MR Fingerprinting von Patienten mit Gliomas
Magnetic Resonance Fingerprinting of Patients with Gliomas
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
-
MR Fingerprinting,
Quantitative Maps,
Gliomas,
Brain/Central Nervous System Cancers,
Magnetic resonance imaging
Fortgeschrittene, konventionelle MR-Bildgebung von Gehirntumoren basiert hauptsächlich auf Kontrastbildern und ist zeitintensiv. Um diese Limitationen zu überwinden wurde MR-Fingerprinting (MRF) eingeführt, ein fundamental neuer Zugang zur Datenakquisition, zum Postprocessing und zur Visualisierung im MR, der auf einer einzigen schnellen MR-Sequenz beruht. MRF verwendet eine pseudozufällige Akquisition von bis zu 3000 Bildern in einer einzigen Sequenz, die eine einzigartige Signalentwicklung oder einen Fingerabdruck liefert, der gleichzeitig eine Funktion verschiedener Gewebsparameter darstellt. Das Postprocessing besteht aus einer Mustererkennung um die Fingerabdrücke zu bestimmen, die mit einer vordefinierten Datenbank am besten übereinstimmen. Diese Datenbank wurde aus vorhergesagten Signalentwicklungen berechnet und auf Grund der vorliegenden Übereinstimmung kann dann die individuelle Signalentwicklung in quantitative Karten umgewandelt werden. Die durch das MRF erhaltenen T1 und T2 Werte können auch verwendet werden, um synthetische Kontrastbilder zu erstellen. Unsere Hypothese ist, dass MRF als eine einzige schnelle Sequenz für die Evaluation von Hirntumoren liefert mehrere konventionelle MR-Sequenzen ersetzen kann, die bisher in einem fortgeschritten Hirntumorprotokoll verwendet wurden. Die gleichzeitige Erstellung von T1 und T2 Karten kann Informationen über den Grad und die Ausdehnung von Gliomen liefern, die bisher nur mit einem konventionellen fortgeschrittenen Tumorprotokoll im MR möglich waren. In der Verlaufskontrolle sollte mittels MRF eine erhöhte Nachweisrate von Rezidivtumoren bei hochgradigen Gliomen möglich sein. Methoden, um diese Hypothesen zu prüfen, sollen folgende Phasen fassen: 1.) Phantomtest der mit MRF erhaltenen T1 und T2 Werten und Vergleich mit den konventionell erhaltenen T1 und T2 Werten. 2.) Anwendung der im Phantomtest validierten MRF-Sequenz und Protokolloptimierung bei 10 Probanden. 3.) Die humane Anwendung von MRF bei 50 Patienten mit niedrigen und hochgradigen Gliomen. Die Überprüfung der MR basierten Auswertung des Tumors, der Tumorumgebung und des normal erscheinenden Hirngewebes soll mit den histologischen Präparat- Analysen nach Operation der Tumore durchgeführt werden. Die mit MRF in einer einzigen Sequenz von 5 min gewonnenen T1 und T2 Werte werden mit einem konventionellen fortgeschrittenen Tumorprotokoll verglichen, das ca. 60 Minuten Zeitaufwand erfordert.
Fortgeschrittene konventionelle MR Bildgebung von Hirntumoren basiert hauptsächlich auf Kontrast Bildern und ist zeitaufwendig. Um diese Limitationen zu überwinden bietet MR Fingerprinting (MRF) einen fundamental neuen Zugang zur Datenakquisition, zum Postprocessing und zur Quantifizierung mittels einer einzigen schnellen Sequenz an. MRF verwendet die zufällige Datenakquisition die verursacht, dass die Signale von verschiedenen Gewebearten eine einzigartige Signal Entwicklung über die Zeit, ein sogenanntes Fingerprint, zeigen, das gleichzeitig eine Funktion der verschiedenen Gewebseigenschaften darstellt. Das Postprocessing beinhaltet einen Mustererkennungsalgorithmus um diese "Fingerabdrücke" mit einer vorgefertigten Datenbank von berechneten Signal Entwicklungen also einer großen Zahl von Fingerabdrücken zu vergleichen und bei der besten Übereinstimmung für den jeweiligen Patienten und sein Gewebe in die entsprechenden quantitativen Bilder umzuwandeln. Von diesen mittels MRF abgeleiteten T1 und T2 Relaxationszeiten können auch synthetische Kontrastbilder erstellt werden. In diesen Projekt haben wir mit Siemens Healthineers als Kooperationspartner eine optimierte MRF Sequenz für Neuroanwendungen entwickelt, implementiert und in einer klinischen Studie eingesetzt. Eine weitere wichtige Erkenntnis in diesem Projekt war der Nachweis einer Bewegungsempfindlichkeit der MRF Sequenz und die Entwicklung von Strategien um diese Artefakte zu erkennen und zu eliminieren, Artefakte, die international bisher nicht bekannt waren. Nach Ko-Registrierung zwischen Bildern, die mittels MRF und einem fortgeschrittenem Tumorprotokoll mit mehreren Sequenzen erhalten wurden, haben wir eine quantitative Auswertung in einem Kollektiv von 35 Patienten durchgeführt. Die