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Dynamische Komponente der sekundären Mitralinsuffizienz

Dynamic component in secondary mitral regurgitation

Philipp Bartko (ORCID: 0000-0001-9061-4839)
  • Grant-DOI 10.55776/KLI818
  • Förderprogramm Klinische Forschung
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.02.2020
  • Projektende 31.12.2023
  • Bewilligungssumme 159.263 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (100%)

Keywords

    Secondary Mitral Regurgitation, Stress Test, Valvular Heart Disease

Abstract Endbericht

Dieses Projekt von Forschern der Medizinischen Universität Wien untersucht PatientInnen mitFormatiert: Links sekundären Herzklappenerkrankungen, welche das Patientenüberleben drastisch verringern und die Lebensqualität erheblich einschränken können. Im Detail beschäftigt sich das Projekt mit der sogenannten Mitralklappe, welche den Blutrückstrom von der linken Kammer in den linken Vorhof verhindert. Dehnt sich die Kammer aufgrund von Herzerkrankungen wie zum Beispiel einer Herzschwäche aus, so entstehen durch Spannungsmechanismen am Klappenapparat eine Ausweitung des Klappenrings sowie ein Zug auf den Klappensegeln, die einen unvollständigen Schluss der Klappe zur Folge haben und so einen Rückfluss in Fachkreisen Insuffizienz genannt erlauben. Dieser Rückfluss bedeutet zusätzliche Druck- und Volumenbelastung für das schon geschwächte Herz und treibt die Erkrankung und die Beschwerden weiter voran. In vorangegangene Studien dieser Forschungsgruppe konnte gezeigt werden, dass sogar leichtgradige Rückflüsse eine erheblich negative Auswirkung auf das Überleben solcher Patienten haben und sich im Laufe der Erkrankung rasch weiter verschlechtern. Behandlungsmöglichkeiten, welche über die optimale Medikamentöse Therapie hinausgehen sind bekannt aber umstritten und Gegenstand intensiver Debatten. Nicht zuletzt deswegen ist das Verständnis über den genauen Mechanismus des Voranschreitens der Erkrankung und der Elemente, die ein solches Voranschreiten vorhersagen lassen essentiell für die individualisierte und bestmögliche Behandlung der PatientInnen. Wie vereinzelte grundlagenwissenschaftliche Arbeiten zeigen konnten, unterliegt der Mitralklappenschluss einer Dynamik, welche von mehreren biologischen Grundbedingungen abhängen. So spielen Druck- und Volumenänderungen im Gefäßsystem sowie der Größe und Kraft der linken Kammer Eine große Rolle. Die Auswirkung dieser Verhältnisse auf die Menge und den Schweregrad des Rückflusses durch die Mitralklappe stellen Schlüsselmechanismen zum Verständnis dieser Erkrankung dar, sind jedoch noch unzureichend untersucht. Dieses nun initiierte Projekt macht es sich daher zum Ziel, bei PatientInnen mit sekundärer Herzklappenerkrankung mittels eines eigens entwickelten Stressprotokolls die biologischen Bedingungen zu simulieren und mittels Herzultraschall zu untersuchen. Im Speziellen wird angenommen, dass der Rückfluss unter erhöhter Druck- oder Volumenbelastung des Herzens zunimmt und bei gesteigerter Kraft der Kammer und somit verringerter Dehnung abnimmt Mit diesem Pilotprojekt sollen die Grundbedingungen und bisher noch nicht bekannte Mechanismen dieser Erkrankung in einem dynamischen Modell enthüllt werden und Elemente erforscht werden, die möglicherweise dazu dienen könnten ein Voranschreiten der Erkrankung präzise Vorhersagen zu können. Dies hat entscheidende therapeutische Konsequenzen für das Ob, Was und Wann einer Intervention. Ziel ist eine Personalisierung der Behandlung für PatientInnen mit dieser Erkrankung und der bestmöglichen Ausschöpfung der zurzeit verfügbaren Therapieoptionen auch vor dem Hintergrund neuer interventioneller Behandlungsmethoden. Nicht zuletzt sollen die Ergebnisse dieser Studie dabei helfen, durch neue Einblicke in die Erkrankung auch neue Therapiekonzepte entwickeln zu können.

