Genetische Folgen von Allopolyploidisierung in Dactylorhiza
Genetic consequences of allopolyploidy in Dactylorhiza
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Adaption,
Allopolyploidy,
Cdna-Aflp,
Dactylorhiza,
Evolution,
MSAP
Hybridisierung und Polyploidisierung werden seit langen als ein Hauptphänomen in der Pflanzenevolution - als treibende Kräfte für den Anstieg genetischer Variabilität, adaptiver Radiation und Artbildung - anerkannt. Neue Forschungsergebnisse stützen diese Annahme: die Interaktion der kombinierten Genome in allopolyploiden Pflanzen induziert genetische und epigenetische Veränderungen, die sich auf das Evolutionspotential der Hybriden auswirken können. Solche Änderungen, wie "chromosomal rearrangements","transposable element activation","DNA sequencing elimination" und "gene silencing", haben das Potential, neue Expressionsmuster und Phenotypen hervorzurufen. Dies wiederum kann sich, in Kombination mit Heterosis und Genredundanz, bei einer Übertragung auf die Hybriden in einer Erhöhung deren evolutionären Potentials von der molekularen bis hin zur ökologischen Ebene auswirken. Hybridisierung kann wiederholt zwischen verschiedenen Populationen innerhalb der gleichen parentalen Taxa auftreten, was zu Reihen von Allopolyploiden führt, die anschließend untereinander hybridisieren können. Dieses Phänomen findet man bei Orchideen, wie z.B. beim Dactylorhiza incarnata/maculata Komplex, genauer gesagt im Fall des allotetraploiden Paares D. traunsteineri und D. majalis s.s., welche beide aus der Hybridisierung von D. fuchsii mit D. incarnata hervorgangen sind. Um nun die Auswirkungen von Hybridisierung und Genomduplikation auf die Evolution und Umweltadaption bei polyploiden Genomen untersuchen zu können, schlage ich als Modellorganismen dieses allotetraploide Paar vor. Die beiden Taxa weisen einen ähnlichen genetischen Hintergrund, aber einen deutlichen Unterschied in ihrer Evolutionsgeschichte und Ökologie auf: D. traunsteineri ist ein junger, morphologisch variabler Hybrid mit einem engen Verbreitungsradius, wogegen D. majalis s.s sich durch eine weite Verbreitung und relativ hohe morphologische Uniformität auszeichnet. Eine cDNA AFLP (amplified fragments lengths polymorphism) genomweite Untersuchung des Transkriptoms, in Verbindung mit einem methylierungssensitiven AFLP (MSAP) sollte die funktionale Relevanz der Verbindung zwischen Genexpression und Phenotypentwicklung zeigen. Die Richtung und die stochastischen Eigenschaften des Diploidisierungsprozesses und der molekularen Mechanismen, die letztendlich in einer Adaptation an die Umwelt/Habitate und damit in einer reproduktiven Isolation enden, werden untersucht. Die hier vorgeschlagenen Methoden gehören derzeit zu den modernsten und fortschrittlichsten, um schließlich die Prinzipien der Genomreaktionen auf Allopolyploidization besser verstehen zu können.
- Royal Botanic Gardens - 100%
- Universität Wien - 10%
Research Output
- 400 Zitationen
- 4 Publikationen
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2008
Titel Historical divergence vs. contemporary gene flow: evolutionary history of the calcicole Ranunculus alpestris group (Ranunculaceae) in the European Alps and the Carpathians DOI 10.1111/j.1365-294x.2008.03908.x Typ Journal Article Autor Paun O Journal Molecular Ecology Seiten 4263-4275 Link Publikation -
2007
Titel The generalist flower deconstructed DOI 10.2307/25065850 Typ Journal Article Autor Paun O Journal TAXON Seiten 657-659 Link Publikation -
2009
Titel Reticulate evolution and taxonomic concepts in the Ranunculus auricomus complex (Ranunculaceae): insights from analysis of morphological, karyological and molecular data DOI 10.1002/tax.584012 Typ Journal Article Autor Hörandl E Journal TAXON Seiten 1194-1216 Link Publikation -
2009
Titel Hybrid speciation in angiosperms: parental divergence drives ploidy DOI 10.1111/j.1469-8137.2009.02767.x Typ Journal Article Autor Paun O Journal New Phytologist Seiten 507-518 Link Publikation