Weichmacher und deren Auswirkungen auf die Gesundheit
Plasticizer Exposure and its Consequence on health (PEACH)
Wissenschaftsdisziplinen
Chemie (30%); Klinische Medizin (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
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Plasticizer,
Transfusion,
Systems Immunology,
Exposomics,
Neuropharmacology
Plastikweichmacher sind Chemikalien, die in vielen Alltagsgegenständen zu finden sind. Von Lebensmittelverpackungen bis hin zu medizinischen Geräten sind sie allgegenwärtig in unserem täglichen Leben. Umso verblüffender ist es, dass die langfristigen Auswirkungen von Weichmacherexposition auf die menschliche Gesundheit noch weitgehend unerforscht sind. Dabei gibt es Hinweise darauf, dass diese Stoffe verschiedene biologische Funktionen stören könnten, wie das Immunsystem, das Gleichgewicht der Darmbakterien, die Hormonregulierung und Gehirnprozesse. Zwar haben einige Studien einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber Weichmachern und gesundheitlichen Problemen hergestellt, jedoch gibt es immer noch einen großen Mangel an endgültigen Daten aus Studien am Menschen. Unser Projekt zielt darauf ab, etwaige Wissenslücken zu schließen, indem wir untersuchen, wie Weichmacher die menschliche Gesundheit beeinflussen. Unsere Forschung konzentriert sich darauf, zu verstehen, wie diese Chemikalien im Körper aufgenommen, verteilt und angehäuft werden. Wir sind besonders daran interessiert, die Interaktion von Weichmachern mit Darmmikrobiota und der Funktionalität von Immunzellen zu beschreiben sowie ihre Auswirkungen auf Neurotransmitter, die an der Gehirnfunktion beteiligt sind, zu analysieren. Um die biologischen Auswirkungen von Weichmachern gründlich zu untersuchen, umfasst unsere Studie eine Kombination aus Patientendaten, systembiologischen Ansätzen und Labormodellen. Hierbei setzen wir fortschrittliche Techniken, wie Massenspektrometrie zur Untersuchung der toxikokinetischen Eigenschaften von Plastikweichmachern, Sequenzierungstechnologien zurUntersuchung der Auswirkungen auf das Immunsystem und Labortests zur Erforschung der Wechselwirkungen mit Neurotransmittersystemen ein. Diese umfassende Methodik erlaubt es uns, neue Erkenntnisse über die Auswirkungen einer kurz- und langfristigen Exposition gegenüber Weichmachern zu gewinnen. Das Projekt führt innovative Methoden in das Forschungsgebiet ein und zielt darauf ab, ein robustes Modell zu schaffen, um zu verstehen, wie sich Weichmacherverbindungen im menschlichen Körper verhalten. Wir setzen modernste Techniken ein, um die Dynamik dieser Chemikalien zu erforschen, und hoffen, einen bedeutenden Fortschritt in der umweltbezogenen Gesundheitsforschung zu ermöglichen sowie die wissenschaftliche Basis für zukünftige Regulationen zu schaffen.
- Christian Sillaber, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Georg Widhalm, Medizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Harald H. Sitte, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Benedikt Warth, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Christof Jungbauer, Österreichisches Rotes Kreuz , nationale:r Kooperationspartner:in