Übereinstimmung zwischen den Relaxationszeiten der MRF Sequenz und den konventionell gemessenen Werte war sehr hoch, es fand sich eine hohe Korrelation zwischen den MRF T1 und T2 Zeiten und den entsprechenden konventionell gemessenen Werten. Die Auswertung des pathologischen Gewebes auf den ko-registrierten Bildern mit Bezug auf die quantitativen Gewebeparameter wurde in vier Regionen durchgeführt: dem soliden Anteil des Tumors, dem perifokalem Ödem, der periläsionalen normal erscheinenden weißen Substanz und in der kontralateralen weißen Substanz des Frontallappens. Es zeigte sich eine ausgezeichnete Differenzierung dieser Gewebe durch die MRF Parameter. Weiters konnten wir zeigen, dass die MRF T1 und T2 Werte im soliden Tumoranteil signifikant höher in IDH mutanten Tumoren gegenüber IDH Wildtyp waren, was das Potential des Einsatzes des nicht-invasivem MR, besonders mit MRF ermittelten T1 und T2 Zeiten als Biomarker für die Unterscheidung von Gliomen hinsichtlich der IDH Mutation zeigt, ein wichtiger einflussreicher Faktor für die individuelle Therapieplanung und die Prognose der Patienten. Zusätzlich haben wir die Beziehung zwischen den pathologischen MR Relaxationszeiten ermittelt mit MRF und anderen metabolischen Imaging Methoden wie die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die MR spektroskopische Bildgebung auf 7 Tesla im selben Patient Kollektiv untersucht. Der Vergleich PRF und PET hat gezeigt, dass beide quantitative Messungen mit hoher Voraussagekraft für das Grading und die unterschiedlichen Tumorregionen von Gliomen zeigen nichtsdestotrotz sind die Ergebnisse nicht ähnlich, da sie unterschiedliche zugrundeliegenden Mechanismen der jeweiligen Methode reflektieren.
- Mark A. Griswold, Case Western Reserve University - Vereinigte Staaten von Amerika
- Vikas Gulani, Case Western Reserve University - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 686 Zitationen
- 28 Publikationen
- 1 Weitere Förderungen
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2023
Titel Evaluation of Gliomas with Magnetic Resonance Fingerprinting with PET Correlation-A Comparative Study. DOI 10.3390/cancers15102740 Typ Journal Article Autor Cardoso Pl Journal Cancers -
2019
Titel Reproducibility and Repeatability of MR Fingerprinting Relaxometry in the Human Brain DOI 10.1148/radiol.2019182360 Typ Journal Article Autor Körzdörfer G Journal Radiology Seiten 429-437 -
2023
Titel A comparison of 7 Tesla MR spectroscopic imaging and 3 Tesla MR fingerprinting for tumor localization in glioma patients DOI 10.48550/arxiv.2304.05254 Typ Other Autor Cardoso P Link Publikation -
2024
Titel 7 Tesla magnetic resonance spectroscopic imaging predicting IDH status and glioma grading. DOI 10.1186/s40644-024-00704-9 Typ Journal Article Autor Cadrien C Journal Cancer imaging : the official publication of the International Cancer Imaging Society Seiten 67 -
2024
Titel A Comparison of 7 Tesla MR Spectroscopic Imaging and 3 Tesla MR Fingerprinting for Tumor Localization in Glioma Patients. DOI 10.3390/cancers16050943 Typ Journal Article Autor Lazen P Journal Cancers -
2022
Titel MR Fingerprinting—A Radiogenomic Marker for Diffuse Gliomas DOI 10.3390/cancers14030723 Typ Journal Article Autor Springer E Journal Cancers Seiten 723 Link Publikation -
2021
Titel Improved susceptibility weighted imaging at ultra-high field using bipolar multi-echo acquisition and optimized image processing: CLEAR-SWI DOI 10.1016/j.neuroimage.2021.118175 Typ Journal Article Autor Eckstein K Journal NeuroImage Seiten 118175 Link Publikation -
2021
Titel Modified amino-dextrans as carriers of Gd-chelates for retrograde transport and visualization of peripheral nerves by magnetic resonance imaging (MRI) DOI 10.1016/j.jinorgbio.2021.111495 Typ Journal Article Autor Pashkunova-Martic I Journal Journal of Inorganic Biochemistry Seiten 111495 -
2021
Titel Long-term evolution of multiple sclerosis iron rim lesions in 7 T MRI DOI 10.1093/brain/awaa436 Typ Journal Article Autor Dal-Bianco A Journal Brain Seiten 833-847 Link Publikation -
2021
Titel Effects of SSRI treatment on GABA and glutamate levels in an associative relearning paradigm DOI 10.1016/j.neuroimage.2021.117913 Typ Journal Article Autor Spurny B Journal NeuroImage Seiten 117913 Link Publikation -
2021
Titel Reliability of the MOCART (Magnetic Resonance Observation of Cartilage Repair Tissue) 2.0 knee score for different cartilage repair techniques—a retrospective observational study DOI 10.1007/s00330-021-07688-1 Typ Journal Article Autor Schreiner M Journal European Radiology Seiten 5734-5745 Link Publikation -
