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Englisch als internationale Lingua Franca

English as an international language: description

Barbara Seidlhofer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/L116
  • Förderprogramm Translational-Research-Programm
  • Status beendet
  • Projektbeginn 22.04.2005
  • Projektende 30.06.2008
  • Bewilligungssumme 291.173 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    English, Verkehrssprache, Korpus, Deskription

Abstract

Ausgangssituation Wenn wir sagen, wir lernen "Englisch", meinen wir in der Regel, daß wir uns die Sprache der Engländer oder Amerikaner (oder vielleicht der Australier) anzueignen versuchen. Unterrichtsmaterialien, Nachschlagwerke, Tests und Berufsqualifikationen richten sich nach wie vor praktisch ausschließlich nach englischen `Native Speakers` als `authentische` Quelle der zu unterrichtenden Sprache und Kultur(en). Durch Entwicklungen in der Computertechnologie ist nun auch der Zugriff auf riesige geschriebene und gesprochene Textsammlungen (Korpora) möglich. Diese Korpora erlauben es LinguistInnen, genaue und verläßliche Aussagen darüber zu machen, wie englische Muttersprachler ihre Sprache tatsächlich verwenden - z.B. welches Wort oder welche grammatikalische Konstruktion in welchem Kontext typischerweise auftritt. Neben dieser Konzentration auf den Sprachgebrauch von `Native Speakers` hat sich im Laufe der letzten Dekade aber auch die Forschung auf dem Gebiet "Englisch als Global(isations)sprache" deutlich intensiviert. Hier sind vor allem die Deskription und `Emanzipation` von institutionalisierten Varietäten des Englischen z.B. in Afrika und Asien zu nennen, sowie die Diskussion von Geschichte und Ideologie des sogenannten linguistischen Imperialismus. Ein wesentlicher Punkt dieser globalen Sichtweise ist dabei folgender: Die größte Gruppe von BenutzerInnen des Englischen setzt sich weltweit aus jenen Leuten zusammen, die die Sprache regelmäßig als Lingua Franca, also als Kommunikationsmittel unter SprecherInnen verschiedener Muttersprachen verwenden, meist in Situationen, wo überhaupt keine `Native Speakers` des Englischen anwesend sind. Die Ausprägungen dieser Lingua Franca sind natürlich je nach Muttersprache, Situation etc unterschiedlich, aber da i.a. erfolgreiche Kommunikation stattfindet, gibt es offensichtlich einen signifikanten Kern von phonologischen und lexikogrammatischen Gemeinsamkeiten. Zielsetzung des Projekts Um eine Erfassung dieser Gemeinsamkeiten zu ermöglichen, wird ein Korpus von Englisch als Lingua Franca (ELF) erstellt. Es setzt sich aus mündlichen Interaktionen ohne Skript zusammen, für die Englisch als Verständigungsmittel gewählt wurde. Das Korpus erfasst also Gespräche zwischen kompetenten SprecherInnen einer Vielzahl von Muttersprachen, deren primäre Bildungssprache nicht Englisch ist. Diese Interaktionen umfassen vor allem private und öffentlich zugängliche Dialoge, Gruppendiskussionen und Interviews. Der primäre Zweck dieses Korpus ist die weltweit erste Beschreibung systematischer charakteristischer Merkmale des Gebrauchs von ELF auf einer breiten empirischen Basis. Es ist offensichtlich, dass eine solche Deskription in der Zeit der globalen Verwendung von Englisch als Lingua Franca ein dringendes Desiderat darstellt, da die linguistische Forschung auf diesem Gebiet mit der sozio- ökonomischen Wirklichkeit des tatsächlichen Sprachgebrauchs aufzuholen hat: Millionen Sprecher bedienen sich täglich des Englischen, ohne an die derzeit einzig beschriebenen Standards von `Native Speakers` heranzureichen, und dennoch findet erfolgreiche Kommunikation statt. Es ist daher notwendig, dass dieser Sprachgebrauch beschrieben wird und in der Folge auch in Wörterbüchern und Grammatiken kodifiziert werden kann. Dies ist die Zielsetzung dieses Projekts.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Juliane House, Universität Hamburg - Deutschland
  • Anna Mauranen, University of Helsinki - Finnland
  • Maria Sifianou, University of Athens - Griechenland
  • Peter Trudgill, University of Lausanne - Schweiz
  • Martin Dewey, King´s College London - Vereinigtes Königreich
  • Jennifer Jenkins, University Southampton - Vereinigtes Königreich

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