Amino-Isotope zur archäologischen Pflanzenkonsumanalyse
Amino acid isotope ratios to explore past plant consumption
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
-
Amino Acid Stable Isotope Ratios,
Plant Consumption,
Ruminants,
Palaeodiets,
Animal Husbandry,
Archaeological Science
In der archäologischen Forschung werden Ernährungsweisen in der Vergangenheit oft durch die Analyse der Isotopenverhältnisse in Knochen und Zähnen rekonstruiert. Weil die stabilen Isotopenverhältnisse von Kohlenstoff und Stickstoff von der Nahrung auf das Gewebe der Konsumenten übertragen werden (mit systematischen Abweichungen), kann die Analyse dieser Verhältnisse im Skelett Informationen darüber geben, was gegessen wurde. Diese Analyse wird derzeit zumeist an Knochenkollagen durchgeführt. Da allerdings nur zwei Datenpunkte erhoben werden (jeweils einer für Kohlenstoff und Stickstoff), können viele verschiedene Ernährungsweisen zu denselben Ergebnissen führen. Knochenkollagen besteht aber aus 20 verschiedenen Aminosäuren, die je nach Art der Aminosäure unterschiedliche stabile Isotopenverhältnisse aufweisen. Durch die Aufspaltung von Kollagen (einem Protein) in seine Aminosäurebestandteile und die separate Analyse der Isotopenverhältnisse bestimmter Aminosäuren anstelle des Gesamtproteins ist es möglich, detailliertere Informationen über die Gewebezusammensetzung und damit über die konsumierten Lebensmittel zu erhalten. Vorherige Forschungen hat gezeigt, dass selbst Pflanzen, die durch stabile Isotopenanalysen der gesamten Probe meist nicht zu unterscheiden sind, unterschiedliche stabile Isotopenverhältnisse in den Aminosäuren aufweisen. Das kann genutzt werden, um detailliertere Informationen über frühere Ernährungsweisen zu bekommen. Um diese Ernährungsrekonstruktionen zu ermöglichen, müssen die stabilen Isotopenverhältnisse von Aminosäuren in potenziellen Nahrungsmitteln bekannt sein, und auch Informationen zu den Veränderungen dieser Zusammensetzung nach dem Verzehr und der Einlagerung in Knochenkollagen sind erforderlich. In diesem Projekt werden pflanzliche Nahrung und Gewebe von heutigen Konsumenten auf ihre stabilen Kohlenstoff- und Stickstoffisotopenverhältnisse in den Aminosäuren analysiert. Die Ergebnisse werden bei der Analyse archäologischer Überreste angewendet. Dieses Projekt trägt dadurch dazu bei, die Forschung im Bereich der stabilen Kohlenstoff- und Stickstoffisotopenverhältnissen von Aminosäuren im archäologischen Kontext voranzubringen und bietet umfangreiche Datensätze für verschiedene Pflanzenarten und Wachstumsbedingungen.
- University of Oxford - 100%
- Thomas Guggenberger, nationale:r Kooperationspartner:in
- Karl Günther Kunst, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Nisa Kirchengast, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Wolfgang Wanek, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Richard P. Evershed, Bristol University - Vereinigtes Königreich
- Angela Lamb, British Geological Survey - Vereinigtes Königreich
- Madgwick Richard, Cardiff University - Vereinigtes Königreich
- Rajkovaca Vida, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich
- Philippa Ascough, University of Glasgow - Vereinigtes Königreich
- Reynolds Chris, University of Reading - Vereinigtes Königreich
- Ingrid Mainland, University of the Highlands and Islands - Vereinigtes Königreich