Die Mitralklappeninsuffizienz infolge von Herzinsuffizienz beeinträchtigt die Lebensqualität, erhöht die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten und ist mit einer schlechten Prognose verbunden. Diese Auswirkungen auf einzelne Patienten stellen erhebliche Herausforderungen für Krankenhäuser und Kostenträger dar. In vorhergehenden Arbeiten konnten wir zeigen, bei welchen Patient:innen, abhängig vom quantifizierten Schweregrad der Mitralinsuffizienz, mit einer erhöhten Mortalität zu rechnen ist. Diese Erkenntnisse wurden anschließend durch den Therapieerfolg in randomisierten Studien bestätigt. Der tatsächliche Schweregrad der Mitralinsuffizienz bleibt jedoch bei einem Teil der Patient:innen unklar, was auf eine erhebliche dynamische Komponente hindeutet. Letztendlich lassen sich die Stressfaktoren auf drei wesentliche Komponenten reduzieren: 1: ischämie bei erhöhtem Sauerstoffbedarf, 2. Nachlast, und 3.Exzessive Vorlast. Im Rahmen der Studie wurde ein neuartiges Stressechoprotokoll entwickelt, das diese Stressoren unter kontrollierten und definierten Bedingungen mittels 1. Dobutamin-Stress, 2. Noradrenalin-Stress und 3. Volumen-Stress einsetzt und die Zu- bzw. Abnahme der Mitralinsuffizienz mit hochsensitiven Methoden misst. Zusätzlich wurden morphologische Komponenten und deren Zusammenhang mit der Mitralinsuffizienz untersucht. Hierbei erfolgte ein detailliertes anatomisches Profiling bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion, das die Bedeutung der zugrunde liegenden Morphologie, über die Klappe hinausgehend, aufzeigte. In einer Subgruppenanalyse konnte die Arbeitsgruppe die Wirksamkeit einer leitliniengerechten, optimierten medikamentösen Therapie zur Reduktion der Mitralinsuffizienz nachweisen. Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts, unter Anwendung der neuen Definitionen von Herzinsuffizienz, die sekundäre Mitralinsuffizienz im gesamten Spektrum der Herzinsuffizienz untersucht. Dies legte eine epidemiologische Grundlage, um das Ausmaß der Erkrankung, deren Auswirkungen sowie derzeitige Therapiestrategien besser zu verstehen. Ein zweiter Studienteil befasste sich mit der bei diesen Patient:innen ebenfalls häufig auftretenden sekundären Trikuspidalinsuffizienz. Dabei wurden deren natürlicher Verlauf, Epidemiologie, Behandlungsstandards und Outcome im gesamten Spektrum der Herzinsuffizienz analysiert.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Emanuel Bartko, Medizinische Universität Wien , ehemalige:r Projektleiter:in
  • Georg Goliasch, Medizinische Universität Wien , ehemalige:r Projektleiter:in

Research Output

  • 214 Zitationen
  • 10 Publikationen
  • 1 Methoden & Materialien
Publikationen
  • 2024
    Titel Tricuspid edge-to-edge repair for tricuspid valve prolapse and flail leaflet: feasibility in comparison to patients with secondary tricuspid regurgitation.
    DOI 10.1093/ehjci/jead264
    Typ Journal Article
    Autor Bartko Pe
    Journal European heart journal. Cardiovascular Imaging
    Seiten 365-372
  • 2020
    Titel Secondary valve regurgitation in patients with heart failure with preserved ejection fraction, heart failure with mid-range ejection fraction, and heart failure with reduced ejection fraction
    DOI 10.1093/eurheartj/ehaa129
    Typ Journal Article
    Autor Bartko P
    Journal European Heart Journal
    Seiten 2799-2810
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Metabolomics implicate eicosanoids in severe functional mitral regurgitation
    DOI 10.1002/ehf2.14160
    Typ Journal Article
    Autor Hofbauer T
    Journal ESC Heart Failure
    Seiten 311-321
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Guideline directed medical therapy and reduction of secondary mitral regurgitation
    DOI 10.1093/ehjci/jeac068
    Typ Journal Article
    Autor Spinka G
    Journal European Heart Journal - Cardiovascular Imaging
    Seiten 755-764
  • 2020
    Titel An Integrated Imaging and Circulating Biomarker Approach for Secondary Tricuspid Regurgitation
    DOI 10.3390/jpm10040233
    Typ Journal Article
    Autor Spinka G
    Journal Journal of Personalized Medicine
    Seiten 233
    Link Publikation
  • 2020
    Titel Adaptive development of concomitant secondary mitral and tricuspid regurgitation after TAVR
    DOI 10.1093/ehjci/ehaa946.1971
    Typ Journal Article
    Autor Winter M
    Journal European Heart Journal
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Burden, treatment use, and outcome of secondary mitral regurgitation across the spectrum of heart failure: observational cohort study
    DOI 10.1136/bmj.n1421
    Typ Journal Article
    Autor Bartko P
    Journal BMJ
    Link Publikation
  • 2021
    Titel Principal Morphomic and Functional Components of Secondary Mitral Regurgitation
    DOI 10.1016/j.jcmg.2021.05.020
    Typ Journal Article
    Autor Bartko P
    Journal JACC: Cardiovascular Imaging
    Seiten 2288-2300
  • 2020
    Titel Natural Course of Nonsevere Secondary Tricuspid Regurgitation
    DOI 10.1016/j.echo.2020.08.018
    Typ Journal Article
    Autor Spinka G
    Journal Journal of the American Society of Echocardiography
    Seiten 13-19
  • 2020
    Titel Secondary mitral regurgitation—Insights from microRNA assessment
    DOI 10.1111/eci.13381
    Typ Journal Article
    Autor Spinka G
    Journal European Journal of Clinical Investigation
    Link Publikation
Methoden & Materialien
  • 0
    Titel Multiple Stressor Stressechocardiographie Protocoll
    Typ Physiological assessment or outcome measure
    Öffentlich zugänglich

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