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Identifizierung molekularer Subtypen des Melanoms

Identification of Molecular Subtypes of Melanoma

Stephan N. Wagner (ORCID: 0000-0003-4941-7029)
  • Grant-DOI 10.55776/L590
  • Förderprogramm Translational-Research-Programm
  • Status beendet
  • Projektbeginn 02.03.2009
  • Projektende 01.03.2013
  • Bewilligungssumme 288.771 €

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (40%); Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)

Keywords

    Melanoma, Outlier, Functional Cancer Genomics, Gene Expression Profiling, Heterogenity, Molecular Classification

Abstract Endbericht

Eine der größten Herausforderungen für die Medizin zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Transfer von Information aus dem humanen Genomprojekt in die klinische Praxis. Hier liegt ein riesiges Potential für die Entwicklung spezifischer, individualisierter Therapieansätze. In keinem klinischen Bereich ist der Bedarf für einen solchen Ansatz größer als in der Onkologie. Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) macht zwar nur 4% der Hautkrebsfälle aus, ist aber für 80% der Todesfälle in dieser Tumorgruppe verantwortlich. Das Melanom zeigt eine beträchtliche klinische, morphologische und biologische Heterogenität, die auf einer bislang weitgehend unbekannten molekularen Heterogenität der Erkrankung beruhen dürfte. Gegenstand unseres Antrags ist nun die Identifizierung neuer molekularer Subtypen des Melanoms mit spezifischen genetischen Veränderungen, die wiederum zu unterschiedlichem klinischen und biologischen Verhalten führen. Dazu benutzen wir eine einzigartige Sammlung von humanen Melanomgeweben, von diesem Kollektiv bereits erstellte genetische und genomische Datensätze (Genexpressions-, CGH-, SNP-Arrays), neuartige bioinformatische Algorithmen sowie in vitro und in vivo Modelle der Erkrankung. Durch Kombination dieser Technologien wollen wir neue biologisch und klinisch relevante genetische Veränderungen beschreiben und so neue molekulare Subgruppen des Melanoms identifizieren. Die grundlegenden Prinzipien unseres Antrags haben wir in drei spezifischen Zielen formuliert: Ziel 1: Identifizierung von "Ausreißer" Genen im Melanom, die neue molekulare Subgruppen der Erkrankung beschreiben. Wir werden verschiedene neue bioinformatische Ansätze benutzen, um in einem bereits erstellten Expressionsdatensatz (gene expression arrays) Subtypen von Melanomen zu identifizieren, die durch extreme Expressionsprofile bestimmter Gene ("Ausreißer") charakterisiert sind. Ziel 2: Kombination dieser extremen Gen-Expressionsprofile mit genomischer und klinischer Information. Wir werden die Informationen aus Ziel 1 mit bereits im selben Patientenkollektiv erhobenen genomischen Daten aus CGH- und SNP-Arrays und nachfolgend mit klinischen Daten kombinieren. Dadurch können wir "Ausreißer" Gene mit möglicherweise zu Grunde liegenden genomischen Veränderungen in Zusammenhang stellen und nachfolgend auf eine mögliche klinische Relevanz hin überprüfen. Ziel 3: Funktionelle Validierung von "Ausreißer" Genen im Melanom in relevanten in vitro und in vivo Modellen der Erkrankung. Wir werden die interessantesten "Ausreißer" Gene funktionell validieren, um genetische Veränderungen mit tatsächlicher biologischer Relevanz herauszufiltern. Um diese Ziele zu verwirklichen, haben wir ein interdisziplinäres Team von Forschern mit komplementärer Expertise zusammengestellt. Wir erwarten, in diesem Projekt neue molekulare Subtypen des Melanoms mit spezifischem biologischen und klinischen Verhalten zu identifizieren und so die Entwicklung einer gezielt auf die zu Grunde liegende Pathologie abgestimmten, individualisierten Therapie zu ermöglichen.

