Die strukturelle und thermische Entwicklungsgeschichte des Brennergebietes (Innsbrucker Quarzphyllitzone, Stubaikristallin, Brennermesozoikum, Steinacher Decke)
Die strukturelle und thermische Entwicklungsgeschichte des Brennergebietes (Innsbrucker Quarzphyllitzone, Stubaikristallin, Brennermesozoikum, Steinacher Decke)
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
-
Geochronologie Strukturgeologie Innsbrucker Quarzphyllitzone Stubaikristallin Brennermesozoikum,
Brennermesozoikum,
Geochronologie,
Innsbrucker Quarzphy,
Strukturgeologie,
Stubaikristallin
Das Gebiet um den Brenner war seit jeher von unterschiedlichstem Interesse. Wirtschaftlich als wichtige Verkehrsverbindung und geologisch als klassisches Gebiet für die Deckenlehre. Hier sind alle wichtigen Großeinheiten (Unter-, Mittel- und Oberostalpin und Penninikurn) auf kleinstem Raum bestens erschlossen. Dieses Gebiet zog daher schon zu Beginn dieses Jahrhunderts die Geologen in seinen Bann. Leider wurde es aber in der jüngeren Zeit wenig bearbeitet, obwohl hier durch den Einsatz moderner Arbeitsmethoden grundlegende Neuerkenntnisse für das Verständnis der Ostalpen zu erwarten sind. FUGENSCHUH (1995) konzentrierte sich in seiner Arbeit vor allem auf das jüngste (neogene) Geschehen im Zusammenhang mit der Brennerabschiebung. Moderne geochronologische und strukturgeologische Arbeiten, die das voralpine und frühalpine Geschehen betreffen, fehlen. Solche liegen aus anderen Abschnitten des Ostalpins großteils vor. Seitens der Geochronologie (d. h. der radiometrischen Altersbestimmung) sollen die thermischen Geschichten der verschiedenen tektonischen Einheiten beleuchtet werden. Die Entwicklungsgeschichte, besonders die frühalpine, dieses Krustenabschnittes soll in Verbindung mit der Strukturgeologie aufgeklärt und mögliche Unterschiede erfaßt werden. Ein weiteres Ziel ist auch die stratigraphische Einstufung von Vulkaniten im Innsbrucker Quarzphyllit und der Gesteine des "Metamorphen Kalkkomplexes" im Hangenden des Brennermesozoikums mittels radiometrischer Altersbestimmung. Aufgrund dieser Ergebnisse soll der Wissensstand über den zeitlichen` und räumlichen Ablauf der alpinen Gebirgsbildung wesentlich erweitert werden. Es sollen Überlegungen angestellt werden, inwieweit das zentralalpine Permomesozoikum dieses Abschnittes mit den Nördlichen Kalkalpen in Verbindung gestanden sein könnte bzw. es sollte die Herkunft der Steinacher- und Blaser Decke überdacht werden. Gerade die strukturgeologisch-tektonischen Untersuchungen sind, um wieder auf die wirtschaftliche Bedeutung dieses Gebietes zurückzukommen, für den Verkehrswegebau, insbesondere für den Tunnelbau, von besonderem Interesse. Der vielfach geforderte Brenner Basistunnel wurde auf einer großen Strecke durch das Projektgebiet führen.
- GeoSphere Austria (GSA) - 100%