Kinderschutz in der Schule [CHIPS]
Child protection in Schools [CHIPS]
DFG-Sonderforschungsbereiche
Wissenschaftsdisziplinen
Erziehungswissenschaften (100%)
Keywords
- Child Protection,
- Emotional Violence,
- Well-Being Of Children In Schools,
- Pedagogical Relationships In Schools,
- Secondary All-Day Schools,
- (non-)recognition,
- (in-)justice,
- In/Exclusion
In Österreich und Deutschland entwickeln viele Schulen initiiert durch gesetzliche Vorgaben - eigene Kinderschutzkonzepte. Schulen sind Räume, in denen Kinder Anerkennung, Sicherheit und Zugehörigkeit suchen, aber auch Orte, an denen seelische Gewalt - ob subtil oder offen - Teilhabe und Ausgrenzung prägen kann. Das Forschungsprojekt CHIPS interessiert sich dafür, welche Erfahrungen und Deutungen schulische Akteure im Ganztag in Bezug auf well-being und seelische Gewalt haben und welche Rolle diese bei der Einführung der Kinderschutzkonzepten spielen. Dabei geht es um Fragen von Anerkennung, Gerechtigkeit und Inklusion. In dem Projekt untersuchen wir dieses spannungsreiche Gefüge und fragen nach Normen und Werturteilen, Aushandlungsprozessen, Differenzierungen und Normalisierungen. Aus einer differenztheoretischen Perspektive fragen wir, inwiefern Differenzkategorien der Schüler_innen (z. B. Gender, Ability, Race, Class) im Kontext von well-being und seelischer Gewalt relevant gemacht werden und welche Rolle diese Differenzordnungen ggf. auch bei der Legitimation des Handelns von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften spielen. Empirisch führen wir leitfaden- und fallvignettengestützte Interviews mit Schüler_innen, Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften an vier Ganztagsgrundschulen in Vorarlberg (Österreich) und Deutschland durch. Durch die Betonung der subjektiven Perspektive will das Projekt verstehen, wie Kinderschutzpolitik im internationalen Vergleich nicht nur umgesetzt, sondern auch empfunden und gelebt wird - an der Schnittstelle von well-being und seelischer Gewalt. Das Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Sophia Richter (Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Österreich) und Dr. Anne Piezunka (Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland). Das Projekt wird vom FWF und der DFG gefördert und ist ein Teilprojekt des DFG- Sonderforschungsbereichs 1750 [in:just] Inklusion Anerkennung Gerechtigkeit. Teilnahme und Teilhabe in Prozessen des Aufwachsens.
- Anne Piezunka, Goethe-Universität Frankfurt am Main - Deutschland, Projektpartner:in