der Leber-fibrose (HCV-Monoinfektion) und solche mit raschem Fortschreiten (HCV-Monoinfektion, Coinfektion mit HIV oder Schistosoma mansoni). Aus dem Blut von diesen Patienten werden T-Zellen und NK-Zellen isoliert und in vitro mit HCV-Bruchstücken kultiviert. Nach der Analyse der Cytokine werden Sternzellen mit diesem cytokinhältigen Medium inkubiert, so daß die in vivo-Situation bei einer HCV-Infektion simuliert werden kann. Die Reaktion der Sternzellen wird anhand der Produktion von verschiedenen Bindegewebsbausteinen (Kollagene, Laminin, Tenascin) sowie von Enzymen zum Bindegewebeabbau (sog. Matrix-Metalloproteinasen) quantifiziert. Dieses Projekt zielt neben dem grundlagenwissenschaftlichen Aspekt , das Cytokinnetzwerk der Fiboseentstehung darzustellen, insbesondere darauf ab, einen ungünstigen Krankheitsverlauf mit Hilfe von Laboruntersuchungen rechtzeitig zu erkennen. Dies hat unmittelbare klinische Bedeutung, da in solchen Fällen eine rasche antivirale Therapie auch um den Preis von etwaigen Nebenwirkungen die einzige Rettung für den Patienten darstellt.