Analyse von PpIX in suspizierten Low-grade Gliomen
Analysis of PpIX in suspected low-grade gliomas
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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Suspected low-grade gliomas,
Detection of low-grade tumors,
5-ALA fluorescence,
Identification of anaplastic foci,
Quantitative analysis of protoporphyrin IX,
Improved patient prognosis
1.) Titel des Projektes: Quantitative Messung der 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) induzierten Protoporphyrin IX Anreicherung zur Optimierung der Operation von suspizierten niedriggradigen Gliomen 2.) Inhalt des Forschungsvorhabens: In der eingereichten Studie werden wir eine neu entwickelte intraoperative Sonde verwenden, die auf der Fluoreszenztechnologie basiert. Diese Sonde ist in der Lage spezielle Hirntumore bzw. deren Grenze, die normalerweise nur schwer sichtbar sind, bei der Operation zu identifizieren. Zusätzlich wird diese Sonde den/die Neurochirurgen/in dabei unterstützen während der Operation Tumorareale mit erhöhter Wachstumstendenz aufzufinden, die durch die normalen Operationstechniken nicht dargestellt werden können. 3.) Hypothesen der Studie: Gemäß unserer Hypothese erleichtert diese neue Sonde die intraoperative Identifizierung von sogenannten suspizierten niedriggradigen Gliomen. Dadurch ist der/die Neurochirurg/in in der Lage eine komplette Entfernung dieser Tumore zu erreichen. Zusätzlich ist die Sonde in der Lage Tumorareale mit erhöhter Wachstumstendenz aufzufinden, wobei diese eine korrekte Tumordiagnose und damit die optimale Therapie der Patienten ermöglichen. 4.) Methoden der Studie: In dieser Studie wird eine große Kohorte von Patienten mit einem radiologisch suspizierten niedriggradigen Gliom rekrutiert, bei denen eine neurochirurgische Tumorentfernung unter Zuhilfenahme einer intraoperativen Sonde durchgeführt wird. Während der Tumorentfernung werden Gewebeproben von verschiedenen Arealen des Tumors zur histologischen Analyse entnommen. Anschließend wird der Stellenwert der intraoperativen Sonde für die präzise Darstellung der Tumorgrenze als auch von Tumorarealen mit erhöhter Wachstumstendenz analysiert. 5.) Originalität der Studie: Die intraoperative Darstellung von Hirntumoren mittels einer speziellen intraoperativen Sonde stellt einen vielversprechenden und neuartigen Ansatz dar. Durch die dadurch erreichte Optimierung der Gliomchirurgie erwarten wir eine signifikante Verbesserung der Prognose von Patienten mit einem suspizierten niedriggradigen Gliom.
Die Prognose von PatientInnen mit einem suspizierten niedriggradigen Gliom ist vor allem von dem Ausmaß der neurochirurgischen Tumorentfernung abhängig. Aufgrund der schlechten Abgrenzung von solchen hirneigenen Tumoren während der Operation sind jedoch inkomplette Tumorenfernungen sehr häufig. In den letzten Jahren konnte gezeigt werden, dass schnell wachsende, höhergradige Gliome nach oraler Aufnahme eines Fluoreszenzfarbstoffs mittels sichtbarer Fluoreszenz während der Operation visualisiert werden können und somit kann das Ausmaß der Tumorentfernung deutlich verbessert werden. Leider findet sich bei den langsam wachsenden niedriggradigen Gliomen meist jedoch keine sichtbare Fluoreszenz und somit ist diese Technik derzeit nicht in der Lage die Abgrenzung des Tumorgewebes vom gesunden Gehirn zu verbessern. Vor kurzem wurden Messsonden entwickelt, die in der Lage sind die Fluoreszenz in den Tumorzellen zu analysieren und somit besteht die Hoffnung, dass zukünftig auch primär nicht fluoreszierende Tumore identifiziert werden können. Im Dartmouth-Hitchcock Medical Center (USA) wurde eine Messsonde entwickelt, die auch bei neurochirurgischen Eingriffen eingesetzt werden kann. Durch eine Kooperationsstudie mit dem Dartmouth-Hitchcock Medical Center konnte diese Sonde erstmals im Rahmen einer klinischen Studie an der neurochirurgischen Abteilung der University of California, San Francisco (UCSF) bei einer größeren Anzahl von PatientInnen mit einem radiologisch suspizierten niedriggradigen Gliom eingesetzt werden. Als Supervisor dieser Studie hat der Vorstand der renommierten Abteilung, Prof. Mitchel S. Berger, fungiert. Die ersten Ergebnisse dieser Studie im Rahmen dieses internationalen Kooperationsprojekts schauen vielversprechend aus. Es muss jedoch noch eine detaillierte Analyse der gesammelten Daten abgewartet werden. Es besteht damit die große Hoffnung, dass die meist nicht fluoreszierenden niedriggradigen Gliome während der Tumorentfernung besser erkannt werden können. Somit könnten durch dieses innovative Verfahren solche Tumore vollständiger entfernt und dadurch die Prognose dieser PatientInnen in Zukunft deutlich verbessert werden.
- David W. Roberts, Dartmouth-Hitchcock Medical Center - Vereinigte Staaten von Amerika