Eine der größten Herausforderungen für die Medizin zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Transfer von Information aus dem humanen Genomprojekt in die klinische Praxis. Hier liegt ein riesiges Potential für die Entwicklung spezifischer, individualisierter Therapieansätze. In keinem klinischen Bereich ist der Bedarf für einen solchen Ansatz größer als in der Onkologie. Das Melanom (schwarzer Hautkrebs) macht zwar nur 4% der Hautkrebsfälle aus, ist aber für 80% der Todesfälle in dieser Tumorgruppe verantwortlich. Das Melanom zeigt eine beträchtliche molekulare Heterogenität, auf der seine klinische, morphologische und biologische Diversität beruht.Gegenstand unseres Antrags war die Identifizierung neuer molekularer Subtypen des Melanoms, die zu einem spezifischen klinischen und biologischen Verhalten führen. In diesem Projekt benutzten wir eine einzigartige Sammlung von humanen Melanomgeweben, von diesem Kollektiv bereits erstellte genomische Datensätze (Genexpressions-, CGH-, SNP-Arrays), neuartige bioinformatische Algorithmen sowie in vitro und in vivo Modelle der Erkrankung, um neue genetische Veränderungen zu beschreiben, die biologisch/klinisch relevante Subgruppen definieren.In einem multidisziplinären internationalen Forscherteam habe wir nun einen mathematischen Algorithmus entwickelt (INDEGO, INtegrated DEtection of Genomic Outliers) für die Suche in humanen Melanomgeweben nach Genen mit extremen Expressionsprofilen (Ausreißer), assoziierter Amplifikation des Gen-Ortes und Korrelation mit dem Überleben der Patienten. In funktionellen in vitro und in vivo Experimenten konnten wir ein Gen identifizieren, das durch Metastasierung einen neuen molekularen Subtyp im Melanom definiert. Genomische und Protein-Daten zeigen, dass es einen solchen molekularen Subtyp wohl auch in anderen Krebsarten gibt. INDEGO kann darüberhinaus zur Identifikation weiterer molekularer Subtypen von Krebs und anderer Krankheiten eingesetzt werden. Wir haben auch erheblich zur Erstellung des TCGA Krebs-Gen-Atlas für humane Melanome, eines Katalogs aller Gen-Mutationen, beigetragen. Diese Daten sind für die Wissenschaftsgemeinde und die Öffentlichkeit über das cBioPortal for Cancer Genomics frei zugänglich. Zusätzlich haben wir diverse genomische Alterationen von Genen identifiziert, die den Kriterien von INDEGO nicht völlig genügten, aber von Interesse für die Biologie des Melanoms sein könnten, indem sie komplett neue (RRM2 in oncogene-induced senescence; CRM1-mediated nucleocytoplasmic transport) oder neue zusätzliche (CDK2/4, AMPK, PLK-1,Smoothened) Zielstrukturen für die Therapie darstellen. Weiterhin haben wir versucht, prädiktive Biomarker (EVL, CD24) für Metastasierung bei Melanompatienten zum Zeitpunkt der Erstdiagnose zu identifizieren. In 10 peer-reviewed Publikationen in hochrangigen Wissenschaftsjournalen beschreibt dieses Projekt ein neues Werkzeug für die Detektion molekularer Subtypen beim Melanom/Krebs, die als Marker oder Zielstrukturen einer gezielt auf die zu Grunde liegende Pathologie abgestimmten, individualisierten Therapie dienen können.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Mark A. Rubin, University of Bern - Schweiz
  • Holger Moch, Universitätsspital Zürich - Schweiz
  • Todd R. Golub, Broad Institute - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Andrea Sboner, Cornell University - Vereinigte Staaten von Amerika
  • David E. Fisher, Harvard Medical School - Vereinigte Staaten von Amerika
  • Lynda Chin, University of Texas System - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 3468 Zitationen
  • 11 Publikationen
Publikationen
  • 2023
    Titel The extinct Sicilian wolf shows a complex history of isolation and admixture with ancient dogs.
    DOI 10.1016/j.isci.2023.107307
    Typ Journal Article
    Autor Ciucani Mm
    Journal iScience
    Seiten 107307
  • 2013
    Titel NVP-LDE225, a Potent and Selective SMOOTHENED Antagonist Reduces Melanoma Growth In Vitro and In Vivo
    DOI 10.1371/journal.pone.0069064
    Typ Journal Article
    Autor Jalili A
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Inhibition of CRM1-Mediated Nucleocytoplasmic Transport: Triggering Human Melanoma Cell Apoptosis by Perturbing Multiple Cellular Pathways
    DOI 10.1038/jid.2012.233
    Typ Journal Article
    Autor Pathria G
    Journal Journal of Investigative Dermatology
    Seiten 2780-2790
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Melanoma genome sequencing reveals frequent PREX2 mutations
    DOI 10.1038/nature11071
    Typ Journal Article
    Autor Berger M
    Journal Nature
    Seiten 502-506
    Link Publikation
  • 2012
    Titel A Landscape of Driver Mutations in Melanoma
    DOI 10.1016/j.cell.2012.06.024
    Typ Journal Article
    Autor Hodis E
    Journal Cell
    Seiten 251-263
    Link Publikation
  • 2014
    Titel MTSS1 is a metastasis driver in a subset of human melanomas
    DOI 10.1038/ncomms4465
    Typ Journal Article
    Autor Mertz K
    Journal Nature Communications
    Seiten 3465
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Dual Suppression of the Cyclin-Dependent Kinase Inhibitors CDKN2C and CDKN1A in Human Melanoma
    DOI 10.1093/jnci/djs373
    Typ Journal Article
    Autor Jalili A
    Journal Journal Of The National Cancer Institute
    Seiten 1673-1679
    Link Publikation
  • 2012
    Titel An Attempt at a Molecular Prediction of Metastasis in Patients with Primary Cutaneous Melanoma
    DOI 10.1371/journal.pone.0049865
    Typ Journal Article
    Autor Gschaider M
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Polo-Like Kinase 1 Is a Potential Therapeutic Target in Human Melanoma
    DOI 10.1038/jid.2011.136
    Typ Journal Article
    Autor Jalili A
    Journal Journal of Investigative Dermatology
    Seiten 1886-1895
    Link Publikation
  • 2013
    Titel A chemical biology approach identifies AMPK as a modulator of melanoma oncogene MITF
    DOI 10.1038/onc.2013.185
    Typ Journal Article
    Autor Borgdorff V
    Journal Oncogene
    Seiten 2531-2539
  • 2013
    Titel Suppression of Nucleotide Metabolism Underlies the Establishment and Maintenance of Oncogene-Induced Senescence
    DOI 10.1016/j.celrep.2013.03.004
    Typ Journal Article
    Autor Aird K
    Journal Cell Reports
    Seiten 1252-1265
    Link Publikation

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