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Österreichische Architektur seit 1970

Österreichische Architektur seit 1970

Maria Welzig (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P12303
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 02.01.1998
  • Projektende 31.03.2002
  • Bewilligungssumme 82.774 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Bauwesen (66%); Kunstwissenschaften (34%)

Keywords

    ARCHITEKTUR, GEGENWARTSARCHITEKTUR, BAUKUNST 20. JHDT., ÖSTERR. ARCHITEKTUR, Baukunst im 20. Jahr, Gegenwartsarchitektu, Österreichische Arch

Abstract Endbericht

Die Forschungsergebnisse münden in das vom FWF teilgeförderte Projekt der Geschichte der Bildenden Kunst in Österreich (hrsg. v. der Akademie der Wissenschaften, Kommission für Kunstgeschichte). Dieses sechsbändige Publikationsprojekt ist in seinem umfassenden Anspruch ein bisher einzigartiges Unterfangen; der Stellenwert, der dabei der Gegenwart zukommt, gibt Aufschluß über die Lebendigkeit der Kunstgeschichte in Österreich. So soll das beantragte Projekt zu einer Wiederaufnahme der kunstgeschichtlichen Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Architekturgeschehen beitragen; denn obgleich die österreichische Kunstgeschichte auf eine große diesbezügliche Tradition in den zehner und zwanziger Jahren verweisen kann, hatte sie sich in den vergangen Jahrzehnten kaum mit diesem Gebiet befaßt. Gegenüber der (schnellebigen) aktuellen Kritik soll eine Einfügung in den historischen Kontext geboten werden. Der Umstand, daß die Forschungsergebnisse als Teil einer Gesamtdarstellung österreichischer Architektur und Kunst veröffentlicht werden, soll außerdem dazu genützt werden, die Parallelentwicklungen in Architektur im internationalen Zusammenhang bzw. ein Darlegung ihrer internationalen Vernetzungen. Der methodische Ansatz sieht nicht die monographische Behandlung einzelner Architektenwerke vor, sondern eine Ermittlung der für die Zeit relevanten thematischen "Überschriften". So soll die Materie u.a. unter folgenden Aspekten betrachtet werden: Neue Nutzung alter Substanzen/ Private Manifeste/ Öffentlicher Raum/ Ortsbildgestaltung/ Serielle Fertigung (Fertigteilhaus)/ Ökologisches Bauen-Solararchitektur/ Bauten für den Tourismus/ Ausstellungsgestaltung- Veranstaltung/ Förderungsmodelle zur Hebung von Baukultur (vergleiche die unterschiedlichen Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern)/ Die öffentliche Hand als Bauherr. Parallel zu den thematischen Fragen wird es aber auch eine chronologische Darstellung der betreffenden Perioden geben die unter anderem klären soll, wieweit sich in einer Zeit, in der jedem Einzelnen weltweit sämtliche Informationen (=Anregungen) zugänglich sind, noch allgemeine Entwicklungstendenzen feststellen lassen.

Projektanliegen war es, Architekturgeschichte nach wissenschaftlichen Kriterien zu betreiben - im Unterschied zum eher essayistischen Zugang, der die österreichische Architekturkritik seit den sechziger Jahren dominiert. Ein Forschungsansatz war die Untersuchung der Wirksamkeit gesellschaftspolitischer Entwicklungen für die Architektur. Dabei erwies sich, daß die großräumigen sozialen und kulturellen Brüche "1968" und "1989" von entscheidendem Einfluß waren. Ende der sechziger Jahre ereignete sich in der industrialisierten westlichen Welt ein tiefgreifender Wandel: zu einer Gesellschaft ohne verbindliche Normen und Werte, geprägt durch Individualisierung, Demokratisierung und Pluralisierung, durch Konsum und elektronische Medien. In diesen gesellschaftlichen Umbrüchen, deren Folgen bis heute wirksam sind, wurzeln auch die bestimmenden Tendenzen von Architektur und Kunst. Für das Projekt ergab sich daraus das Postulat einer Ausweitung auf die sechziger Jahre. Der historische Bogen von den sechziger Jahren bis heute ist für gegenwärtige Fragestellungen von besonderer Relevanz. Ende der achtziger Jahre wiederum brach eine seit über vierzig Jahren unveränderte Weltordung auf, die auf Österreich bezogen mit einem isolationistischen Selbstverständnis einhergegangen war. "1989" bedeutete außerdem - mit großer Wirksamkeit für Architektur und Kunst - die unangefochtene Dominanz der globalen, liberalen Marktwirtschaft. Der Umbruch, der sich seit Mitte der achtziger Jahre ankündigte, führte in der Architektur zu Öffnung und Neupositionierung, nach der Postmoderne zu einem Paradigmenwechsel: einem erneuten Anknüpfen an und Weiterführen von Ideen der Moderne. Ein weiterer Forschungsansatz war der internationale Kontext. Dieser Ansatz, den die österreichische Architekturgeschichtsschreibung seit den siebziger Jahren wenig verfolgt hat, hat sich umso mehr bestätigt, als sich das Architekturgeschehen in den letzten Jahren massiv internationalisiert hat - das betrifft in Österreich das Bauen selbst, die Besetzung an den Universitäten, die theoretische Debatte. Ein Zugang war, anstelle der rein interpretierenden Darstellung eines Bauwerks, die Diskussion mit den Planenden selbst. Aus dem Forschungsprojekt heraus entstand die Interview-Serie "Die Architektur und ich" (mit Gerhard Steixner). Die Gesprächs-Serie versammelt erstmals eine Architekten-Generation dieses Landes: jene in den Jahren der ersten Republik geborenen Persönlichkeiten, die das Baugeschehen der zweiten Republik entscheidend geprägt haben. Wie die Interview-Serie gezeigt hat, führt über die persönliche Lebensgeschichte und über den speziellen Zeitkontext, der jeweils eine Generation prägt, ein wesentlicher Weg zum Verständnis eines Werkes. Für das Buchkonzept "Die Architektur und ich" erhielt ich den "Theodor-Körner-Preis" 2001. Aus der Schwerpunktsetzung "Wohnbau" heraus entstand das Projekt "Zuhause. Neue Perspektiven zum Wohnen." (mit C. Angelmaier), für das wir das "Margarete-Schütte-Lihotzky- Projektstipendium" 2000 erhielten. Auf Einladung des Österreichischen Kultur Service (ÖKS) erstellten wir ein Papier zur Vermittlung des Themas "Wohnen" in Schulen und setzten es in einem Schulprojekt (SS 2001) um. Eine Zusammenfassung des Forschungsprojektes stellt mein Beitrag "Architektur in Österreich seit 1945" im vom Wissenschaftsfonds teilgeförderten sechsbändigen Publikationsunternehmen "Geschichte der Bildenden Kunst in Österreich, Bd. VI, 20. Jahrhundert" dar.

Forschungsstätte(n)
  • Albertina - 100%

Research Output

  • 254 Zitationen
  • 2 Publikationen
Publikationen
  • 2011
    Titel Alternative measures of environmental technology structure in DEA: An application
    DOI 10.1016/j.ejor.2011.07.017
    Typ Journal Article
    Autor Sahoo B
    Journal European Journal of Operational Research
    Seiten 750-762
  • 2011
    Titel Radial and non-radial decompositions of Luenberger productivity indicator with an illustrative application
    DOI 10.1016/j.ijpe.2011.02.021
    Typ Journal Article
    Autor Mahlberg B
    Journal International Journal of Production Economics
    Seiten 721-726

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