Handel zwischen Spanien u. der Habsburgermonarchie 1725-1815
Trade between Spain and the Habsburg Monarchy (1725-1815)
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (30%); Soziologie (30%); Wirtschaftswissenschaften (40%)
Keywords
-
International Trade,
Transnational Networks,
Spanish Empire,
Habsburg Monarchy,
18th century,
Economic Policy
Das Projekt untersucht die Verflechtung kontinentaleuropäischer Regionen in globale Austauschprozesse am Beispiel des Handels der Habsburgermonarchie mit Spanien im 18. Jahrhundert und leistet damit einen Beitrag zu einem aktuellen Forschungstrend, der diese bislang ausgeblendete Einbindung vorgeblich entlegener Gebiete in den Atlantik- und Transatlantikhandel fokussiert und für die Habsburgermonarchie von besonderer Relevanz ist. Ausgehend von den unterschiedlichen Entwicklungspfaden, die beide Ökonomien im Lauf der Transformationen des 18. Jahrhunderts nahmen, wird dem Einfluss der beiderseitigen Handelsbeziehungen auf die wirtschaftliche Entwicklung nachgegangen. Im Zentrum der Untersuchung stehen transnationale und transimperiale Händlernetzwerke, die verschiedene Räume und ökonomische Systeme jenseits staatlicher Grenzen miteinander verbanden. Dabei interessieren nicht nur die Verflechtungen zwischen Händlergruppen verschiedener räumlicher Herkunft und eines verschiedenen kulturellen Hintergrunds, sondern auch der Einfluss familiärer Beziehungen und der Zugang zu staatlichen Institutionen, d.h. Lobbying, als Erklärungsfaktoren für wirtschaftlichen Erfolg und überregionale Verflechtung. Untersucht werden dabei jene Händlergruppen, die den spanisch-habsburgischen Warenaustausch an vier Hafenstädten vermittelten - neben Triest, dem toskanischen Vermittlungszentrum Livorno und Barcelona wird auch Cdiz als Schnittstelle zwischen dem spanisch-habsburgischen und dem lateinamerikanischen Kolonialhandel untersucht. Der Zeitraum der Untersuchung erstreckt sich vom Abschluss des Wiener Vertrags im Jahr 1725 bis zum Ende der Napoleonischen Kriege, allerdings liegt der Schwerpunkt auf der Zeit nach 1750, als sich nach dem Handelsvertrag von Aranjuez (1752) die Handelsbeziehungen intensivierten. Methodisch werden biografische, unternehmerische und fiskalische Daten in einer Datenbank gesammelt und mithilfe des Netzwerkanalyseprogramms Ucinet ausgewertet. Grundlage dafür sind vor allem die Notariatsakten in den Provinzarchiven von Cdiz und Barcelona sowie in den Staatsarchiven von Triest und Florenz. Dazu kommen weitere Quellen wie Steuerlisten im Archivo General de Indias in Sevilla, Gerichtsakten aus dem katalanischen Handelsgericht im Archivo de la Corona de Aragn in Barcelona sowie staatliche und diplomatische Quellen in Alcal de Henares und dem Österreichischen Staatsarchiv in Wien. Das Projekt ist auf drei Jahre anberaumt, wovon zwei Jahre am Departamento de Geografa, Filosofa y Historia der Universidad Pablo de Olavide in Sevilla bei Prof. Manuel Herrero Snchez absolviert werden, die Rückkehrphase erfolgt an das Institut für Geschichte der Universität Wien bei Prof. Friedrich Edelmayer. Während der Projektphase sollen zwei Aufsätze in Zeitschriften veröffentlich werden, die Ergebnisse des Projekts werden in Buchform veröffentlicht, dessen Manuskript über die drei Jahre hinweg verfasst wird.