Vakzination über die Haut - Rolle der Langerhanszellen
Epicutaneous vaccination - targeting of Langerhans cells
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (10%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (90%)
Keywords
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Langerhans cells,
Vaccination,
Dendritic Cells,
Immunotherapy,
Skin,
Cancer
"Dendritische Zellen" sind auf die Stimulation ruhender, naiver T Lymphozyten und somit auf die Einleitung primärer Immunabwehrreaktionen spezialisierte weiße Blutkörperchen. Sie entfalten ihre immunstimulatorischen Eigenschaften in unterschiedlichen Abschnitten ihres Werdegangs. Die Reifung von einem Funktionszustand der Antigenverarbeitung (vorwiegend in den Geweben und Organen des Körpers) zum Funktionszustand der T Zell Sensibilisierung (vorwiegend in den lymphatischen Organen) ist von entzündlichen Reizen abhängig. Es ist heute klar, dass dendritische Zellen unterschiedlicher Herkunft auch unterschiedliche biologische Eigenschaften haben. Insbesondere gilt dies für die "Langerhanszellen", d.h. die dendritischen Zellen der Epidermis (Oberhaut), im Vergleich zu den dendritischen Zellen anderer Gewebe (z.B. Lederhaut, Lymphknoten, Milz). Die Immunabwehr richtet sich in erster Linie gegen Mikroben (Bakterien, Viren), kann aber auch gegen Krebszellen gewendet sein. Dieses Prinzip macht man sich gegenwärtig zunutze und versucht, mit Hilfe von dendritischen Zellen Immunabwehrreaktionen, d.h., wirksame Killerzellen gegen den Tumor zu vermehren und zu aktivieren. Zahlreiche (auch bereits klinische) Studien versuchen, diese "Impfung gegen Krebs" zu verbessern. Man konnte beobachten, dass sich die Killerzellen tatsächlich vermehren, dass derartig behandelte Patienten nur geringe Nebenwirkungen zeigen, und dass die klinischen Erfolge zumindest gleichwertig sind den etablierten Therapieformen (z.B. Chemotherapien), das aber bei deutlich besserer Lebensqualität. Diese Art der Krebsbehandlung funktioniert also im Prinzip, ist aber noch keineswegs optimal. Zahlreiche Variable müssen noch eingehender erforscht werden. Dieses Projekt beabsichtigt, die besonderen immunstimulatorischen Eigenschaften der Langerhanszellen auszunutzen. Bislang wurden Tumorantigene bzw. mit solchen Tumorantigenen "beladene" dendritische Zellen immer in die Haut gespritzt; Langerhanszellen waren dabei nicht beteiligt. In einem neuartigen Ansatz wird hier versucht, die tumorspezifischen Antigene, gegen welche die Immunabwehr erzeugt werden soll, auf die Haut aufzutragen, und sie so in den Körper zu bringen. Zusätzlich werden sie mittels spezieller Moleküle (Rezeptoren namens DEC-205 und Langerin) direkt an die Langerhanszellen "adressiert". Aufgrund vorangegangener Grundlagenforschungen kann erwartet werden, dass die Langerhanszellen die Tumorantigene besonders gut aufnehmen und damit besonders starke Immunabwehrreaktionen gegen die Krebszellen initiieren. Die tatsächliche Wirksamkeit im Organismus und die Anwendbarkeit diese Ansatzes soll in diesem Projekt überprüft werden. Experimente dazu sind in Mausmodellen wie auch mit menschlichen Langerhanszellen geplant. Diese Art der Immunisierung wäre nämlich breitest einsetzbar (z.B. auch bei Impfungen gegen Infektionen), und sie wäre zudem noch einfach und kostengünstig. Direkte Folge dieses Projekts könnten klinische Studien zur Umsetzung dieses Konzepts bei krebskranken Menschen sein. Auch eine Nutzenstiftung im ökonomischen Sinne (Einsparung bei Behandlungen; Vermarktung) kann eine erwünschte Folge dieses Projekts sein.
- Ralph M. Steinman, The Rockefeller University - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 117 Zitationen
- 2 Publikationen
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2009
Titel Epidermal Langerhans Cells Rapidly Capture and Present Antigens from C-Type Lectin-Targeting Antibodies Deposited in the Dermis DOI 10.1038/jid.2009.343 Typ Journal Article Autor Flacher V Journal Journal of Investigative Dermatology Seiten 755-762 Link Publikation -
2010
Titel Conditioning of the Injection Site With CpG Enhances the Migration of Adoptively Transferred Dendritic Cells and Endogenous CD8+ T-cell Responses DOI 10.1097/cji.0b013e3181b8ef5f Typ Journal Article Autor Tripp C Journal Journal of Immunotherapy Seiten 115-125