The Phantasmagoria as A Focus of Modernity
The Phantasmagoria as A Focus of Modernity
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (90%); Wirtschaftswissenschaften (10%)
Keywords
-
Phantasmagoria,
Walter Benjamin,
Modernity,
The Arcades Project,
Cultural Philosophy
Die Phantasmagorie wurde zu einem kulturtheoretischen Fokus, als Walter Benjamin ihr als the visual mastertrope` (Cohen) für das 19. Jahrhundert einen systematischen Stellenwert an der Schnittstelle von Epistemologie und Ästhetik, Oekonomie und Politik, Technik-, Geschichts- und Medienphilosophie gab. Auf dem Boden eines anthropologischen Materialismus liess Benjamin die Phantasmagorie die Grenzen der Repräsentation überschreiten und als Begriff den epistemologischen Anspruch des dialektischen Bildes beerben. Auf dieser Spur soll hier die philosophische Relevanz der Phantasmagorie als Begriff erarbeitet und diese als ein Brennpunkt der Moderne herausgearbeitet werden. Dies geschieht einerseits historisch, indem an die Tradition des Trugbildes, die seit Platon virulent ist, angeknüpft wird. Dann gilt es, die Geschichte des Begriffs aus der Technikgeschichte, dem Pariser Milieu um Baudelaire, bei Marx und in der kritischen Theorie aufzuarbeiten. Die Untersuchung zielt andererseits auf eine systematische Entfaltung. Sie macht in der Phantasmagorie einen kulturphilosophischen Schlüsselbegriff der Moderne aus, insofern sich in ihr exemplarisch Ent- und Verzauberung verschränken. Dann wird die Phantasmagorie auch formal gefasst und in einen Zusammenhang mit gegenwärtigen ästhetischen und epistemologischen Ansätzen gebracht. In einem ersten Teil soll die Phantasmagorie historisch in ihrer Entstehung aufgerollt werden, von der technischen Inszenierung mit der Laterna magica über Marx` Fetischcharakter der Ware. In einem zweiten Teil soll untersucht werden, wie sich Benjamins Phantasmagoriebegriff zusammen mit der Entwicklung seines anthropologischen Materialismus während der Arbeit am Passagen-Werk konturierte. Dabei spielen die kosmologischen Visionen von Paul Scheerbart, Charles Fourier und Louis Auguste Blanqui, die hier erstmals systematisch betrachtet werden sollen, eine wesentliche Rolle. Und in einem dritten Teil soll die Hypothese getestet werden, die Phantasmagorie als Simulakrum des 19. Jahrhunderts zu verstehen, womit ein epistemologischer und medienphilosophischer Aspekt dieses Begriffs herausgearbeitet wird. Die Untersuchung zielt darauf, die Phantasmagorie philosophisch zu fassen und sie als einen aktuellen und kritischen Beitrag für die heutige kulturphilosophische Diskussion fruchtbar zu machen.