Zellulose ist der Stoff, aus dem nicht nur Bäume gemacht sind, sondern auch unsere
Zukunft. Sie ist das häufigste nachwachsende Polymer der Erde - stabil, vielseitig
und biologisch abbaubar. Doch wenn wir Zellulose nutzbar machen wollen, zum
Beispiel in der Wasserreinigung, in biologisch abbaubarer Elektronik oder in der
Medizin, müssen wir ihre Struktur gezielt verändern.
Bisher geschieht das oft mit aggressiven Chemikalien - ein Widerspruch zu dem,
was wir mit nachhaltigen Materialien eigentlich erreichen wollen. Mein
Forschungsprojekt geht einen anderen Weg: Ich verwende Strom, um Zellulose auf
sanfte Weise umzuwandeln. Dabei entstehen sogenannte Aldehydgruppen - kleine,
aber bedeutende Veränderungen, die völlig neue Anwendungen ermöglichen.
Die Idee ist einfach: Naturstoffe mit den Mitteln der modernen Chemie so behandeln,
dass sie nicht nur nützlich, sondern auch umweltfreundlich bleiben. So entsteht ein
nachhaltiger Weg, um natürliche Rohstoffe gezielt und verantwortungsvoll zu nutzen.