The GABA-ergic system in an animal model of temporal lobe epilepsy
The GABA-ergic system in an animal model of temporal lobe epilepsy
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
Epilepsie Neurotransmitter Gamma-Aminobuttersäure Hippocampus Neurodegeneration,
Epilepsie,
Gamma-Aminobuttersäu,
Hippocampus,
Neurodegeneration,
Neurotransmitter
Eine der häufigsten aber auch schwerwiegendsten Formen der Epilepsie ist die Temporallappenepilepsie. Mehr als ein Drittel der Patienten, die an dieser Form der Epilepsie leiden sind medikamentös schlecht oder gar nicht einstellbar. Als ultima ratio kann diesen Patienten die chirurgische Entfernung des epileptischen Herdes angeboten werden, wodurch meist eine signifikante Besserung oder sogar Heilung der Krankheit erreicht werden kann. Der epileptische Herd ist im so genannten Temporallappen und dort speziell im Hippocampus lokalisiert. Der Hippocampus ist eine besonders "plastische" Gehirnregion, in der sehr rasche biochemische und neurophysiologische Adaptierungsvorgänge ablaufen können. Solche Vorgänge sind einerseits für das Kurzzeitgedächtnis von Bedeutung, sie könnten können aber auch zur Ausbildung des epileptischen Herdes im Rahmen der Temporallappenepilepsie beitragen. Unser Forschungsprojekt beschäftigte sich mit solchen "entgleisenden" plastischen Veränderungen im Rahmen tierexperimenteller Temporallappenepilepsie. Unser Augenmerk galt vor allem den Neurotransmittern GABA (dem wichtigsten hemmenden Überträgerstoff) und Neuropeptid Y, einem oft gemeinsam mit GABA freigesetzten, ebenfalls meist hemmenden Überträgerstoff. Zu unserer Überraschung entdeckten wir nicht Mechanismen, die die Epilepsie fördern, sondern wir beobachteten, dass im epileptischen Herd der Versuchstiere verschieden biochemische Strategien ausgebildet wurden, um auftretende Anfälle zu unterdrücken, also Schutzmechanismen. Solche mögliche Schutzmechanismen dürfte die von uns beobachtete Synthese des hemmenden Transmitters GABA in sonst erregenden Nervenzellen darstellen. In epileptischen Tieren geht diese sogar mit einer erhöhten Dichte von Rezeptoren für GABA (dem Wirkort von GABA) einher. Auch Neuropeptid Y und dessen Rezeptoren werden in bestimmten Strukturen des Hippocampus vermehrt gebildet, und zwar in einer Art und Weise, dass sie ebenfalls die Erregungsausbreitung unterdrücken können. Die an der Ratte erhobenen Befunde wurden auch weitestgehend auch an operativ entferntem menschlichen Epilepsiegewebe bestätigt und deuten hiermit auf ihre Relevanz für die menschliche Epilepsie hin.
- Universität Innsbruck - 100%
- Annamaria Vezzani, Istituto di Ricerche Farmalogiche Mario Negri - Italien
Research Output
- 1397 Zitationen
- 3 Publikationen
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2001
Titel Distribution of the major ?-aminobutyric acidA receptor subunits in the basal ganglia and associated limbic brain areas of the adult rat DOI 10.1002/cne.1158 Typ Journal Article Autor Schwarzer C Journal Journal of Comparative Neurology Seiten 526-549 -
2000
Titel GABAA receptors: immunocytochemical distribution of 13 subunits in the adult rat brain DOI 10.1016/s0306-4522(00)00442-5 Typ Journal Article Autor Pirker S Journal Neuroscience Seiten 815-850 -
2000
Titel Differential regulation of adult and embryonic glutamate decarboxylases in rat dentate granule cells after kainate-induced limbic seizures DOI 10.1016/s0306-4522(00)00275-x Typ Journal Article Autor Szabó G Journal Neuroscience Seiten 287-295