2021
Titel Histological Analysis of Cartilage Defects Repaired with an Autologous Human Stem Cell Construct 48 Weeks Postimplantation Reveals Structural Details Not Detected by T2-Mapping MRI DOI 10.1177/1947603521989423 Typ Journal Article Autor Shimomura K Journal CARTILAGE Link Publikation -
2021
Titel Tissue Sodium Concentration Quantification at 7.0-T MRI as an Early Marker for Chemotherapy Response in Breast Cancer: A Feasibility Study DOI 10.1148/radiol.2021201600 Typ Journal Article Autor Zaric O Journal Radiology Seiten 63-72 -
2021
Titel Inter-subject stability and regional concentration estimates of 3D-FID-MRSI in the human brain at 7 T DOI 10.1002/nbm.4596 Typ Journal Article Autor Hangel G Journal NMR in Biomedicine Link Publikation -
2021
Titel Concentration of Gallbladder Phosphatidylcholine in Cholangiopathies: A Phosphorus-31 Magnetic Resonance Spectroscopy Pilot Study DOI 10.1002/jmri.27817 Typ Journal Article Autor Pfleger L Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging Seiten 530-540 -
2021
Titel Differentiation of Cartilage Repair Techniques Using Texture Analysis from T2 Maps DOI 10.1177/19476035211029698 Typ Journal Article Autor Juras V Journal CARTILAGE Link Publikation -
2020
Titel Gluconeogenesis, But Not Glycogenolysis, Contributes to the Increase in Endogenous Glucose Production by SGLT-2 Inhibition. DOI 10.2337/dc20-1983 Typ Journal Article Autor Wolf P Journal Diabetes care Seiten 541-548 Link Publikation -
2020
Titel Simultaneous Multiple Resonance Frequency imaging (SMURF): Fat-water imaging using multi-band principles DOI 10.1002/mrm.28519 Typ Journal Article Autor Bachrata B Journal Magnetic Resonance in Medicine Seiten 1379-1396 Link Publikation -
2020
Titel Cutaneous nerve fields of the anteromedial lower limb—Determination with selective ultrasound-guided nerve blockade DOI 10.1002/ca.23582 Typ Journal Article Autor Riegler G Journal Clinical Anatomy Seiten 11-18 Link Publikation -
2020
Titel Impact of concentration and dilution of three macrocyclic gadolinium-based contrast agents on MRI signal intensity at 1.5T and 3T and different pulse sequences: results of a phantom study in human plasma DOI 10.1177/0284185120915674 Typ Journal Article Autor Szomolanyi P Journal Acta Radiologica Seiten 51-57 -
2020
Titel Clinical implementation of accelerated T2 mapping: Quantitative magnetic resonance imaging as a biomarker for annular tear and lumbar disc herniation DOI 10.1007/s00330-020-07538-6 Typ Journal Article Autor Raudner M Journal European Radiology Seiten 3590-3599 Link Publikation -
2020
Titel Phase unwrapping with a rapid opensource minimum spanning tree algorithm (ROMEO) DOI 10.1002/mrm.28563 Typ Journal Article Autor Dymerska B Journal Magnetic Resonance in Medicine Seiten 2294-2308 Link Publikation -
2020
Titel Compressed sensing and the use of phased array coils in 23Na MRI: a comparison of a SENSE-based and an individually combined multi-channel reconstruction DOI 10.1016/j.zemedi.2020.10.003 Typ Journal Article Autor Lachner S Journal Zeitschrift für Medizinische Physik Seiten 48-57 -
2020
Titel Real-time motion and retrospective coil sensitivity correction for CEST using volumetric navigators (vNavs) at 7T DOI 10.1002/mrm.28555 Typ Journal Article Autor Rodriguez E Journal Magnetic Resonance in Medicine Seiten 1909-1923 Link Publikation -
2020
Titel 7T Epilepsy Task Force Consensus Recommendations on the Use of 7T MRI in Clinical Practice. DOI 10.1212/wnl.0000000000011413 Typ Journal Article Autor Opheim G Journal Neurology Seiten 327-341 Link Publikation -
2021
Titel Investigating the effect of trigger delay on cardiac 31P MRS signals DOI 10.1038/s41598-021-87063-8 Typ Journal Article Autor Wampl S Journal Scientific Reports Seiten 9268 Link Publikation -
2021
Titel The Vienna morphological Achilles tendon score—VIMATS DOI 10.1007/s00508-021-01863-6 Typ Journal Article Autor Apprich S Journal Wiener klinische Wochenschrift Seiten 560-567 Link Publikation -
2020
Titel In Vivo 1H MR Spectroscopy of Biliary Components of Human Gallbladder at 7T DOI 10.1002/jmri.27207 Typ Journal Article Autor Gajdošík M Journal Journal of Magnetic Resonance Imaging Seiten 98-107 Link Publikation
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2021
Titel 3T MR Fingerprinting of Early Stage OA Patients Typ Other Förderbeginn 2021 Geldgeber Austrian Science Fund (FWF)