HANDBUCH GLOBALISIERUNG FACE TO FACE
HANDBOOK GLOBALISATION FACE TO FACE
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
-
Social Anthropology,
Society,
Globalisation,
Processes Of Identity,
Culture,
Processes Of Transformation
Die Forschungen dieses Übersetzungsprojekts sollen paradigmatische Verschiebungen der Sozial- und Kulturanthropologie in einer Weise explizieren, die es AkteurInnen erlaubt, die Realitäten der sozio-kulturellen Praxis dementsprechend zu konzeptualisieren. Dies ist in einer Situation, wo sozio-kulturelle Prozesse im Zuge der Globalisierung zu einer der wichtigsten Fragen werden besonders drängend. Zugleich sind aber auch die um Globalisierung geführten Auseinandersetzungen in der Sozial- und Kulturanthropologie Grund tief greifender Neuorientierungen des Fachs. So ergibt sich eine doppelte Notwendigkeit, diesen innovativen Konzepten und Begriffen stärker als bisher im öffentlichen Diskurs Präsenz zu verleihen und sie handlungsrelevant werden zu lassen. Bei diesem Unternehmen kann das Translational-Research-Projekt als Follow-up des mit dem Wittgenstein- Preis2000 eingerichteten Forschungsprogramms "Lokale Identitäten und überlokale Einflüsse" an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den grundlegenden Ergebnissen und der Forschungspraxis der ProjektmitarbeiterInnen aufbauen. Dieses Wissenschaftsteam hat sich intensiv mit dem internationalen Stand der Forschung zur Globalisierung in der Sozial- und Kulturanthropologie auseinander gesetzt und bietet somit einen im deutschsprachigen Raum einzigartigen Pool hoch qualifizierter AkademikerInnen auf diesem Gebiet. Insofern sind für das Translational-Research-Projekt exzellente wissenschaftliche Voraussetzungen gegeben, der Aufgabe gerecht zu werden, vor allem im anglofonen, französischsprachigen und skandinavischen Raum vielfältig und heftig diskutierte neue Konzepte über die Fachgrenzen hinaus im weiteren deutschsprachigen Bereich leichter zugänglich zu machen. Zentral ist dabei, die Ansätze der nach dem Ende großer Metatheorien sehr fragmentierten Forschungslandschaft im Überblick in Kurzartikeln zu bündeln und sie, angesichts ihrer Neuheit, in Anwendungsbeispielen auf ihre Brauchbarkeit zu überprüfen. Eine praktisch vernetzte Strukturierung des Handbuchs soll dem Ziel, die Inhalte leicht fassbar zu erschließen auch formal entsprechen. Für den Ansatz dieser Übersetzungsforschung besteht die Möglichkeit, Grundlagenforschung für die nicht- wissenschaftliche Praxis zu operationalisieren, wesentlich darin, ein schwer greifbares implizites Wissen der Wissenschaft herauszuarbeiten. Primärer Gegenstand der Forschungen des Projekts sind daher die Kontexte und Konnotationen über die sich die Konzepte der Grundlagenforschung in ihrem sozial- und kulturwissenschaftlichen Stellenwert bestimmen lassen. Bei diesem Forschungsprozess dient die Außenperspektive der Praxis methodisch eingesetzt der Explikation. Damit werden Praxisrelevanz und theoretisch-methodischer Fortschritt der Wissenschaft durch eine von Außen ermöglichte Selbstreflexion verbunden. Dem entsprechen zwei Workshops. Ein Workshop mit TeilnehmerInnen aus dem Feld inter- beziehungsweise transkultureller Praxis soll die Forschung leiten und ihren Praxisbezug kontrollieren. Ein Workshop mit internationalen SpitzenforscherInnen Gewähr leistet die Rückbindung an die Grundlagenforschung. Mit seiner spezifischen formal-inhaltlichen Konzeption eröffnet das "Handbuch Globalisierung Face to Face" der in mehrfacher Hinsicht zentralen sozial- und kulturwissenschaftlichen Thematisierung aktueller Globalisierungsvorgänge einen weiten Handlungsspielraum. Der Band stellt über die Autoreflexion der Wissenschaft ein bisher völlig fehlendes Medium der Auseinandersetzung mit dem internationalen Wissenschaftsfeld zur Verfügung, das Standardwerk für die Ausbildung sowie Zugang zu einer wichtigen inhaltlichen Positionierung der Sozial- und Kulturanthropologie für Nachbardisziplinen werden kann. Vor allem aber macht der methodische Bezug zur Perspektive der Praxis Grundlagenforschung für die Optionen von HandlungsträgerInnen außerhalb der Wissenschaft produktiv.